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Wassenberg
Orsbecks Wallfahrt soll wiederaufleben

Wassenberg: Orsbecks Wallfahrt soll wiederaufleben
Propst Thomas Wieners zeigt die Monstranz, in deren Zentrum in Kreuzesform Holzspäne zu sehen sind, die von Kreuz Christi stammen sollen. FOTO: Laaser
Wassenberg. Im nächsten Jahr gibt es seit 200 Jahren Wallfahrten nach Orsbeck - eine Tradition, die von der Öffentlichkeit zuletzt kaum mehr wahrgenommen wurde. Im Mittelpunkt steht ein als Reliquie verehrtes Partikel des Kreuzes Christi. Von Angelika Hahn

Die Marienwallfahrtswoche in Ophoven ist gerade mit der festlichen Marientracht am Sonntag zu Ende gegangen, da steht bereits die nächste Wallfahrt von 16. bis 18. September vor der Tür - diesmal in Orsbeck. Deren Tradition war zwar nie ganz verebbt, gleichwohl stand sie bislang im Schatten Ophovens. Nur die traditionellen Pilgergruppen aus Anrath und Vorst hielten der Wallfahrtstradition nach Orsbeck weiterhin alljährlich die Treue.

In Wassenberg lebte die Wallfahrt in Orsbeck jedoch gleichsam im Verborgenen - ohne offizielles, breitenwirksames Programm. Das soll sich nun ändern: Denn im nächsten Jahr steht das 200-jährige Bestehen der so genannten "Priesterwallfahrt" in Orsbeck an. Im Zentrum steht die in einer fein gearbeiteten Monstranz aufbewahrte Kreuzreliquie, die zur Zeit der Französischen Revolution von der letzten Äbtissin des Dalheimer Klosters, Maria Anna von Oeyen, vor den französischen Truppen in Sicherheit gebracht worden ist.

"Ein Partikel des Heiligen Kreuzes sowie eines der Geißelsäule übergibt sie dem Orsbecker Pfarrer Franciscus Kanehl. Dieser macht mit seinen Mitbrüdern die Erfahrung von Stärkung und Heilung bei der Verehrung der Kreuzreliquie", ist in dem Faltblatt zu lesen, das die Pfarrei St. Marien Wassenberg zur 199-jährigen Wallfahrt jetzt herausgegeben hat.

Eben weil unter den Pilgern und Hilfesuchenden in den Folgejahren viele Priester waren, bekam die Wallfahrt ihren Namen. Aber mehr noch: "Täglich segnet Pfarrer Kanehl mit dem Partikel die hergebrachten Kranken und weiht Wasser zum Zweck der Heilung", heißt es in der Beschreibung. "Orsbeck mit seiner kaum für 100 Leute ausreichenden Kirche wird der Zielpunkt unzähliger Wallfahrer, die Heil und Heilung suchen und sehr oft auch finden."

1805 hat das Bistum Aachen dann die Echtheit der Partikel anerkannt, Kardinal Capara bewilligt 1806 zu den Festen Kreuz-Findung (12. April) und Kreuz-Erhöhung (1. September) Ablass (der Sünden) für sieben Jahre. Am 5. Mai 1815 wird Orsbeck mit seiner Reliquie kirchlich offiziell als Wallfahrtsort anerkannt. Aufzeichnungen berichten über einige Heilungen von Krankheit im Zusammenhang mit dem "Gnadenort".

Die Zahl der Pilger wird immer größer, Gläubige kommen aus dem ganzen Rheinland sowie aus den grenznahen Niederlanden und Belgien nach Orsbeck. Seit 1817 sind es die Pilger aus Vorst (heute Stadt Tönisvorst) und Anrath (heute Stadt Willich) im heutigen Kreis Viersen, die von gastfreundlichen Einheimischen beherbergt und bewirtet werden. "In einer Sakramentsprozession ziehen alle zusammen von der Orsbecker Kirche zum Luchtenberger Kreuz", heißt es im Faltblatt.

Diese Tradition wird man auch am Samstag, 17. September, in Orsbeck wieder aufleben lassen, dann - wie Propst Thomas Wieners hofft - unter Beteiligung vieler Katholiken aus ganz Wassenberg.

Wieners, der schon über eine gebührende 200-Jahr-Feier im kommenden Jahr nachdenkt, stellte jetzt im Redaktionsgespräch das Programm der "Priesterwallfahrt" vor, das in diesem Jahr gleichsam als "Aufgalopp" fürs Jubiläum 2017 zu verstehen ist. Natürlich hofft der Leitende Pfarrer der Pfarrei St. Marien Wassenberg auf viele einheimische Katholiken, die sein Anliegen unterstützen und mitfeiern.

Das Wallfahrtswochenende beginnt am Freitag, 16. September, 16 Uhr, mit einer Andacht in der Orsbecker Kirche, verbunden mit Krankensalbung und Segnung mit der Kreuzpartikel-Reliquie. Am Samstag, 17. September, 12 bis 16.30 Uhr, besteht Gelegenheit zur Eucharistischen Anbetung, zudem wird der sakramentale Segen gespendet. Um 16.45 Uhr werden die Pilger aus Anrath und Vorst empfangen, es folgt um 17.30 Uhr die Prozession zum Luchtenberger Kreuz und ab 18 Uhr eine Pilgermesse. Am Sonntag, 18. September, lädt die Pfarre für 15.30 Uhr zu einem Vortrag über die Kreuzreliquie von Pfarrer Kurt Wecker ein, es schließen sich eine Kaffeetafel im Pfarrheim (16.45 Uhr) und eine Vesper mit Einzelsegen um 18 Uhr an.

Quelle: RP
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