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Wassenberg
Heilige Pforte wird in Ophoven geöffnet

Wassenberg: Heilige Pforte wird in Ophoven geöffnet
Wassenberg. Der Glanz des vom Papst ausgerufenen Heiligen Jahres strahlt in die Region. Am 17. Januar öffnet der Vertreter des Aachener Bischofs in der Wallfahrtskirche Ophoven eine Heilige Pforte. Von Angelika Hahn

Das von Papst Franziskus vor Kurzem eröffnete Heilige Jahr der Barmherzigkeit strahlt aus auf die Region. So brauchen Katholiken nicht nach Rom zu pilgern, um durch die Heilige Pforte des Petersdoms zu gehen und dabei um Gottes Schutz und Vergebung der Sünden zu bitten. Sie können dies ab 17. Januar ganz in der Nähe ebenso: und zwar in der kleinen Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Ophoven. Dort wird dann die bislang verschlossene Seitentür feierliche geöffnet und zur Heiligen Pforte erklärt.

Dazu kommt als Vertreter des mittlerweile emeritierten Aachener Bischofs Heinrich Mussinghoff, Domkapitular Dr. Andreas Frick nach Ophoven. Die Gemeinde wird vom Bildstock an der Marienstraße/Einmündung Klein-Au-Straße in festlicher Prozession zur Kirche ziehen und erstmals symbolisch "durch die Heilige Pforte in die Barmherzigkeit Gottes eintreten", wie Propst Thomas Wieners den Sinn dieses Angebotes erläutert.

Bekanntlich hat Papst Franziskus in Rom bereits am 8. Dezember das außerhalb Heiliger Jahre einseitig zugemauerte Nordportal am Petersdom, die Heilige Pforte, geöffnet. Auch an den weiteren päpstlichen Kirchen Roms und in vielen Bischofskirchen der Welt, so auch in Aachen, können Menschen bereits Pforten der Barmherzigkeit durchschreiten. Der Gedanke dieser "Dezentralisierung" vom Papst ist neu. "Überall, wo Christen sind, muss ein jeder Oasen der Barmherzigkeit vorfinden können", hatte Franziskus bei der Ankündigung des außerhalb des traditionellen 25-Jahre-Turnus ausgerufenen Heiligen Jahres angekündigt.

Die Pfarrei St. Marien Wassenberg nahm die Einladung des Papstes beim Wort und folgte mit ihrer Anfrage ans Bistums dem Vorbild des Schönstattzentrums in Baesweiler, sagt Pfarrer Wieners. Am 5. November antwortete der inzwischen emeritierte Aachener Bischof: "Ihrer Bitte vom 30. Oktober entsprechend bin ich damit einverstanden, dass die Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Ophoven im kommenden Heiligen Jahr als Kirche im Bistum Aachen anerkannt wird, in der - verbunden mit der Heiligen Pforte - die Ablass-Gewinnung nach den Bestimmungen der Kirche und auf der Grundlage der Entscheidung von Papst Franziskus zum außerordentlichen Heiligen Jahr ermöglicht wird." In der Pfarrei wird überlegt, in welcher Form in Ophoven in den nächsten Monaten interessierten Gläubigen der Durchgang durch die Heilige Pforte ermöglicht werden soll. Eventuell werde es besondere Öffnungszeiten geben oder das Portal Stunden vor den Gottesdiensten bereits offen stehen. Auch über einen kleinen Pilgerweg zur Kirche werde nachgedacht, sagt Wieners.

Die Pfarrei hat ein Begleitheft herausgegeben, in dem Gläubige alles Wichtige rund ums Heilige Jahr und dessen Feier in Wassenberg erfahren. Es enthält auch eine Übersicht über vielfältige Veranstaltungen - Gottesdienste, Informations-, Bibel- und Rosenkranzandachten, Meditationangebote und Vorträge - die aufs Heilige Jahr eingehen. Natürlich werden auch die sommerlichen Ophovener Wallfahrtswochen 2016 das Heilige Jahr der Barmherzigkeit besonders thematisieren.

Nicht unumstritten ist der Begriff des Ablasses (Vergebung der Sünden nach Gebeten, Pilgerfahrten und frommen Werken), der im Zusammenhang mit dem Durchschreiten der Heiligen Pforten erworben werden kann. Der (längst verbotene) berüchtigte Ablasshandel über Geldzahlungen wurde von Luther gegeißelt und gilt als Auslöser der Reformation. Für Papst Franziskus setzen als Voraussetzung für die Vergebung der Sünden - keineswegs antiquiert - neben Gebet, Messfeier und Glaubensbekenntnis vor allem barmherzige, also soziale Taten einen Akzent. Die Heiligen Pforten aufzustoßen, bedeutet für den Papst auch, anzuknüpfen an die Gedanken der Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Kirche dazu angespornt hat, sich zu öffnen und auf die Menschen mit ihren Alltagssorgen zuzugehen.

Quelle: RP
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