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Wassenberg
Hückelhoven wärmt Wassenberg

Wassenberg: Hückelhoven wärmt Wassenberg
Kämmerer Willibert Darius und Bürgermeister Manfred Winkens unterzeichneten den Vertrag zum Ausbau des Fernwärmenetzes nach Wassenberg hinein mit den WEP-Geschäftsführern Christoph Langel und Josef Kremer (v. li.). FOTO: LAASER
Wassenberg. Ab Anfang 2016 sollen auch Wassenberger Ortschaften ans Fernwärmenetz aus Hückelhoven angeschlossen werden. Den dazu nötigen Gestattungsvertrag unterzeichneten Bürgermeister Winkens und WEP-Geschäftsführer Langel. Von Gabi Laue

Vom Heizkraftwerk an Schacht 3 in Hückelhoven wird künftig Fernwärme über die Stadtgrenze von Wassenberg hinaus geleitet. Die Wärme-, Energie- und Prozesstechnik (WEP) will ihr Fernwärmenetz schrittweise ausbauen. Das gestattet die Stadt Wassenberg gern, betonte Bürgermeister Manfred Winkens gestern im Rathaus bei der Unterzeichnung des Gestattungsvertrages mit Christoph Langel, dem technischen Geschäftsführer der WEP. "Damit haben wir einen wichtigen Grundstein für die Erschließung unseres Stadtgebiets mit umweltfreundlicher Fernwärme gelegt und ein zusätzliches Angebot, das wir für unsere Bürger vorhalten", unterstrich Winkens.

Christoph Langel erklärte, wie die Wärme vom Schacht, wo seit zehn Jahren Biomasse, genauer: Holz, in Wärmeenergie umgewandelt wird, ins Haus fließt: "Kommend vom Gewerbegebiet Rurtal wollen wir die Leitung stückweise weiter bauen in die Ortsteile, die von dort erreicht werden können. Das heißt, dass die Rohre warmes Wasser zu den Haushalten bringen und weniger warmes zurückgeht." Ohne direkten Kontakt mit dem Wasser im Haus werde in einer Fernwärme-Übergabestation das warme Wasser durch eine Trennschicht das Wasser in den Leitungen des Hauses erwärmen. Die Rohrleitungen werden unterirdisch in einer Tiefe von etwa einem Meter verlegt und auch unter Straßen wie der L 117 hindurchgepresst. In den Ortschaften - die ersten nach Ratheim wären Orsbeck und Luchtenberg - werden Gehwege geöffnet, um die Fernwärmeleitung zu verlegen. Die WEP will in einer Anwohnerbefragung das Interesse an Hausanschlüssen erfragen und auch Informationsveranstaltungen anbieten.

Langel hob die Vorteile einer solchen Wärmeversorgung hervor: "Die Leute brauchen weder Öltank noch Heizung oder Schornstein. Und in Bezug auf den Primärenergiefaktor kann man auch sparen." Geschäftsführer Josef Kremer ergänzte, bei Temperaturen um minus 20 Grad, wenn alle Fernwärmenutzer die Heizung hochdrehen, werde im Kraftwerk "beigefeuert", doch "der bisherige Öleinsatz liegt bei unter sieben Prozent". Kremer erinnerte daran, dass auch Betriebe in Gewerbegebieten die Energiesparverordnung erfüllen müssten. Interessant sei diese Art der Wärmeversorgung bei Häusern der 70er Jahre oder älteren Bauten. Nach WEP-Angaben kostet ein Fernwärmeanschluss zwischen 2000 und 4000 Euro, wobei der Kunde über das NRW-Progress-Programm Zuschüsse bis zu 1500 Euro erhalten könne. Christoph Langel kündigte an, dass in der zweiten Jahreshälfte die Anbindeleitung bis an die Stadtgrenze vorbereitet wird.

Quelle: RP
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