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Wassenberg
Erste Grundschule mit Forscher-Urkunde

Wassenberg: Erste Grundschule mit Forscher-Urkunde
Es sprudelt unheimlich aus der Flasche. Das Experiment "Vulkan" führen Kinder der Forscher AG der Myhler Grundschule vor. Interessiert schauen Annette Sielschott (hinten r.) und Richard Jochims (hinten Mitte) zu, bevor sie Schulleiterin Katrin Meyersieck (2.v.l.) die Urkunde übergeben. FOTO: Laaser
Wassenberg. Die Katholische Grundschule Myhl bekam gestern als erste Grundschule im Kreis Heinsberg das Zertifikat "Haus der kleinen Forscher". Von Angelika Hahn

"Manchmal haben wir ganz schön gestaunt, was bei den Experimenten für Lösungen herauskamen", sagte Moritz von der Forscher AG der Katholischen Grundschule Myhl. Er begrüßte nach Schulleiterin Katrin Meyersieck gestern die Mitschüler zur Experimentiervorführung. Bei der nach einer erstaunlichen Mixtur von Wasser, Backpulver, Spülmittel und Essig aus dem Hals einer Flasche ein kleiner Vulkan sprudelte oder Rotkohlsaft unter Zusatz von Waschpulver, Spüli, Essig und Cola verschiedene Farben annahm - Säuren und Laugen anzeigend. Und die zehn jungen Forscher der AG können genau erläutern, was sich chemisch dabei abspielt.

Die Experimentiervorführung hatte einen besonderen Grund: Annette Sielschott vom Regionalen Bildungsnetzwerk beim Kreis Heinsberg und Richard Jochims, Fachbereichsleiter bei der Volkshochschule, hatten eine Auszeichnung für die Schule im Gepäck, die nun feierlich überreicht wurde - das Zertifikat als "Haus der kleinen Forscher", ausgestellt von der Zentrale des bundesweiten Projektes in Berlin.

Die Katholische Grundschule Myhl ist die erste Grundschule im Kreis Heinsberg, die dieses Zertifikat bekommen hat, bislang sind im Netzwerk "Haus der kleinen Forscher" kreisweit in erster Linie Kindergärten und Gruppen im Offenen Ganztag aktiv. In Myhl ist das Experimentieren aber ein Teil des Unterrichts. Seit anderthalb Jahren, so erläutert AG-Leiterin Katrin Jütten, macht die Schule ihren Dritt- und Viertklässlern dieses Angebot, bislang haben 40 Kinder die AG durchlaufen.

Die Teilnahme ist freiwillig und Marie (8), die jetzt ins vierte Schuljahr kommt, findet, "dass das ein sehr spannendes Angebot ist" und man viel Neues erfährt. Angesichts der verblüfften Mitschüler(innen) in der Zuschauerschaft ist nicht zu befürchten, dass der AG, die natürlich weiter angeboten wird, der Nachwuchs ausgeht. Annette Sielschott warb bei den Kindern schon mal dafür, "dass sich ganz viele an der AG beteiligen". Denn in zwei Jahren muss das Zertifikat durch eine neue Prüfung bestätigt werden. Die Schule muss detailliert ihre Forscherarbeit dokumentieren und für das Zertifikat eine Reihe pädagogischer Kriterien erfüllen. Auch der Rahmen muss stimmen, ein passender Raum etwa und eine naturwissenschaftliche Bibliothek sollen vorhanden sein.

Zu den Voraussetzungen fürs Zertifikat zählen neben der Kontinuität des Angebots auch Workshops, die die beteiligten Lehrkräfte durchlaufen müssen. Im Kreisgebiet koordiniert dieses Angebot das Regionale Bildungsnetzwerk in Zusammenarbeit mit der VHS. Seit fünf Jahren besteht im Kreis Heinsberg das Netzwerk "Haus der kleinen Forscher", die Bundesinitiative sei etwa zehn Jahre alt, erläutern Sielschott und Jochims. 623 pädagogische Kräfte haben sich dafür im Kreis Heinsberg schon fortbilden lassen. Obligatorisch sind dabei, so Sielschott, Experimentierthemen rund um Wasser und Luft.

Quelle: RP
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