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Wassenberg
Investor reizen historische Gemäuer

Wassenberg: Investor reizen historische Gemäuer
Im ehemaligen Trauzimmer der Burg Wassenberg befindet sich die Täfelung aus dem früheren Kloster Dalheim, von der die Investoren Peter Willemsen (re.) und seine Söhne André (li.) und Alexander begeistert sind. Bürgermeister Manfred Winkens (2.v.r.) freut sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Burg-Inhabern. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Peter Willemsen und seine Söhne wollen Burg Wassenberg bis Mitte 2018 restaurieren und die Tradition des Hotel-Restaurants wiederbeleben. Stadt als Besitzer des Bergfrieds sieht vielfältige Kooperationsmöglichkeiten. Von Angelika Hahn

Am 24. Oktober wurde der Kaufvertrag unterschrieben: Burg Wassenberg ist seitdem in neuen Händen. Eine ganze Familie macht sich daran, Wassenbergs historisches Wahrzeichen wieder zu dem zu machen, was es vor der Insolvenz des Vorbesitzers war: eine bekannte Adresse für Freunde gehobener Hotel- und Gastronomieansprüche.

Wir treffen die neuen Inhaber, Senior Peter Willemsen und seine Söhne Alexander und André, in den leergeräumten Hotelräumen, wo gerade eine Grundreinigung läuft. Nach dreivierteljähriger Schließung wird das Gebäude vorbereitet für eine umfassende Restaurierung. Dass viel Arbeit auf sie zukommt, wissen die Investoren, zu denen noch zwei weitere Söhne von Peter Willemsen gehören: Markus (Koch) und Simon, aktiv wie der Vater im Restaurant Dalheimer Mühle, das die Familie 2001 nach einem Großbrand als Bauruine übernahm und zu dem machte, was es heute ist.

Erfahrung mit einem Neubeginn in historischer Bausubstanz haben die Willemsens, die als Deutsche im Meinweg bei Oberkrüchten kurz hinter der niederländischen Grenze den Rentelaershof aus dem 12. Jahrhundert bewohnen und von dort aus auch Spargelfelder bewirtschaften. Die Familie vereint versierte Landwirte, Gärtner und Gastronomen. Alle packen auch selbst gern an. Das beweisen Alexander und André Willemsen derzeit bei den Geländearbeiten rund um die Burg, wo es seit Monaten wucherte. Seit wenigen Tagen ist die Burg "freigeschnitten", in den Anlagen wird tüchtig gearbeitet.

Was hat Peter Willemsen am Kauf der Burg gereizt? "Die Geschichte. Als wir unseren Hof kauften, stießen wir auf ein Siegel von Burg Wassenberg", erzählt Willemsen. "Wir leben im Meinweg, und von Burg Wassenberg aus wurde früher der Meinweg verwaltet." Auch die aus dem Kloster Dalheim ins Trauzimmer der Burg Wassenberg übertragene Holztäfelung deutete Willemsen als Fingerzeig für die vielfältigen Verbindungen. Ihn reizt das Leben in historischem Gemäuer.

An Substanz und Grundstruktur des Gebäudes soll es denn auch keine Änderungen geben, sagt der Investor, der sich noch nicht festlegen mag, ob die Familie selbst oder ein Pächter das künftige Hotel-Restaurant betreiben wird. Solche Überlegungen bräuchten noch Zeit. Ebenso wie die Frage, ob der Hotelbetrieb mit den bislang 34 Betten erweitert werden sollte. Möglichkeiten bestünden in der aktuellen Bausubstanz, etwa durch Aufstockung, sagt Willemsen. Bürgermeister Manfred Winkens verspricht dem Investor jedwede Unterstützung der Stadt und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten bei der künftig erweiterten Nutzung des Bergfrieds.

Beteiligen werde sich die Stadt an der Gestaltung des Anlagenbereiches rund um die Burg, der teilweise der Stadt gehört. Ein weiteres Stück vom Privatgelände - 2000 Quadratmeter im jetzigen Garagenbereich an der Burg-Zufahrt - werde die Stadt erwerben für die Neugestaltung von Parkplätzen und die Erweiterung der Parkanlage Burgberg. Spätestens Mitte 2018, möglicherweise auch schon früher, hofft die Investorenfamilie das Hotel-Restaurant Burg Wassenberg restauriert wiedereröffnen zu können.

Quelle: RP
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