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Wassenberg
Pforte als Zugang zur Barmherzigkeit

Wassenberg: Pforte als Zugang zur Barmherzigkeit
Nach der feierlichen Pfortenöffnung durchschritten am Sonntag vor dem Festgottesdienst erstmals viele Gläubige die symbolische Tür der Barmherzigkeit. FOTO: Uwe Heldens
Wassenberg. In der Wallfahrtskirche Ophoven ist nun eine "Heilige Pforte" geöffnet. Im Zuge des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus eröffnete, dürfen erstmals Kirchen in aller Welt symbolisch diese Tore öffnen. Von Philipp Schaffranek

Die Heilige Pforte der Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt Ophoven ist geöffnet. Bei einer Feier stieß Domkapitular Dr. Andreas Frick, ständiger Vertreter des Aachener Diözesanadministrators Weihbischof Karl Borsch, die Heilige Pforte auf.

Im Zuge des von Papst Franziskus ausgerufenen außerordentlichen Jahres der Barmherzigkeit öffnen erstmals auf der ganzen Welt Heilige Pforten in vielen Kirchen. Zuständig für die Benennungen sind die Bistümer. Beim Durchschreiten einer dieser Pforten können die Gläubigen, dem katholischen Ritus entsprechend, die Barmherzigkeit Gottes erfahren und Vergebung der Sünden erfahren. Die Pfarrei St. Marien Wassenberg hatte beim Bistum beantragt, die bislang verschlossene Türe zur Heiligen Pforte ernennen zu dürfen. Im Bistum Aachen gibt es sieben Heilige Pforten.

Die Feierlichkeit begann am Bildstock an der Marienstraße/Einmündung Klein-Au-Straße. Dort las Gemeindereferentin Eva Jessen aus der Verkündigungsbulle des Papstes "Misericordiae Vultus" (Antlitz der Barmherzigkeit). "Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten und dabei selbst zum wirkungsvollen Zeichen des Handelns des Vaters zu werden", heißt es darin. Das "Geheimnis der Barmherzigkeit" sei Quell der Freude, der Gelassenheit und des Friedens. Das außerordentliche Jubiläum solle eine Zeit der Gnade für die Kirche sein.

Nachdem Kirchenvorstandsmitglied Paul Dammers aufgerufen hatte "Schwestern und Brüder, machen wir uns auf im Namen Christi: Er ist der Weg, auf dem wir voranschreiten in diesem Jahr der Gnade und Barmherzigkeit", zog die Prozession zur Heiligen Pforte. Dabei wurde die Litanei der göttlichen Barmherzigkeit gebetet.

Während Domkapitular Frick die Pforte öffnete, sagte er: "Das ist das Tor zum Herrn: Durch dieses Tor treten wir ein, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen." Der Ritus bezieht sich auf die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium, in dem er sagt "Ich bin die Tür, spricht der Herr, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wir ein- und ausgehen und Weide finden."

Alle Gläubigen zogen in Stille durch die Pforte in die Wallfahrtskirche. Der anschließende Gottesdienst war thematisch auf die Barmherzigkeit ausgelegt. Anstelle eines Schuldbekenntnisses segnete Frick Weihwasser, mit dem er die Gläubigen besprengte.

Als Konzelebranten feierten Propst Thomas Wieners, Pater Dr. Gerald Tanye und Pfarrer Dr. George Panna von der Wassenberger Pfarrgemeinde den Gottesdienst mit. In seiner Ansprache nach dem Evangelium erklärte Frick: "Eine Türe wird mit der Kraft eines Menschen aufgestoßen." Das Entscheidende aber liege in Gott, der die Türe aufziehe. Damit zeige Gott, dass er ein Herz für die Menschen habe.

Auch wer aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht zu einer Heiligen Pforte kommen könne, habe die Möglichkeit, die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. "Die einzige Tür, die man durchschreiten kann, sei ein Bild für das, was Gott uns zeigen will", sagte Frick.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud die Pfarrei ins Restaurant "Zur Mühle" ein. Dort gab es Bilder von der Öffnung der Heiligen Pforte in Rom. Am 8. Dezember hatte Papst Franziskus die Pforte im Petersdom, die außerhalb Heiliger Jahre zugemauert ist, festlich geöffnet. Am selben Tag begann das außerordentliche Heilige Jahr, das bis zum 20. November andauert.

Quelle: RP
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