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Wassenberg
Jubilar predigt zum 90. in freier Rede

Wassenberg: Jubilar predigt zum 90. in freier Rede
Josef Heinrichs verbringt seit 16 Jahren seinen höchst aktiven Ruhestand in Wassenberg. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Pfarrer Josef Heinrichs feiert am Samstag einen stattlichen runden Geburtstag. Sonntag findet ein Dankgottesdienst in der Oberstädter Kirche statt. Der passionierte Heimatkundler und Mundartfreund leitet nach wie vor Gottesdienste. Von Angelika Hahn

Ein schier unermüdlicher Geistlicher feiert am Wochenende seinen 90. Geburtstag: Pfarrer Josef Heinrichs lässt es sich auch in hohem Alter nicht nehmen, zwei bis dreimal pro Woche Gottesdienste zu halten. Heute sind vor allem die Wassenberger Oberstadt und Effeld sein Revier.

Bis vor etwa zwei Jahren war Heinrichs noch als Subsidiar fest in die pfarrlichen Aufgaben eingebunden, und auch wenn in Randerath, Oberbruch oder Heinsberg-Eschweiler mal Not am Mann war, lohnte der Anruf in Wassenberg. Heinrichs war einsatzbereit.

Heute tritt der Geistliche kürzer, wie der Pfarrer im RP-Gespräch berichtet, aber in der Messe zu seinen Ehren am Sonntag wird er selbst die Predigt halten. "Was bedeutet heute Kirche, was kann sie den Menschen geben?" - Dies soll ein Hauptgedanke sein, lässt sich der Geistliche entlocken, der immer noch ein Bücherwurm ist. Erfahrungsberichte von Konvertiten, so Heinrichs, hätten ihn fasziniert und Gedankenanstöße für seine Predigt gegeben - vor allem der Aspekt der Freiheit durch den Glauben.

Und wer denkt, Heinrichs werde vom Blatt ablesen, täuscht sich. "Ich mache mir Stichworte und rede im Übrigen frei", betont der Geistliche, der den Gottesdienst in St. Marien Oberstadt gemeinsam mit Propst Thomas Wieners und Pfarrer George Panna zelebrieren wird. Zum Gratulieren sind Freunde und Weggefährten am Geburtstag, Samstag, von 10 bis 12 Uhr im Wohnhaus des Jubilars, Am Gasthausbach 51, willkommen.

Die bewegte Laufbahn führte den Landwirtssohn aus Heinsberg-Straeten nach der Weihe am 8. März 1952 im Aachener Dom über Düren, Kempen und Krefeld zurück in die Region nach Schafhausen, dann nach Mönchengladbach-Bettrath und Brüggen. 19 Jahre lang leitete Heinrichs dort bis zur Verabschiedung in den Ruhestand die Pfarre St. Peter im Ortsteil Born. Dass der Geistliche, der auch heimatkundliche Schriften über Born, seine Kirche und den See verfasste, in Brüggen Spuren hinterlassen hat, zeigt seine Auszeichnung mit der Ehrenplakette der Gemeinde. Und immer noch sind die Verbindungen des Geistlichen nach Brüggen lebendig. Ebenso viele Freunde hat der Jubilar in Heinsberg-Schafhausen, dort ist der Priester auch als Musikförderer und Mitgründer des Bläsercorps St. Donatus geschätzt.

Schon früh hatte sich der Jubilar ein Haus in Wassenberg als Altersruhesitz auserkoren, in dem er nun bereits 16 Jahre lebt. Noch als Ruheständler und Subsidiar hatte Heinrichs anfangs fünf Jahre lang das Amt des stellvertretenden Dechants für das damals noch existierende Dekanat Wassenberg inne und arbeitete eng mit Dechant Heinz Portz zusammen. 57 Jahre lang war Maria Pins als Haushälterin treue Weggefährtin des Geistlichen, erst vor Kurzem zog sie in ein Altenheim.

Neben historischen und theologischen Werken befasst sich der Jubilar immer noch gerne mit Heimatgeschichte und Mundart. Dabei geht sein Blick auch stets über die Grenze. Denn auch in der Heimatliteratur und Mundart des Grenzlandes ist der Geistliche zu Hause, der lange Zeit einem niederländischen Literaturzirkel angehörte. Kein Wunder, dass Heinrichs sich bis vor zwei Jahren noch mit eigenen Beiträgen am traditionellen Mundartabend des Wassenberger Heimatvereins beteiligt hat - und seitdem als aufmerksamer Zuhörer dabei ist. Als Autor des Buches "Komm bald heim" veröffentlichte Heinrichs seine Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit und wurde auch gern zu Vorträgen eingeladen.

Quelle: RP
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