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Pastor Thomas Wieners
Pfarre holt Beichtmobil in die Stadt

Pastor Thomas Wieners: Pfarre holt Beichtmobil in die Stadt
Pfarrer Thomas Wieners sieht im Angebot des Beichtmobils eine gute Alternative zur Beichte im klassischen Beichtstuhl in der Kirche, die immer weniger Katholiken nutzen. FOTO: Heldens (Archiv)
Erkelenz. Zur Marienoktav Ophoven kommt das Beichtmobil der Organisation "Kirche in Not" in die Stadt. Priester stehen interessierten Menschen in einem umfunktionierten VW Bus für Gespräche zur Verfügung. Schwellenängste sollen abgebaut werden.

Ophoven Zur Ophovener Marienoktav macht in Wassenberg das Beichtmobil von "Kirche in Not" Station. Interessierte Gläubige sind in den umgebauten VW Bus zu individuellen Beichtgesprächen eingeladen. Die RP sprach darüber mit Pfarrer Thomas Wieners.

Wo steht das Beichtmobil, wann und wie kann man es nutzen?

Wieners Das Beichtmobil wird in Ophoven im Bereich der Kirche stehen. Man spricht einfach den Priester an, der im Beichtmobil sitzt und bittet um ein Gespräch. Es kann ein Gespräch sein über eine Frage, die jemand auf dem Herzen hat. Es kann ein persönliches Gespräch oder ein Beichtgespräch sein.

Wer sind die Gesprächspartner?

Wieners Für die Beichtgespräche bereiterklärt haben sich Pfarrer Roland Scheulen, Pfarrer Marian Mertens, Pater Gerald Tanye, und auch ich werde zeitweise zur Verfügung stehen.

Was ist das Besondere an dieser Form der Beichte?

Wieners Das Beichtmobil ist einfach ungewöhnlich. Es ist wahrscheinlich einfacher, sich das Beichtmobil anzuschauen, die ausgelegten Prospekte zu lesen und sich dann gegebenenfalls für ein Gespräch zu entscheiden, als die erstarrte Form der Beichte im Beichtstuhl zu nutzen. Junge Erwachsene beichten ja auch oft bei einem Spaziergang, auf einer Wiese oder an anderen Orten, wo gerade Priester zum Beichtehören da sind.

Viele Katholiken nutzen kaum mehr die Möglichkeit zur Beichte. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Wieners Es gibt viele Ursachen: Es liegt zum einen daran, dass verkündet wurde, dass mit den Bußandachten die persönliche Beichte auch offiziell abgeschafft worden ist. Ein Satz, den viele sehr gerne geglaubt haben. So wird es mir berichtet. Zum anderen liegt es nicht im Trend, wirklich Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Oft werden Fehler und Versäumnisse gern bei anderen gesucht. Sich selber einzugestehen "Das habe ich verpatzt" ist gar nicht so einfach. Fehler-Freundlichkeit ist nicht unsere Stärke. In der Politik hören wir bei jedem zugegebenen Fehler eines Politikers direkt danach die Rücktritts-Forderungen der Opposition. Wie soll denn da ein Klima des Risiko-Übernehmens, der Stärke und der Bereitschaft zum Wagnis wachsen? Und doch braucht die gegenwärtige Situation doch den Mut zum neuen Handeln.

Schwingt da bei vielen auch Scham mit?

Wieners Sicher. Ich glaube, viele haben das Beichten einfach verlernt, wissen gar nicht mehr, wie es geht. Man schämt sich auch, einem anderen Menschen (Priester) von den eigenen Sünden zu erzählen. Dabei geschieht in der Beichte ein realer Neuanfang. Manche sagen: Ich beichte sowieso immer dasselbe. Das stimmt so nicht. Jede Beichte verändert die Seele. Und ein Befreiungsgebet kann viel bewirken.

Können Initiativen wie das Beichtmobil an den Vorbehalten etwas ändern?

Wieners Wir werden Hilfestellungen zum Beichten auslegen. Sogar einige Formulare, bei denen man ganz leicht seine Sünden eintragen kann. Wir hoffen und beten, dass der eine oder die andere sich ein Herz fasst zum Gespräch.

ANGELIKA HAHN STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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