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Wassenberg
Peter Ritzerfeld

Wassenberg: Peter Ritzerfeld
FOTO: Laaser (Archiv)
Wassenberg. Peter Ritzerfeld (86), heute ältestes Mitglied des Dorfverschönerungsvereins Ophoven, erzählt von Ostern 1945. Der damals 15-jährige war auf dem Weg von Detmold nach Schleswig-Holstein, wo er als gerade eingezogener Rekrut noch richtiger Soldat werden sollte.

Nach Detmold war Ritzerfeld eingezogen worden von Bad Salzuflen aus, wohin er mit seiner Mutter im September 1944 evakuiert worden war. "Als ich plötzlich eine kleine Glocke hörte, fragte ich meine Kameraden, was das zu bedeuten habe. Einer sagte: 'Peter, es ist Ostern.' Ich hatte das Zeitgefühl auch für Feiertage völlig verloren."

Peter Ritzerfelds Evakuierungsziel war ein Teil-Zufall im September 1944. Da wurde das Heinsberger Krankenhaus nach Bad Salzuflen ausgelagert, es waren in dessen Zug noch zwei Waggons frei, da griff seine Mutter zu. In dem Kurort riet die Gastgeberfamilie, Peter nicht bei den Behörden zu melden, da er ansonsten noch zum Militärdienst eingezogen würde. Nicht melden hieß aber auch, keine Lebensmittelmarken für ihn zu bekommen - das hätte Hunger bedeutet. Peter wurde gemeldet - und prompt eingezogen.

Er hatte Glück - in einen Kampfeinsatz musste er nicht mehr. Hatte allerdings eine bewegende Begegnung: Auf dem Weg von Detmold nach Schleswig-Holstein traf er seinen Vater in einem Bahnhof. Der regte an, gemeinsam zu desertieren, Peter überzeugte seinen Vater davon, das nicht zu tun, da eine Entdeckung durch die Nationalsozialisten die sofortige Hinrichtung bedeutet hätte. Die Ritzerfelds überlebten auch das Kriegsende und kehrten zurück an die Rur.

Quelle: RP
 
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