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Wassenberg
Judenbruch wird aufgewertet

Wassenberg: Judenbruch wird aufgewertet
Herbststimmung im Wassenberger Judenbruch. Die Teiche, die heute auch als Abfluss aus der Regenrückhalteanlage dienen, sollen aufgewertet werden. Ob Fördergelder dafür fließen, ist bislang noch unklar. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Wassenberg feilt an seinem Image als Erholungsort. Nach der Gartenachse soll das Judenbruch teilweise neu gestaltet werden. Vorher wird gebuddelt: Regenrückhaltebecken muss erweitert werden. Von Angelika Hahn

Die Stadt will sich in den kommenden Jahren unter drei Gesichtspunkten weiterentwickeln. Die Stichworte dazu lauten Genuss, Kultur und Naherholung. Während das Genuss- und Kulturimage mit der Innenstadtentwicklung und der Neubelebung der Leerstände zu tun hat, geht es bei der Naherholung unter anderem um die Weiterentwicklung der Gartenachse ins Judenbruch. Das soll in den nächsten zwei bis drei Jahren aufgewertet und teilweise neu gestaltet werden.

Stadtkämmerer Willibert Darius hat in den schriftlichen Ausführungen zu seiner Haushaltsrede eine umfangreiche Maßnahme nur ganz kurz angerissen unter dem Planungspunkt "Wiederentdeckung des Forckenbeck-Parks" und "Wasserblicke im Arboretum". Die Hintergründe erläuterte Darius gestern auf Anfrage der Redaktion.

Die Voraussetzung für die Aufwertung des Judenbruchs bietet im nächsten Jahr zunächst eine notwendige Großbaumaßnahme. Der Wasserverband Eifel-Rur wird bei Alt-Holland am Eingang zum Judenbruch eine umfangreiche Erweiterung des bisherigen (unterirdischen) Regenrückhaltebeckens vornehmen. Neue Vorgaben im Gewässerschutz lassen den bisherigen Zufluss aus dem Rückhaltebecken in die Weiher nicht mehr zu, erläuterte Darius. Entsprechend größer müsse die Regenrückhaltevorrichtung konzipiert werden. Darius sprach von der dreifachen Größe. Auch die neue Anlage werde nach Fertigstellung abgedeckt und bepflanzt werden.

"Nachdem der Wasserablass in die Teiche entfällt, ist eine ökologische Aufwertung möglich," sagte Darius, "uns bietet sich zudem die Chance, das Wegenetz zu verbessern und eine Allee als Arboretum zu gestalten", also Teile des Parkbereichs als eine Art Waldlehrpfad zu konzipieren. In diese Pläne passt das Engagement des Wassenberger Heimatvereins für eine Neuentdeckung der Geschichte des Judenbruchs, ursprünglich einer Sumpflandschaft, die Alexander Packenius ab etwa 1826 und sein Schwiegersohn Oskar von Forckenbeck mit seinem Forstmeister Leonhard Wild ab etwa 1878 aufforstend gestaltet haben, wie Walter Bienen vom Heimatverein kürzlich erst in einer Führung erläuterte.

"Es gibt kaum eine Kommune, die innenstadtnah so viel Wald aufweist wie Wassenberg", sagte Darius und verwies auf den Ehrgeiz der Stadt, sich mit der ums Judenbruch erweiterten Gartenachse als Mitglied des Europäischen Gartennetzwerks zu profilieren. Möglicherweise auch, um, wie Bürgermeister Winkens im Rat ausführte, den Status als "Luftkurort" wiederzugewinnen.

Quelle: RP
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