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Wassenberg/Roerdalen
KunstRoer-T - Kunst (be)rührt(e)

Wassenberg/Roerdalen. Mehr als 50 berufsbildende Künstler stellten ihre Werke in Roerdalen und Wassenberg aus. Von Nicole Peters

Der Besucherstrom floss am frühen Samstagnachmittag eher gemächlich. 20 Kunstinteressierte hatten bis dahin Floor Kurstjens und Hanny Delahaye im Alten Rathaus aufgesucht. Entweder betraten sie das Gebäude durch das "Tor der Sehnsüchte" der Grundschüler oder durch den Haupteingang. Auf zwei Etagen gab es hier Kunst innerhalb des internationalen Kunst- und Kulturereignisses "KunstRoer-T 2015" zu sehen, an dem sich mehr als 50 Berufsbildende Künstler mit Gemälden, Skulpturen, Installationen, Videos sowie Natur- und Lichtkunst an zehn monumentalen Orten in Roerdalen und Wassenberg beteiligten.

Wie in der St. Martinus Kirche in Steinkirchen zeigten beide einen ausgewählten Auszug. Bronzeskulpturen zeigte Delahaye - sonst arbeitet sie auch mit Stein, Glas oder malt. Kurstjens stellte farbige Holzschnitte mit alten Symboliken aus, die sie fantasievoll mit Mosaiken gestaltete. In Steinkirchen integrierten drei Künstlerinnen an Wänden und im Altarraum des imposanten Kirchenbaus ihre Kunstwerke und verliehen der gewohnten Ansicht ein harmonisches farbiges Aussehen. Da keine Nägel in die Wände geschlagen werden durften, wählten sie relativ leichte Arbeiten. Mit großformatigen Fotografien auf Leinwand widmete sich Arlaque de Clerque dem Bodypainting. Interessante Schatten hinter dem jeweiligen Modell und ergänzende Zeichnungen machten unter anderem den Reiz der intensiv farbigen Darstellungen aus. Kleinere expressive Porträts mit Acrylfarbe, indischer Tinte und Stiften luden ebenfalls zum Betrachten ein.

Auf der anderen Längsseite präsentierte Kaza Poorter Bildnisse, die sie auf aus vier Jeanshosen bestehenden Trägern aufgebracht hatte. Zusammen genäht und imprägniert hatten sie bereits 30 Jahre schadlos überstanden. Entweder malte Poorter ein Selbstporträt unter der Dusche in Anlehnung an den Hit "Singing in the rain" darauf oder sie nahm beim abendlichen Malen Vincent Van Goghs eine beobachtende Position ein - er trug einen großen Hut, auf dem viele brennende Kerzen befestigt waren. Gut zum Charakter des Kirchendenkmals passend war das Bildnis des Mädchens mit dem Perlenohrring des Künstlers Jan Vermeer aus dem 17. Jahrhundert. Die Künstlerin hatte Flächen des Gesichts und des Kopftuchs freigelassen. Ganz so, wie die darunter liegende Wand flächige verwitterte Farbspuren aufwies.

Ganz ihrer Faszination für Papier hatte sich die dritte im Bunde, Hil van Neer, mit kleinen Werken als Darstellungen von Obst und seinen Einzelteilen sowie entsprechend vergrößerten Teilen gewidmet. Im Altarraum nutzte sie die einzige Vorrichtung für eine Hängung für ein kunstvolles Flechtwerk. Die Besucher schlenderten im Raum entlang der Kunstwerke und hörten später ein Klangkonzert des Duos "The Sound Healing Travelers".

Quelle: RP
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