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Wassenberg
Im Gasthof Zur Linde ist der Teufel los

Wassenberg: Im Gasthof Zur Linde ist der Teufel los
Auf irrwitzige Weise gestört wird die spiritistische Sitzung, zu der sich Lena (Gaby Forger-Pommerening), Lisa (Brigitte Nußbaum) und Johanna (Verena Schröders) als Esoterik-Trio zusammengefunden haben. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Einen turbulenten Schwank, bei dem Brathähnchen und Esoterikwahnsinn eine Rolle spielen, bot der Effelder Theaterverein Almenrausch am Wochenende dem amüsierten Publikum im Bürgersaal. Von Daniela Giess

Sie hatten unermüdlich geprobt, Kulissen gebaut, Requisiten besorgt. Anhaltender Applaus belohnte die Darsteller des Effelder Laientheaters Almenrausch für drei vergnügliche Aufführungsabende im voll besetzten Bürgerhaus.

Und diesmal ging die quirlige Truppe um Vorsitzende Gaby Forger-Pommerening sogar noch einen Schritt weiter - gemeinsam ließen sie die seit Jahrzehnten geschlossene Dorfkneipe Zur Linde wieder auferstehen, an die sich heute nur noch die älteren Effelder erinnern.

"'So domm' und Gomorrha im Gasthof Zur Linde" - so heißt die aktuelle Inszenierung, eine Komödie in drei Akten von Martina Worms und Karin Münnich. Besitzer der Gaststätte ist Bernhard Overberg (gespielt von Toni Eyßen), dessen Schwiegersohn Gilberd Bocouse (Heiko Holland-Moritz) ihn als gelernter Koch unterstützt. Bocouse, mit Overbergs Tochter Lisa (Brigitte Nußbaum) verheiratet, träumt zwar von einer Karriere in der Küche des Ritz, serviert aber bereitwillig seine "Ühnchen" mit französischem Akzent und folglich stummem H. Seine andere Tochter Lena (Gaby Forger-Pommerening) ist so etwas wie das schwarze Schaf der Familie. Einen Mann hat sie nicht. Das soll sich nun ändern, und so gibt der Gastwirt zusammen mit seinem Enkel Philipp (Stefan Laprell) eine Heiratsanzeige auf.

Lena selbst setzt lieber auf ihre esoterischen Fähigkeiten, um den Mann fürs Leben zu finden. Mit Schwester Lisa und deren Freundin Johanna Schumann (Verena Schröders) trifft sie sich zu einer Séance in der Dorf-Wirtschaft. Doch bei der spiritistischen Sitzung haben Opa Bernhard, seine Enkel Philipp und Sina (Paula Schröders) sowie Johannas Tochter Carina (Katja Schöler) ihre Hände im Spiel, erschrecken das Esoterik-Trio sogar mit einem Brathähnchen, das plötzlich von der Decke purzelt. Auch der windige Theodor von Waldhausen (André Krause) meldet sich auf die Heiratsannonce. So richtig kompliziert wird es, als Opa Bernhards Schwester Brunhilde Stemmer (Berti Hohnen) auftaucht und einiges in den falschen Hals bekommt, was von Klatschreporterin Theresa Kamp (Ute Staas) eifrig notiert wird. Die Journalistin hat sich - immer auf der Suche nach einer Sensation - sogar in der Linde einquartiert. So denkt die resolute Brunhilde, dass ihr Bruder Bernhard plötzlich homosexuell geworden sei, als er die Antworten der Bewerber auf die Kontaktanzeige durchgeht. Lena entdeckt ihre Leidenschaft für Kriminalkommissar Werner Stein (Frank Virnich).

Für Heiko Holland-Moritz, den neuen Regisseur des Laientheaters Almenrausch, geriet die gelungene Aufführung zum Doppel-Erfolg. Er hat Willy Ritterbecks "beerbt", der auf eigenen Wunsch in die Bühnenbau-Abteilung wechselte und seinen Regiestuhl geräumt hat. Zusätzlich hatte Holland-Moritz eine der Hauptrollen übernommen, mimte den Koch Gilberd Bocouse.

Wie schon in den vergangenen Jahren spenden die Akteure einen Großteil ihrer Einnahmen für das Kinderhospiz Balthasar in Olpe.

Quelle: RP
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