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Wassenberg
Koch mit Leidenschaft und Lässigkeit

Wassenberg: Koch mit Leidenschaft und Lässigkeit
Spitzenkoch Mario Kotaska mit seinem Preis, den er "total gelungen" fand: Die Schlemmer-Ente fliegt über eine rasende Bratwurst. Kotaskas natürlich-lockere Art übertrug sich bei der Preisverleihung gestern Abend auf Ehrengäste und Publikum, die dem Regenwetter gut gelaunt trotzten. FOTO: Ruth Klapproth
Wassenberg. Mario Kotaska bekam gestern zum Auftakt des Wassenberger Schlemmer-Marktes Rhein-Maas die "Goldene Schlemmer-Ente" überreicht. Ein Koch, der hohe Gourmetkunst und Bodenständigkeit verbindet. Von Angelika Hahn

Er gilt als der lässigste unter den Starköchen, als eine Art Popstar - aber ohne Allüren. Mario Kotaska (43), der gestern Abend zur Eröffnung des 25. Schlemmer-Marktes Rhein-Maas auf dem Wassenberger Roßtorplatz die "Goldene Schlemmer-Ente" verliehen bekam, machte diesem Ruf alle Ehre. Schon vor der Preisverleihung beim Empfang der Stadt, die zum "Silberjubiläum" des Marktes erstmals selbst die Regie als Veranstalter übernommen hat, gab sich Kotaska in Jeans, Jeanshemd und Turnschuhen als Promi-Koch "zum Anfassen", der keinem Smalltalk aus dem Weg geht. Neben vielen Ehrengästen gratulierte als Überraschungsgast des Abends der neue Finanzminister des Landes NRW, Lutz Lienenkämper, dem Preisträger.

Sympathische Unkompliziertheit demonstrierte der Wahl-Kölner Kotaska später auch beim öffentlichen Talk mit Moderator Dieter Schumachers vor dem Alten Rathaus.

Landrat Stephan Pusch als Schirmherr hatte - nach der Begrüßung durch Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens - zuvor die Laudatio auf den Preisträger übernommen: "einen Koch mit Leidenschaft". Und er charakterisierte Kotaska als versierten Grenzgänger zwischen Bodenständigkeit und hoher Gourmetkunst: "Sie können sternedekorierte Gourmet-Küche, aber Sie realisieren gekonnt auch andere Geschmackserlebnisse mit innovativer Note, wie sowohl Ihr preisgekröntes Bratwerk-Konzept als auch Ihr ausgezeichnetes Streetfood-Kochbuch beweisen. Aber bei all Ihren Vorhaben darf es eines bei Ihnen nie geben: Abstriche an der Qualität." Als Einstieg wählte Pusch die vom Preisträger auch später noch einmal erwähnten Anreger: "Mama und Oma, die hervorragende Köchinnen waren". Noch heute schätzt der Koch "Mamas geschmorte Rinderrouladen", wie er im Pressegespräch verriet. Ein Glücksfall sei Kotaskas Entscheidung, eine Ausbildung als Hotelkaufmann zugunsten der Koch-Laufbahn aufzugeben.

Klangvolle Adressen der Restaurantszene als Ausbildungs- und Berufsstationen ebneten anschließend den Weg zur Bekanntheit. Die es Kotaska ermöglichte, eine eigene "Duftmarke" mit seiner Firma "bratwerk" zu setzen. Bodenständigkeit, gepaart mit dem besonderen Anspruch, "die beste Bratwurst mit der besten Currywurstsoße zu kombinieren", ein Geschäftskonzept, das Kotaska 2013 einen Gastro-Stern einbrachte, wie Pusch betonte. Übrigens nicht die einzige Auszeichnung, die gestern Abend erwähnt wurde, auch ein ausgezeichnetes Streetfood-Kochbuch gehört dazu.

Die Laudatio würdigte aber auch Kotaskas gleichsam aufklärerischen Anspruch, den er mit seiner "unkomplizierten flotten Art" vor allem auch jüngeren Menschen vermittle: "Ob mit Ihren unzähligen Auftritten in der deutschen Fernsehlandschaft, von den "Kochprofis" bis zur "Küchenschlacht", ob mit Ihrem Kochbuch oder mit Kochkursen in Ihrer Genussschule und vielen anderen Aktionen: Ihr Beitrag zur kulinarischen Aufklärung in Deutschland kann sich sehen lassen. Und vor allem: Er kommt an!"

Es ehre ihn, so Kotaska, sich in die illustre Reihe prominenter Kollegen als Entenpreisträger einreihen zu dürfen, vor allem lobte er augenzwinkernd die Stadt, ihn zum silbernen Jubiläum des Marktes ausgewählt zu haben. Den vom Wegberger Goldschmied Roland Simons erneut kunstvoll gestalteten Preis, eine über eine rasende Currywurst fliegende Ente, fand Kotaska "total gelungen", um dann über seine Ambitionen für besondere Bratwurst mit ausgeklügelt gewürzten Currysoßen zu erzählen, die ihn bekannt machten. Seinen guten Bezug zu Lebensmitteln begründete er: Aufgewachsen im ländlichen Nordhessen in einer Nebenerwerbslandwirtschaft, "wussten wir, dass die Gans im Topf über unsere Wiese gelaufen ist. Man muss nicht grünen Spargel aus dem anderen Ende der Welt herbeischaffen, um sich gut zu ernähren." Der zweifache Vater, mit Ehefrau Christina angereist, plauderte aber auch aus dem Nähkästchen über's Kochen zu Hause - natürlich mit frischen Zutaten. Aber er machte gestressten Eltern auch Mut, mit Lockerheit Kinderwünschen zu begegnen. Auch bei Kotaskas darf's mal eine Bestellpizza für den Nachwuchs geben.

Quelle: RP
 
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