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Wassenberg
Hundesteuer in Wassenberg steigt - nach 28 Jahren

Wassenberg: Hundesteuer in Wassenberg steigt - nach 28 Jahren
Die Steuermarke für einen treuen Familienfreund soll statt 30,70 bald 54 Euro kosten. FOTO: LOTHAR BERNS (ARCHIV)
Wassenberg. Hauptausschuss für 54 statt bislang 30,70 Euro bei einem Hund. Erstmals Steuern für gefährliche Rassen. Von Angelika Hahn

Das Thema Hundesteuer ist immer gut für eine kontroverse Diskussion - so auch im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss. Die Verwaltung hatte eine auf den ersten Blick drastische Erhöhung vorgeschlagen. Wie Kämmerer Willibert Darius erläuterte, zu verstehen vor dem Hintergrund, dass in Wassenberg die Hundesteuersätze seit 28 Jahren unverändert sind - mit derzeit 30,70 Euro (bei einem Hund), 39,90 Euro (pro Tier bei zwei Hunden) und 49,10 Euro (je Hund bei drei und mehr Tieren), für so genannte "Listenhunde" (als gefährlich eingestufte Rassen) wurden überhaupt keine besonderen Sätze veranschlagt. Die Steuerdurchschnittwerte im Kreisgebiet für die beschriebenen Rubriken betragen teils mehr als das Doppelte. Die Verwaltung schlug nun eine Anhebung der Steuersätze bei einem Hund auf 66 Euro pro Jahr, bei zwei Hunden auf 90 Euro, bei drei und mehr Hunden auf 120 Euro vor. Listenhunde wurden erstmals gesondert aufgeführt: 400 Euro bei einem Hund, 600 Euro pro Tier bei einem oder mehreren dieser Hunde.

Gegen eine Anhebung - wie noch vor zwei Jahren - war diesmal keine Fraktion mehr. Damals hatte man beschlossen, erst eine Hundezählung durchführen zu lassen, bevor man wieder über die Steuersätze redet. Das ist inzwischen erfolgt.

Allerdings ging allen Fraktionen die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung bei einem Hund zu weit. Über 100 Prozent solle man nicht gehen, meinte Dr. Susanne Beckers (FDP), Wolfgang Feix (Linke) sagte: "nicht über dem Kreisdurchschnitt". Für die Grünen schlug Robert Seidl eine schrittweise Anhebung der Steuer um je zehn Euro in den nächsten drei Jahren vor. Karl-Heinz Dohmen (CDU) plädierte für den Kompromiss 54 statt 66 Euro bei einen Hund, womit sich die FDP "anfreunden" kann. Für die SPD war das immer noch zu hoch. Hermann Thissen wollte die Hundehalter nicht für 28 Jahre fehlender Steueranpassung zur Kasse bitten: 45 Euro pro Hund seien genug. Bei der Abstimmung fand letztlich der CDU-Antrag für eine Anhebung auf 54 Euro bei einem Hund eine Mehrheit (drei Nein). Einem FDP-Vorschlag für die Sätze bei Listenhunden schloss sich ebenfall eine Mehrheit an: 250 statt 400 Euro (Verwaltungsvorschlag), wenn ein gefährlicher Hund gehalten wird, 400 statt 600 Euro pro Hund bei zwei und mehreren dieser Hunde. Bärbel Stangier (SPD) machte auf die Möglichkeit aufmerksam, dass Listenhunde nach Verhaltungsprüfung beim Amtstierarzt von der Maulkorb- und Anleinpflicht befreit werden können. Für solche Tiere kann nach Vorlage der Bescheinigung die "normale" Hundesteuer beantragt und genehmigt werden. Einstimmig wurde ein entsprechender Passus in die Satzung aufgenommen.

Der sozial motivierte SPD-Antrag, neben Menschen mit Behinderung auch Alleinstehenden Befreiung von der Hundesteuer zu ermöglichen, wurde hingegen - auch wegen des von Kämmerer Willibert Darius geschilderten Verwaltungsaufwandes - mehrheitlich abgelehnt.

Quelle: RP
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