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Mit Liebe gemacht - Teil 4
Nähleidenschaft wird zum Beruf

Mit Liebe gemacht - Teil 4: Nähleidenschaft wird zum Beruf
Nach viel Erfolg mit ihrem Online-Shop hat Sibylle Schneider mit zwei Mitstreiterinnen jetzt ein Geschäft auf dem Roßtorplatz in Wassenberg eröffnet. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Selbstgefertigte Näharbeiten finden viele Liebhaber. Sibylle Schneider hat ihren eigenen Laden "SchnickSchnack" eröffnet. Von Natalie Urbig

Wassenberg Vier Kisten hat Sibylle Schneider schon gepackt. In ihnen stapeln sich Taschen, Stiftemäppchen, Brillenetuis, Einkaufsbeutel und vieles mehr. Jedes Stück ist ein Unikat - Sibylle Schneider hat sie selbst zugeschnitten und genäht. "In all den Jahren habe ich noch nie ein Teil zweimal gemacht", erzählt die Näherin aus Rothenbach. Nun geht für sie ein Traum in Erfüllung: Mit ihren Freundinnen Alexandra Meisen und Elke Emmanuel eröffnet sie in Wassenberg am Roßtor nun ein eigenes Geschäft, das SchnickSchnack Lädchen, in dem es neben selbstgefertigten Näharbeiten auch Dekorationsartikel aus Beton zu kaufen gibt.

Neben den Geschenkideen werden in den Verkaufsräumen auch kreative Workshops für Kinder unter der Leitung von Elke Emmanuel angeboten. Vor dem Einzug in das eigene Ladenlokal wächst die Vorfreude bei Sibylle Schneider: "Langsam kommt das große Kribbeln, nun geht es wirklich los." Nachdem das Nähen für sie bisher ein Hobby war, wird es für die gelernte pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte nun zum Beruf.

Sibylle Schneider blickt zurück auf ihre Anfänge - damals hat sie im Internet verschiedene Kreativblogs gelesen. "Ich habe so tolle Sachen gesehen und mir gedacht, das möchte ich auch können", erzählt Schneider, die sich daraufhin eine Nähmaschine zulegte und sich das Handwerk selbst beibrachte. Ihr erstes selbstgenähtes Stück war eine Einkaufstasche. Bald schon erweiterte sie ihr Sortiment auf unterschiedliche Taschen und Schlüsselanhänger, mit denen sie zunächst ihre Familie eindeckte. "Als alle versorgt waren, habe ich immer weiter genäht und überlegt, was ich mit den Stücken machen kann", erzählt Schneider. So entstand die Idee, bei DaWanda, einem virtuellen Marktplatz für Handgemachtes, ihren Online-Shop "2 x 2 Meter" zu eröffnen. Besonders groß war dort die Nachfrage nach "Wäscheklammerkleidchen", einem Aufbewahrungsbeutel für die kleinen Klämmerchen. "In den 70er Jahren waren sie schon einmal in", erzählt Schneider und hält zur Demonstration einen bunt gemusterten Beutel in Form eines Kleides hoch.

Ihr Sortiment wird stetig erweitert: Neu im Programm ist der Leseknochen, der während der Lektüre als Nacken- oder Buchstütze dient. So vielfältig Schneiders Angebot auch ist, eines ist den Taschen, Mäppchen und Etuis gemeinsam: Jedes Teil ist farbenfroh und bunt gehalten. "Ich mag es, die Farben fröhlich miteinander zu kombinieren und auch etwas zusammenzusetzen, von dem man anfangs dachte, es passt nicht zusammen", sagt Schneider über ihre Kollektionen. So ist es auch nach all den Jahren für sie immer wieder ein besonderer Moment, wenn sie ein Stück nach dem Nähen wenden und das Endergebnis bestaunen kann.

Dass Sibylle Schneider mit Herzblut näht, wird besonders deutlich, wenn sie von den einzelnen Arbeitsphasen erzählt: Nicht nur die Fertigung, sondern auch das Stöbern nach Stoffen gehört zu ihrem Hobby. "Die Auswahl ist gigantisch. Den Stoffmarkt in Hückelhoven verlasse ich nie, ohne eine Tüte in der Hand zu haben", erzählt sie und lacht. Mit den erbeuteten Schätzen setzt Sibylle Schneider sich zweimal in der Woche in ihr Nähzimmer: Dort wird an einem Tag der Stoff zugeschnitten, an einem anderen genäht. "Die Zeit verfliegt gerade so", sagt Schneider, "manchmal gucke ich während der Arbeit auf die Uhr und sehe, wie spät es schon geworden ist."

Auch der Verkauf auf Märkten und der Austausch mit den Kunden macht der Näherin große Freude. Es war auch auf einem Markt, als die Hobbykünstlerinnen Alexandra Meisen, Elke Emmanuel und Sibylle Schneider über ein eigenes Ladenlokal sprachen. "Kaum war es ausgesprochen, da hat Elke auch schon ein passendes Objekt gefunden", sagt Schneider.

Die Besichtigung war vor sechs Wochen, die Entscheidung wurde schnell getroffen. "Es passte alles", erzählt Schneider und wirft einen Blick auf eine der Umzugskisten, deren Inhalt mittlerweile in den Regalen des SchnickSchnackLädchens ausliegt.

Mittlerweile wurde das Geschäft eröffnet, in dem die drei Frauen ihr Hobby zum Beruf machen.

Quelle: RP
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