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Wassenberg
"Ente mit Soul" an Nelson Müller

Wassenberg: "Ente mit Soul" an Nelson Müller
Viele Fans freuten sich mit Nelson Müller über die Auszeichnung. Die 20. Schlemmer-Ente fliegt über einen Kochlöffel, ein Soul-Zeichen und eine Gitarre. Eine Kostprobe bewies, dass der Sternekoch auch singen kann. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wassenberg. Beim Schlemmermarkt 2010 hat er hinter dem Roßtor mit "Spitzenköchen für Afrika" gekocht, jetzt stand der Träger eines Michelin-Sterns vorn auf der Bühne. Die 20. Schlemmer-Ente galt dem beliebten TV-Koch und Musiker. Von Gabi Laue

Dass er trotz beachtlichen Erfolgs bescheiden geblieben ist und so locker rüberkommt, das mögen Gründe für die Beliebtheit des Sternekochs sein, der sich am Donnerstagabend beim 24. Wassenberger Schlemmermarkt in die Riege der Starköche einreihte, die mit der Goldenen Schlemmer-Ente geehrt wurden. Nelson Müller hatte die Kulinarische Gemeinschaft am Roßtor für die 20. Auszeichnung auserkoren. Und er dankte mit Demut: "Ich nehme die Auszeichnung an stellvertretend für die vielen Gastronomen, die alle so hart arbeiten."

Unter den vertrauten Klängen der Oakcity Jazzband zog der 37-jährige TV-Koch, Buchautor ("Öfter vegetarisch") und Musiker vom Landhaus Brender vor den "Alten Braukeller", bejubelt von der Menge unter einem Meer von Schirmen. Nelson Müller sei "ein herausragender Sympathieträger für das Thema Genuss, ein oft strahlendes Gesicht unter all den prominenten Köpfen, deren Anliegen es ist, kulinarisches Bewusstsein in die Bevölkerung zu tragen", sagte Landrat Stephan Pusch. "Mit Ihren beiden Restaurants in Essen stehen Sie für das kulinarische Spektrum, das auch der Wassenberger Schlemmermarkt präsentieren will", fuhr er in seiner Laudatio fort. "Einerseits geschmackliche Entdeckerreisen auf Sterneniveau, andererseits bodenständige Hausmannskost."

Pusch würdigte den "Stuttgarter Jungen mit ghanaischen Wurzeln" - mit 33 wurde er von seinen Pflegeeltern adoptiert und nahm offiziell den Namen Müller an - als "Musiker unter den Sterneköchen, Starkoch mit Soul". Seine "Schote" in Essen hält seit 2011 einen Stern im Guide Michelin, in seiner Brasserie "Müllers auf der Rü" singt er mit Freunden zuweilen am "Soul Sunday". Seine Philosophie: "Essen sollte vor allem eines: Dich glücklich machen". Und sein Kochbuch sollte "einfach eine Liebeserklärung an Lebensmittel" sein. Pusch erwähnte auch Müllers soziales Engagement als Schirmherr der Ehrenamt Agentur Essen und sein couragiertes Auftreten gegen Rechts: "Ihre Aussage mit Blick auf die Situation der Flüchtlinge in diesem Land, dass ein aufeinander Zugehen nötig sei, um die Angst vor dem Fremden zu überwinden, ist nur zu unterstreichen."

Die Goldene Schlemmer-Ente, zum zehnten Mal geschaffen von dem Wegberger Goldschmied Roland Simons, zierten diesmal als Symbole für Nelson Müllers Leidenschaften ein Kochlöffel, das Soul-Zeichen und eine Gitarre.

Viel Sympathie schlug dem Ausgezeichneten entgegen, und er gab Herzliches zurück: "Beim Gang über den Platz bekam ich eine Gänsehaut, als ich gesehen habe, wie viele freundliche Gesichter mich anschauen." Die Ente sei sehr kunstvoll gestaltet. "Man merkt, mit wie viel Herz und Leidenschaft das alles hier betrieben wird." Die Ehrung tue gut, aber, so scherzte er: "Ich bin ein paarmal rot geworden bei der Laudatio, Sie haben's nicht gesehen." Bevor er sich lächelnd von Fans fotografieren ließ und Autogramme gab, trug sich Nelson Müller ins Goldene Buch der Stadt ein - mit einem Dank für das hier gespürte Heimatgefühl.

Quelle: RP
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