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Wassenberg
Polstermöbel aus der Region - beim Entstehen zugeschaut

Wassenberg: Polstermöbel aus der Region - beim Entstehen zugeschaut
Blick in die Polsterei der Wassenberger Werkstätten - Dieter Mertens prüft hier kritisch eine Polsterung. Die Teilnehmer des "Kulturhistorischen Spaziergangs" erhielten interessante Einblicke. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wassenberg. Heimatverein und Gäste bekamen beim geführten Rundgang Einblick in die Produktionsvorgänge der Polster Werkstätten. Das Unternehmen fertigt alles vor Ort. Von Nicole Peters

Besuchern der Ausstellungshalle ist es möglich, durch Glasscheiben Blicke in die Produktion zu erhaschen. Mitglieder des Heimatvereins und Gäste kamen während des "Kulturhistorischen Spaziergangs" sogar in den Genuss, einen geführten Rundgang mitzuerleben und die einzelnen Arbeitsschritte von der Schablone für den Bezug bis beispielsweise zum lederbezogenen Fernsehsessel mit kleinem Motor kennenzulernen.

Rund 40 Interessierte sammelten sich in der Ausstellungshalle der Wassenberger Polster Werkstätten und wurden von Geschäftsinhaber Leonhard Schröder und Sohn Philipp empfangen. Die beiden führten je eine Gruppe durch den Betrieb - die Besucher bekamen so einen umfassenden Eindruck. "Es wird alles hier gefertigt", stellte Leonhard Schröder unter anderem während der Führung heraus.

Leder in unterschiedlichen Qualitäten aus Deutschland oder Europa, eine Auswahl aus mehr als 5000 Bezugsstoffen, hochwertigen Schaumstoff in Blöcken oder Holzplatten kaufen die Unternehmer ein. Die Mitarbeiter verarbeiten die Materialien Schritt für Schritt zum Sessel, Sofa, Esszimmermöbel oder zur Sitzlandschaft. Eine Vielzahl an Maschinen und Gerätschaften tat ihren Dienst, so dass die Luft von unterschiedlichen Geräuschen erfüllt war. Leonhard Schröder erläuterte den Vereinsmitgliedern, darunter Vorsitzender Sepp Becker, und ihren Gästen zu Beginn die Auswahlkriterien für Leder: Insektenbisse oder kleine Verletzungen hinterlassen winzige Spuren im Narbenleder, die berücksichtigt werden. Verschieden große Schablonen werden ausgemessen und geschnitten. In einem weiteren Arbeitsschritt unternähen die Zuständigen Stoffe oder Lederteile, damit sie stärker atmen können und keine nasse Sitzfläche hervorrufen.

Die Teilnehmer schauten aufmerksam zu, machten Druckproben an Schaumstoffblöcken verschiedener Festigkeitsgrade oder staunten über die Fräsmaschine, die präzise die zur Garnitur gehörigen Holzteile aus der Platte löste. "17 oder 18 Leute ersetzt die Maschine", wiederholte Sepp Becker, der bereits als damaliger Gesamtschullehrer mit einer neunten Klasse eine Führung mitgemacht hatte, nachdenklich - Rationalisierung, die ein Teilnehmer auf der eigenen Arbeitsstelle ebenfalls erlebt hatte.

"Jetzt weiß man, wofür man bei der Anschaffung so viel Geld bezahlt", meinte eine Frau angesichts der vielen Handgriffe anerkennend. "Der Kunde verlangt heutzutage viel Technik, die verbaut wird", meinte Schröder und demonstrierte ausfahrbare Rückenteile oder Sitzflächen. Die Werkstätten stellen vor allem nach Wunsch maßgefertigte Möbel her. Sepp Becker betonte abschließend, dass er sich freue, in Wassenberg solch einen Betrieb zu haben.

Quelle: RP
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