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Wassenberg
Geführte Streifzüge durch Grün und Zeit

Wassenberg: Geführte Streifzüge durch Grün und Zeit
Gästeführerin Therese Wasch (vorn) wird Besuchern die grüne Seite Wassenbergs zeigen, am Burgberg übernimmt dann Sepp Becker, der im Bergfried auch die Ausstellung zur Industriegeschichte erläutert. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wassenberg. Ein Wortspiel - "GRÜNderzeit" - bildet bundesweit das Motto des Weltgästeführertages am 21. Februar. Wassenberg macht daraus ein Heimspiel: Therese Wasch und Sepp Becker wollen Besuchern Grün und alte Zeiten präsentieren. Von Gabi Laue

Viele Einwohner wissen gar nicht, wie spannend und unterhaltsam ein Gang durch ihre Stadt sein kann. Eine Gelegenheit, das herauszufinden, bietet der Weltgästeführertag am 21. Februar in Wassenberg. Dort ist der Bundesverband der Gästeführer mit Therese Wasch vom Verein Westblicke zum dritten Mal präsent. Das Motto "GRÜNderzeit" hat hier das Unterthema "Vom Urwald zum Landschaftspark und vom Webstuhl zur Fabrik". Durch Grün und Zeit führen kostenlos die zertifizierte Gästeführerin Wasch und Sepp Becker.

Da die aktuelle Ausstellung über die Wassenberger Seidenweberei Krahnen & Gobbers im Bergfried gut zum Thema passt, wird sie in den Tag integriert, und so wird sich die Führung in zwei Teile gliedern. "Aus diesem Wortspiel präsentiere ich das Grün", erklärte Gästeführerin Therese Wasch bei der Vorstellung der Tour im Rathaus. Dabei wird sie mit Besuchern vom Pontorsonplatz in den Wassenberger Wald wandern, ins Judenbruch gehen und die Besonderheiten der Gestaltung durch den Landschaftsplaner Forckenbeck erläutern. "Einen Landschaftspark kannte man bis zu seiner Zeit nur an den Schlössern der Fürsten, immer nach französischem Vorbild", erklärte Therese Wasch. Hier sei aber nicht das Geometrische prägend, Forckenbeck habe angefangen, die Gärten der Landschaft anzupassen. "Ich möchte den Menschen von Forckenbeck erzählen und etwas von dem zeigen, was früher war", erklärte die Gästeführerin, die nach 1200 Stunden Fortbildung mit drei Sternen zertifiziert ist. "Ach, das haben wir ja gar nicht gewusst" - diesen Satz hat Wasch schon von vielen Wassenbergern gehört. Deshalb geht es ihr nicht in erster Line um Touristen, "sondern ich möchte besonders die Einheimischen einladen, sich einmal kostenlos führen zu lassen".

Am Fuß des Bergfrieds wird Heimatvereins-Vorsitzender Sepp Becker die Gruppe übernehmen und zwei Aspekte der Historie beleuchten: die Industriegeschichte und die von ihr beeinflusste Architektur. "Der Heimatverein ist froh und glücklich, dass Therese Wasch diese Arbeit leistet", betonte Becker. "Die Nachfrage, sich die Stadt anzuschauen, hat enorm zugenommen, auch der umgebaute Bergfried ist toll eingeschlagen." Bei Führungen habe sich Walter Bienen vom Beirat des Heimatvereins aktiv eingebracht. Nach Wassenberg kommen Besucher vom Kindergarten bis zur Seniorengruppe, aus dem Ruhrgebiet, Brühl oder den Niederlanden.

Die aktuelle Ausstellung im Bergfried dokumentiert das Aufblühen der Wirtschaft von 1850 bis 1870, da mals entstanden eine Reihe Häuser mit Jugendstil- und klassizistischen Elementen. Die Gründerzeitfassaden wie die von Krahnen & Gobbers, vom Handwerksbetrieb zum großen Unternehmen gewachsen, mit ihren Zinnen sind in der Ausstellung bildlich gut dargestellt. Von Sepp Becker hat Therese Wasch, so sagt sie, viel gelernt. Nach zehn Jahren fühlt sie sich auch akzeptiert, nachdem es am Anfang hieß "Die wohnt noch nicht mal in Wasssenberg" (sondern in Dremmen). Heute läuft's. Von 15 Gästeführungen macht sie zwölf in Wassenberg, und ihre Mittelalter-Führung in Gewandung hat schon Stammgäste.

Quelle: RP
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