| 00.00 Uhr

Wassenberg
Erfahrung der Passion spürbar gemacht

Wassenberg: Erfahrung der Passion spürbar gemacht
Der gebürtige Wassenberger Klaus Paulsen, Münsterkantor in Mönchengladbach, leitete das Passionskonzert in St. Georg. Der Chor bestand ausschließlich aus sehr jungen Sängern. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Beeindruckende Aufführung von Bachs Johannespassion mit vielen jungen Akteuren in der Propsteikirche St. Georg. Von Stefanie Mosburger-Dalz

Cecilia, Monique, Adam, Lina und Lina stehen noch auf der Altarempore der Propsteikirche St. Georg in Wassenberg zusammen. Mit stehenden Ovationen hat das begeisterte Publikum sich bei den Sängern und Sängerinnen des Projektchores, den Musikern des Münsterorchesters aus Mönchengladbach und den Solisten bedankt, die unter der Leitung von Klaus Paulsen die Johannespassion aufgeführt haben.

Die jungen Sänger haben seit Januar mit Paulsen geprobt. Alle waren sie Schüler der Musikschule Mönchengladbach und Teil des dortigen Vokalensembles. Dass Paulsen es schafft, mit so jungen Menschen ein solches Werk aufzuführen ist seinem besonderen Engagement geschuldet. In den Semesterferien finden die Projekte statt, so dass die Sänger, die nun woanders studieren, die Möglichkeit haben, mitzusingen. Stolz sind sie darauf, dass auch ganz junge Sänger dabei sind, - etwa Lucia, die erst 12 ist - und darauf, dass ein Teil der Solisten aus ihren Reihen im Kammerchor der Musikschule Mönchengladbach hervorgegangen ist.

Durch die Verbindung von Erfahrung, Freundschaft und Engagement ist eine wunderbare Aufführung zustande gekommen. Die sehr jungen Solisten Katharina Dohmen (Sopran), Ceren Gülcelik (Alt), Irfan Berilo (Bariton) und Thomas Beimel (Bass) werden flankiert von den erfahrenen Sängern Johannes Klüser mit seinem sensiblen und farbenreichen Gesang und Manfred Bühl mit seiner ungeheuren Wärme und Tiefe. Der Kantor der Propsteikirche Wassenberg, Hans-Peter Küppers, spielte das Cembalo, die Orgel Udo Witt. Den Gambenpart übernahm Sabine Heiwolt mit ihrem wunderschönen historischen Instrument. Der Part des Continuo-Cellos oblag Anke Müller.

Wie ein Flechtwerk verzahnt Bach in der Johannespassion die Instrumentengruppen mit dem Sologesang und dem Chor, und die beteiligten Musiker und Sänger schaffen es, diese Verflechtung spürbar werden zu lassen. Die Sopranistin Katharina Maria Dohmen etwa verbindet sich sensibel mit dem Englischhorn, dem Fagott und dem Cembalo in der letzten Arie, die Jesus' Tod verkündet. Der Tenor Johannes Klüser als Evangelist macht das Rezitativ zur fühlbaren Erfahrung der Passion, die textlich dem Johannesevangelium nah ist. Völlig rund schließt die Vertonung mit dem Abschlusschoral und dem gesamten Orchester, so dass alle Stränge wieder ineinandergreifen.

Klaus Paulsen ist hier kein Unbekannter. Der gebürtige Wassenberger war Kantor an der Pfarrkirche St. Lambertus in Erkelenz bevor er 2002 nach Mönchengladbach berufen wurde.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wassenberg: Erfahrung der Passion spürbar gemacht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.