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Wassenberg
Leeres Ladenlokal wird "Kunst Raum"

Wassenberg: Leeres Ladenlokal wird "Kunst Raum"
Kunst hinein in leerstehende Ladenlokale - diese Idee steht hinter einer Initiative zur Belebung der Wassenberger Innenstadt. Leo Jongen (l.) und Andreas Joerißen sind mit ihrer "Galerie auf Zeit" die Vorreiter. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Leo Jongen und Andreas Joerißen nutzen als erste ein leerstehendes Ladenlokal in der Wassenberger Innenstadt als befristete Galerie. Beide haben Ideen, wie Kunstschaffende längerfristig der Stadt erhalten bleiben können. Von Angelika Hahn

Seit rund zwei Wochen gibt es im Ladenlokal der früheren Malerei Frick an der Roermonder Straße 22 den ersten "Kunst Raum". Der Wassenberger Leo Jongen und der Kreuzrather Andreas Joerißen stellen dort bis Mitte Januar ihre Skulpturen und Objekte aus - und sie arbeiten teilweise auch vor Ort. Die Besitzer haben das zum Verkauf stehende Ladenlokal den beiden Künstlern für eine befristete Zeit gleichsam als temporäre Galerie zur Verfügung gestellt. Es ist die erste Initiative, leerstehende Ladenlokale in der Innenstadt bis zu einem Verkauf oder einer langfristigen Vermietung sinnvoll mit Leben zu füllen.

Jongen engagiert sich in der informellen Arbeitsgruppe aus einigen Kunstbeflissenen, Politikern und Geschäftsleuten der Stadt, die sich über eine Belebung der Leerstände, verbunden mit der Förderung von Kunst, Gedanken gemacht hat. Bei einem Besuch der FDP-Ratsfrau Dr. Susanne Beckers, ebenfalls Mitglied dieses Kreises, in Joerißens Atelier sei die spontane Idee entstanden, den ersten "Kunst-Raum" mit Arbeiten von Joerißen und Jongen zu beleben. "Ein Anruf beim Ladenbesitzer, und alles war unbürokratisch schnell geregelt", erzählt Jongen.

Beide Künstler sind Vorreiter im Rahmen der Initiative, für die im Stadtetat 2016 erstmals ein Etatansatz mit 12.500 Euro geschaffen worden ist. Ziel ist die "Förderung von Kunst und Kultur im Zusammenhang mit der Entwicklung der Wassenberger Innenstadt". Beide hoffen, dass ihr Beispiel Schule macht und Interesse weckt bei Kollegen aus der Kunstszene. Sie könnten hier die Chance nutzen, auf sich aufmerksam zu machen. Denn Jongen ist sicher: "Wassenberg hat Potenzial zu einem kulturellen Image." Allerdings müsse Künstlern dann auch Nachhaltigkeit und eine dauerhafte Perspektive in der Stadt geboten werden. Jongen: "Wenn die Lokale gefüllt sind, soll die Kunst bleiben." Hier sei, so meinen beide Künstler, die Stadt gefordert. Die Initiative dürfe sich nicht darin erschöpfen, Kunst nur als kurzzeitigen Platzhalter zu sehen, bis die Läden Käufer oder Mieter gefunden haben. Für Künstler interessant werde die Kunstraum-Idee nur, wenn der bekannte "win-win"-Effekt damit verbunden sei, sagt Joerißen, also alle Seiten profitieren. Warum nicht etwa über eine städtische Galerie oder ein Kunsthaus nachdenken, durch das Nutzer der "Kunst-Räume" anschließend der Stadt auch längerfristig verbunden bleiben?

Jongen deutet an, dass der Arbeitskreis zur Belegung von Kultur und Leerständen einen Ideenkatalob entwickelt hat, der zurzeit mit der Stadt diskutiert wird. Mehr verraten will er noch nicht. "Kunst fördert Begegnung und Leben in der Stadt", sagt er. Davon könne Wassenberg profitieren, auch ohne Einkaufsstadt zu werden.

Quelle: RP
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