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Wassenberg
Kirche verkauft ihr Grundstück nicht

Wassenberg. Westerweiterung der Kiesabgrabung Forst ist gescheitert. Firma will nun nach Osten expandieren.

Jetzt steht es fest: Die Pfarrgemeinde St. Marien Wassenberg ist nicht bereit, ein zentrales Grundstück zu verkaufen, mit dem zwischen Forst und Ophoven eine Westerweiterung der Auskiesungsfläche möglich wäre. Die Stadt hatte gehofft, für den Verkauf eines eigenen Grundstücks dort einen Erlös von rund einer Million Euro zu bekommen, der vor allem für die Mehraufwendungen der Stadt zur Flüchtlingsunterbringung verwendet werden sollte.

Bürgermeister Manfred Winkens berichtete im Stadtrat über das Ergebnis eines Gespräches am 10. Mai mit dem Kirchenvorstand. "Wir bedauern sehr, dass die Pfarrei bei ihrer Haltung, das Grundstück nicht zu veräußern, geblieben ist", sagte Winkens. Jetzt müsse die Stadt eine Million Euro an anderer Stelle einsparen. Möglich sei, an Steuererhöhungen zu denken, freiwillige Leistungen einzusparen - dazu gehören etwa Zuschüsse für Sport, Kultur und Vereine - oder noch intensiver den Verkauf eigener Grundstücke zu betreiben. Über die Argumente der Kirche gegen den Verkauf und Details der Diskussion sagte Winkens nichts. Gestern bekräftigte er auf Nachfrage noch einmal seine Enttäuschung. "Aber wir müssen die Entscheidung der Kirche respektieren", sagt er, "denn natürlich können wir niemanden enteignen." Die nun gescheiterte Erweiterung nach Westen hätte zehn Grundstücke betroffen, erläuterte Winkens, acht Privateigentümer und die Stadt seien zum Verkauf bereit gewesen. Leider sei das Kirchengrundstück aufgrund seiner zentralen Lage aber notwendig gewesen. Nun habe die Firma GMG die Erweiterung nach Osten beantragt, betroffen sind wohl ausschließlich Privateigentümer. "Davon freilich hat die Stadt also leider nichts", sagte Winkens.

Pfarrer Thomas Wieners erläuterte auf Anfrage unserer Zeitung indessen noch einmal die Gründe des Kirchenvorstandes gegen den Verkauf: "Viele Bewohner Ophovens haben uns deutlich gemacht, dass sie eine Erweiterung der Kiesabgrabungsfläche, die dann noch näher an die Bebauung heranrücken würde, nicht wünschen. Wir sehen nicht kalkulierbare Risiken für das Ophovener Neubaugebiet und die Sicherheit seiner Bewohner aufgrund der nicht gelösten Grundwasserproblematik. Es geht uns auch um den Schutz der Heimat vor Ausbeutung."

(aha)
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