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Wassenberg
Innenstadt - neues Leben durch Kunst

Wassenberg: Innenstadt - neues Leben durch Kunst
Leerstehende Ladenlokale sorgen für Tristesse im Wassenberger Stadtkern. Ideen zur Belebung werden derzeit gesammelt. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Wassenberg macht sich Gedanken über die Zukunft der Innenstadt nach Fertigstellung der Umgehung B 221n. Schon vorher soll die Graf-Gerhard-Straße umgebaut werden. Ideen zum Umgang mit aktuellen Leerständen liegen vor. Von Angelika Hahn

Die für Besucher und Einkäufer wenig attraktive Graf-Gerhard-Straße mit vielen leerstehenden Ladenlokalen treibt Stadtverwaltung, Politiker und auch so manchen Einwohner seit vielen Monaten um. Die Gründe glaubt man zu erkennen im aktuell noch starken Durchgangsverkehr auf der Ortsdurchfahrt, die zugleich Bundesstraße 221 ist, sowie in der zunehmenden Konkurrenz durch Internethandel und Supermärkte. Doch die Fertigstellung der Umgehungsstraße B 221n ist nun für 2018 absehbar. Da gilt es, kreative Lösungen und neue Ideen für den Ortskern zu entwickeln - die vor der Rückstufung der Graf-Gerhard-Straße bereits umgesetzt werden können.

Ganz vorn steht für Bürgermeister Manfred Winkens, dass die Straße nach dem überarbeiteten Konzept der Planungsgruppe MWM von 2007 so schnell wie möglich umgestaltet und verkehrsberuhigt wird. Und zwar gleich nach dem Abschluss der im nächsten Jahr anstehenden umfassenden Kanalsanierung der Graf-Gerhard-Straße. Das Aachener Büro MWM wurde mit der Aktualisierung der Pläne beauftragt, nach einem Abstimmungsgespräch mit der Bezirksregierung und MWM-Leiter Bernd Niedermeier habe es im November dafür grünes Licht gegeben, sagte Winkens. Die Förderanträge seien gestellt. Noch aus stehe eine Abstimmung mit dem Landesstraßenbauamt. Immerhin ist mittlerweile in der Diskussion um Strategien zur Belebung der Innenstadt doch einiges in Bewegung gekommen. Im RP-Gespräch berichtete Winkens über den (nichtöffentlichen) Informationsabend Mitte Januar, bei dem die Verwaltungs-Arbeitsgruppe Innenstadt Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern über ihre Arbeit berichtet hat. Achtmal hat die sechsköpfige Verwaltungsgruppe um Winkens und Stadtkämmerer Willibert Darius bislang getagt. Winkens: "Zunächst haben wir alle Eigentümer betroffener Gebäude angeschrieben, und als sich die Resonanz in Grenzen hielt, haben wir alle telefonisch kontaktiert." In Gesprächen sei man bei manchen immerhin auf Problembewusstsein und einige Offenheit gestoßen.

Bei Appellen habe man es allerdings nicht belassen wollen. Und so sei die Stadt mittlerweile auch selbst als Mieter und Käufer aktiv geworden und hat dabei eine Idee des engagierten zwölfköpfigen Initiativkreises kunst- und kulturinteressierter Bürger aufgenommen, Leerstände in markanten Bauten für temporäre Kunstausstellungen anzumieten (die RP berichtete). Aber auch über eine Art dauerhaftes Kunsthaus wird nachgedacht, das Kulturschaffende an die Stadt bindet. Dazu hat die Stadt das älteste Haus der Graf-Gerhard-Straße (Nummer 12), das aus dem 15. Jahrhundert stammt, erworben. Vor allem der von der Straße her nicht einsehbare, über eine (heute verschlossene) Gasse mit dem Patersgraben verbundene große Gartenbereich könnte als Skulpturenpark Aufmerksamkeit erregen - so ein Traum der Kulturfreunde, den die Stadt laut Winkens aufnehmen will.

Ebenso wie weitere Anregungen, die zwei Studentinnen des Hückelhovener Marketing-Professors Harald Ross (Hochschule Niederrhein) in einer Hausarbeit für Wassenberg entwickelt haben. Die Vorschläge unter dem Titel "Wie man Kunden gewinnen kann" wurden in der Informationssitzung ebenfalls vorgestellt. Man darf gespannt sein.

Quelle: RP
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