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Besuch vor Ort
Im Naturparktor schon über 500 Besucher

Besuch vor Ort: Im Naturparktor schon über 500 Besucher
Sabrina Martin (rechts) und Barbara Grodde beraten interessierte Besucher im Naturpark-Tor. Hier finden Ausflügler Informationen zu Wanderungen und Radtouren, erleben erste Eindrücke an der Multimedia-Wand und können Wassenberg Souvenirs bis hin zum Babylätzchen mitnehmen. FOTO: Laaser, Jürgen
Wassenberg. Noch hat die Ausflugssaison nicht begonnen, doch nutzen schon recht viele Menschen das kürzlich eröffnete Informationszentrum des Naturparks Schwalm-Nette am Wassenberger Pontorsonplatz. Wir haben uns umgeschaut. Von Angelika Hahn

Seit Ende November hat in dem bislang als Begegnungsstätte bekannten Gebäude am Wassenberger Pontorsonplatz das neue Informationszentrum des Naturparks Schwalm-Nette in Kombination mit der Touristinformation der Stadt Wassenberg seine Pforten geöffnet. "Naturpark-Tor" – der werbewirksame Titel soll Besuchern, aber auch Einheimischen interessante (neue) Angebote über die Region vermitteln und sie natürlich damit auch ins Freie locken.

Wer glaubt, in diesen tristen Wintertagen vor Start der Ausflugssaison wäre in der neuen Einrichtung nichts los, sieht sich getäuscht. Am Mittwochvormittag geben sich zwischen 10 und 11 Uhr Besucher die Klinke in die Hand. Mitverantwortlich dafür ist das vom deutsch-niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette in Roermond grenzübergreifend konzipierte Naturparkbuch "Natur füreinander", das Barbara Grodde und Sabrina Martin an der großzügig gestalteten Service-Theke Kunden gern aushändigen. 15 Euro für den dicken, reich bebilderten Band – ein wahres Schnäppchen, findet Manfred Kruse, der dafür aus Wegberg gekommen ist. Aber auch, um sich im neuen Infozentrum mal umzuschauen. Er ist mit Freunden und früheren Arbeitskollegen viel unterwegs in der Region, ein (Rad-)Wanderfreund. "Das ist hier sehr schön gelegen", findet er, "nicht so abseits wie der Vorgänger, das Naturparkzentrum in Wildenrath. Da war ich manchmal und habe dort nie Besucher gesehen", erinnert er sich. Wenig später kommt Beate Franken vom Roßtorplatz herein, die gleich ihre Nachbarin Berisha Shqipdona mit Söhnchen Noar (3) mitgebracht hat. Franken lässt sich den neuen Veranstaltungskalender und Flyer der Westblicke-Führungen aushändigen. Noar testet gemeinsam mit seiner Mutter derweil die Riechstation an der Multimediawand, wo man etwa den Geruch des Gagelstrauchs wahrnehmen kann, aber auch Kopfhörer gibt es dort, um das Grunzen eines Wildschweins und andere Vertreter der Naturpark-Tierwelt anzuhören. Aber auch die Kinderecke mit Ausmalbögen von Wassenbergs Stadtsilhouette und Maskottchen Samy hat Noar gleich entdeckt und auch einen Sammy-Luftballon geschenkt bekommen.

Sabrina Martin, Tourismusfachkraft der Stadtverwaltung, hat seit Dezember ihren Arbeitsplatz quasi ins Naturparktor verlegt. "Nur montags, wenn das Haus geschlossen ist, sitze ich noch an meinen Schreibtisch im Rathaus", erzählt sie. Sie teilt sich den Dienst an der Servicetheke mit Biologin Barbara Grodde, Mitarbeiterin des Naturparks. Zusätzlich werden drei Ergänzungskräfte geschult, damit das Infozentrum regelmäßig von dienstags bis sonntags, 11 bis 16 Uhr, als Anlaufstelle zur Verfügung stehen kann.

"50 Menschen kamen gleich am Sonntag nach dem Tag der offenen Tür", sagt Martin nicht ohne Stolz. "500 waren es allein im Dezember." Auch Norbert Schiefke vom Stadtmarketing kommt vorbei, um neues Prospektmaterial zu bringen. Er kündigt an, dass das Naturpark-Tor, in dem bald auch öffentliche (Vortrags-)Veranstaltungen stattfinden sollen, in diesem Jahr der Wassenberger Dreh- und Angelpunkt beim Niederrheinischen Radwandertag werden wird. Zu erfahren ist von ihm auch Neues über ein vom Land gefördertes grenzüberschreitendes Wandernetz, das nach dem Vorbild des in der niederländischen Nachbargemeinde Roerdalen bestens angenommenen Wanderknotenpunktsystems konzipiert wird. Die Premiumwege werden natürlich mit einbezogen.

Sabrina Martin erhofft sich einen weiteren Besuchermagneten von den zehn Wassenberger Glücksorten, die im März offiziell vorgestellt werden sollen. Bekanntlich durften Einwohner Vorschläge machen, wo sich Natur- und Geschichte in Wassenberg besonders stimmungsvoll erleben lassen. 100 Vorschläge gingen ein, berichtet Martin. Auch hierzu wird eine Route konzipiert. Pate des Projekts – und Referent bei einem Informationsabend im Februar – ist der Niederländer Leo Bormans. Sein "Book of Happiness" verkaufte sich international. Von ihm stammt die Idee der Glücksorte, die Roerdalen schon vor drei Jahren aufgegriffen hat.

Im neuen Naturparktor bekommen Interessierte nun auch den Schlüssel zum Bergfried außerhalb von dessen Sonntagsöffnungszeiten. Und auch die früher im "Lädchen am Roßtor" verkauften Wassenberg-Souveniers – Tasse, Taschen oder Sammy-Babylätzchen – gibt es nun im Naturparktor. Das übrigens weiterhin wie bislang als Begegnungsstätte nachmittäglicher Treffpunkt der Senioren bleibt, die sich zu Kaffee und Kuchen auf dem mit Bänken, Tischen und Stühlen kreisförmig angelegten "Marktplatz" niederlassen, wo natürlich auch Besucher rasten können. "Der Seniorentreff passt durchaus hierher", betont Norbert Schiefke, "denn auch der bringt wieder Leute ins Haus und damit gute Multiplikatoren für die neuen Einrichtung."

 
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