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Wassenberg
Klimaschutz: Alle sollen mitmachen

Wassenberg: Klimaschutz: Alle sollen mitmachen
Die stadteigenen Gebäude hat Wassenberg in den vergangenen Jahren energietechnisch bereits umgerüstet: Im Sommer 2014 wurde ein Blockheizkraftwerk in der Betty-Reis-Gesamtschule installiert. FOTO: Laaser (Archiv)
Wassenberg. Im Planungs- und Umweltausschuss wurde das umfangreiche Klimaschutzkonzept für Wassenberg dem Rat empfohlen. Die Fachhochschule Aachen/Jülich hat es erstellt. Ziel: Bis 2030 sollen CO2-Emissionen um 24 Prozent sinken. Von Angelika Hahn

114 Seiten stark ist das Klimaschutzkonzept für die Stadt Wassenberg, das das Institut Nowum-Energie der Fachhochschule Aachen/Jülich unter Leitung von Professor Isabel Kuperjans jetzt dem Planungs- und Umweltausschuss vorgelegt hat. Die Arbeit verbindet eine Bilanz von Energieverbrauch und Emissionen aus Industrie/Gewerbe, Privathaushalten und Verwaltung der Jahre 2010 bis 2013 mit einem Katalog von 29 Maßnahmen, mit denen Wassenberg kurz-, mittel- und langfristig seine Klimabilanz aufbessern und vor allem den schädlichen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) verringern kann.

In ihrem Vortrag setzte Kuperjans einige Schlaglichter: 2010 hatte ihr Institut noch 140.000 Tonnen CO2-Emissionen für die Stadt bilanziert, 2013 waren er immerhin mit 128.000 Tonnen schon weniger. Ziel: Bis 2030 sollen die Emissionen um 24 Prozent sinken. Der Anteil des Verkehrs an den Emissionen beträgt rund 40 Prozent, gefolgt von Privathaushalten und Unternehmen mit je rund 30 Prozent.

Deutlich machte die Referentin, dass städtische Einrichtungen - die im Übrigen mit energieeffizienter Sanierung und Blockheizkraftwerken in jüngster Zeit schon fast optimal ausgestattet wurden - gerade mal zwei Prozent in der Klimabilanz ausmachen. Privatleute und Unternehmen sollen deshalb mit dem erarbeiteten Maßnahmenkatalog besonders angesprochen werden. Die Stadt soll allerdings mit effizienter Beratung und Öffentlichkeitsarbeit, unterstützt durch die neue Stelle eines Klimaschutzmanagers, die Umsetzung der Ziele vorantreiben.

Dabei geht es vor allem um freiwillige Leistungen für die Gebäudesanierung, Optimierung des Einsatzes regenerativer Energien und verändertes Mobilitätsverhalten. Immerhin liege Wassenberg mit 7,5 Tonnen CO2 pro Person und Jahr (2013) unter dem Durchschnitt von 11,7 Tonnen bundesweit, sagte Kuperjans. Aber: Nur vier Prozent an Emissionen werden in der Stadt bislang etwa durch die Biogasanlage und die bestehenden Photovoltaik- und Windkraftanlagen vermieden. "Da geht mehr", meinte die Expertin und nannte als zwei Stichworte den Ausbau der Nutzung von Erd- und Fernwärme. Das größte Ausbaupotenzial wird für die Stadt in der Photovoltaik (36 Prozent Emissionsminderung) gesehen, mit Abstand gefolgt von Bausanierung (13 Prozent) und Windkraft (acht Prozent). Da die Klimaschutzziele nur gemeinsam mit den Bürgern umgesetzt werden können, stellt der Maßnahmenkatalog kurzfristig besonders die Information in den Mittelpunkt. Bürger sollen etwa durch einen "Passivhausparcours" auf beispielhafte Gebäude in der Stadt aufmerksam gemacht werden. Bürger und Politiker sollen auch in die Arbeit eines "Klimaschutzbeirates" eingebunden werden und eine Klimaschutzkampagne unterstützen.

Leider war das Interesse der ausdrücklich zur Mitarbeit eingeladenen Bürger bislang eher verhalten. Dies merkte auch Robert Seidl (Grüne) an, der das Konzept als einen "ersten kleinen Schritt" bezeichnete, dem konkretes Handeln der Politik etwa bei der Planung von Baugebieten (mit Blockheizkraftwerken) folgen müsse.

Quelle: RP
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