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Wassenberg
Kreuz für den Frieden an neuem Ort

Wassenberg: Kreuz für den Frieden an neuem Ort
Pfarrer Thomas Wieners segnete im Beisein der Wassenberger Schützenbruderschaft das neue Kreuz an der B 221, das nun eine sichere Fläche für Andacht und Gedenken bietet. FOTO: JÖRG KNAPPE
Wassenberg. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde jetzt das Friedenskreuz am Stern in der Oberstadt erneuert und zum Römerhof versetzt, wo es etwas mehr Freiraum für die Teilnehmer von Andachten gibt. Tradition reicht bis in die Nachkriegszeit. Von Angelika Hahn

Das Friedenskreuz am Stern in der Wassenberger Oberstadt hat eine besondere Tradition - eng verbunden mit dem Neuaufbau der Oberstädter Pfarre nach dem Krieg. Da das über 63 Jahre alte Eichenkreuz schadhaft geworden war und an der verkehrsreichen Bundesstraße 221 die Gefahren für die Teilnehmer von Andachten immer größer geworden waren, gibt es jetzt einen neuen Standort und ein neues Kreuz. Es steht nun - sicherer und umgeben von mehr Freiraum - unweit der bisherigen Stelle an der Einmündung zur Straße Am Römerhof. Am Montag wurde es in einer kleinen Feier von Pfarrer Thomas Wieners eingesegnet.

Anlass war der Vogelschluss der St.-Marien-Bruderschaft am Wochenende, so dass Brudermeister Frank Louis auch das neue Königspaar Wilfried und Birgit Schmitz begrüßen konnte. Dass man "jetzt nicht mehr Angst haben muss, beim Gedenken am Kreuz von Autos überfahren zu werden", stellte Louis denn auch erleichtert bei seiner Begrüßung fest, in die er auch Bürgermeister Manfred Winkens einschloss.

Dann blickte Hauptinitiator und Ehrenvorsitzender Richard Essers in die Geschichte zurück. Er beschrieb die Anfänge der Oberstädter Pfarre nach der Evakuierung 1945 unter Kaplan Ludwig Hecker und die Tradition der Bußwallfahrten der Männer für den Frieden in der Passionsnacht. Dazu sollte ein Friedenskreuz hergestellt werden. Vier engagierte Bruderschaftler (Wilhelm Backhaus, Max Tetz, Josef Geiser und Hubert Heinrichs) haben sich für das Friedenskreuz auf dem Grundstück Am Stern 32 besonders eingesetzt und mit Erlaubnis der Inhaberfamilie Wilms dort zunächst ein Birkenholz-Kreuz errichten können. "Hubert Heinrichs zimmerte das Kreuz, ein bescheidener Metallkorpus wurde angebracht und von Rektor Ludwig Hecker eingesegnet. In der Passionsnacht 1947 nahmen 105 Männer an der ersten Bußwallfahrt für den Frieden teil", beschrieb Richard Essers. 1953 entschloss sich die Bruderschaft zu einem neuen Eichenkreuz mit Fundament und Ziegelsteinsockel. Bruderschaftler, unterstützt von Wassenberger Firmen, fertigten Kreuz und Korpus. Den Korpus schnitzte der in Wassenberg bekannte, damals noch junge Architekt und Bildhauer Paul Wollenwerber aus Holz, das aus einer 400 Jahre alten Mühle stammte. Am 13. September 1953 weihte Domkapitular Rupertzhoven aus Dalheim das Kreuz ein, eine Urkunde wurde in den Sockel eingelassen. Essers zitiert den Text, der mit dem Satz endet: "Es (das Kreuz) möge ein Mahnmal des Friedens sein." 1986 wurde das Wassenberger Friedenskreuz in die Liste der Kleindenkmale des Kreises Heinsberg aufgenommen.

Dass sich auch diesmal etliche Bruderschaftler mit viel Eigenleistung und Sponsoren für das neue Kreuz eingesetzt haben, würdigt Essers und dankte allen herzlich.

Pfarrer Wieners sah bei seinen Segensworten den leidenden Christus am Kreuz als ein "realistisches Bild für das, was zurzeit auf der Welt passiert" und erinnerte an Terror und Krieg in Syrien. Das Friedenskreuz habe von daher gerade jetzt eine besondere Bedeutung.

Quelle: RP
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