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Wassenberg
Regenbogen unter neuer Leitung

Wassenberg: Regenbogen unter neuer Leitung
Dr. Titus Reinmuth (Mitte) wurde mit Dank für seine Arbeit als Vorsitzender des ambulanten Hospizdienstes Regenbogen verabschiedet. Sein Nachfolger ist Georg Wiefels (re.), 2. Vorsitzende Elke Moll-Joachims (li.). FOTO: Laaser Jürgen
Wassenberg. Nach zwölf Jahren als Vorsitzender des ambulanten Hospizdienstes Regenbogen wurde Pfarrer Dr. Titus Reinmuth offiziell verabschiedet. Mit seinem Nachfolger Georg Wiefels blickte er auf seine Arbeit und die Zukunft des Vereins. Von Laura Dohmen

Vor fast 16 Jahren wurde der ambulante Hospizdienst Regenbogen in Wassenberg gegründet. Seither ist der Verein stetig gewachsen und hat seine Arbeit ausgebaut. Am Samstag begann ein neues Kapitel: Nach zwölf Jahren als Vorsitzender wurde der ehemalige Wassenberger Pfarrer Dr. Titus Reinmuth im Rahmen eines kleinen Gottesdienstes mit anschließendem Empfang in Orsbeck verabschiedet und Georg Wiefels als sein Nachfolger eingeführt.

Ein "Bruch" sei das aber nicht, betonte Reinmuth, "ich würde es eher als Übergang beschreiben." Bei der Vorstandswahl vor drei Jahren habe er bereits kurz überlegt, sein Amt abzugeben. Damals war er gerade von seiner Wassenberger Pfarrstelle zum WDR gewechselt. Beim Kölner Sender verstärkt er das Team für evangelische Verkündigungssendungen. Reinmuth ist seit Jahren Autor von Radioandachten und theologischen Fachbeiträgen.

"Das wäre damals ein Bruch gewesen", befand er. "Aber so haben wir uns drei Jahre lang auf den Übergang vorbereitet, in den letzten Monaten noch mal etwas konkreter", ergänzte Georg Wiefels.

Der Diplom-Pädagoge, der in einer Unternehmensberatung tätig ist, engagiert sich seit vielen Jahren für "Regenbogen". Er leitet Fortbildungsseminare zur Trauerbegleitung und ist bereits seit neun Jahren im Vorstand aktiv. Am 14. April wählte ihn die Mitgliederversammlung dann zum neuen Vorsitzenden. "Dieses Amt bedeutet vor allem, mit den Kooperationspartnern im Gespräch zu bleiben", erklärte Reinmuth mit Rückblick auf seine Amtszeit. Außerdem habe er sich immer bemüht, neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Heute sind 60 speziell ausgebildete Ehrenamtliche in der Trauer- und Sterbebegleitung für Regenbogen tätig. Die sieht auch Wiefels als zentralen Bestandteil seiner Arbeit. "Es ist mir wichtig, die Ehrenamtlichen zu betreuen und ihr Engagement zu würdigen", unterstrich er, "wenn das Ehrenamt nicht mehr funktioniert, bricht alles in sich zusammen."

Damit die Arbeit weiterhin ehrenamtlich machbar bleibt, plant der neue Vorsitzende mit Blick auf die Zukunft, die Einrichtung in ihrer Größe zu belassen. "Natürlich werden die Aufgaben wachsen, vor allem die Anfragen aus den Altenheimen steigen", erklärte er. Doch obwohl die Netzwerke weiter ausgebaut werden sollen, habe der Hospizverein insgesamt eine "gesunde Größe" erreicht, befand Wiefels. Für diese Arbeit gab Reinmuth seinem Nachfolger vor allem eines mit auf den Weg: "Hab Vertrauen in die Ehrenamtlichen und darin, dass es funktionieren wird." "Das ist schon eine Herausforderung für jemanden, der aus der freien Wirtschaft kommt", entgegnete Wiefels lächelnd.

Das Vertrauen und Loslassen habe ihn die Arbeit für Regenbogen gelehrt, sagte Reinmuth, "auch wenn das immer schwerfällt." Aber darin, dass ihr "Übergang" funktionieren wird, sind sich die beiden sicher.

Quelle: RP
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