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Wassenberg
Schlemmertour setzt neuen Akzent

Wassenberg: Schlemmertour setzt neuen Akzent
Gästeführerin Therse Wasch von "Westblicke" freut sich über die gelungene Premiere der Schlemmer-Tour in Wassenberg. Stationen gab es in den Restaurants Landhaus Brender (Foto), Braukeller und Alt Wassenberg. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Mit einem neuen Angebot will Wassenberg seine touristischen Ambitionen ausbauen: "Schlemmen Sie sich durch Wassenberg" lautete die Aufforderung bei der Führung von Therese Wasch durch die Gastronomie im Zentrum. Von Willi Spichartz

Das Gute liegt so nah! Vor allem in Wassenberg. "Schlemmen Sie sich durch Wassenberg!" So heißt das neueste kulinarisch-touristische Angebot im Genuss-Städtchen an der Rurterrasse. "Durch Wassenberg" heißt gut 100 Meter Strecke vom Roßtorplatz zur Ecke Kirchstraße, vom "Landgasthaus Brender" über den "Braukeller" im Alten Rathaus zum Restaurant "Alt Wassenberg". Geleitet wurde die Tour von Therese Wasch, die seit Jahren schon Führungen anbietet und diesmal einige kulinarische Erläuterungen zu Herkunft und Anbau von Spargel, Erdbeeren und mehr Früchten aus der Region gab, gewürzt mit Anekdötchen.

Lillet mit Waldbeeren und Wildberries auf dem Rosstorplatz - das war der Cocktail als Aperitif, der den Einstieg der 25 Teilnehmer, vom Landhaus Brender serviert, bedeutete, den auch kein Regen unnötig verdünnte.

"Genuss und Kultur" - die Wassenberger Grundlagen für die Stadtentwicklung sind auch die Grundlagen für Therese Waschs "Schlemmer-Tour" mit den drei Gastronomien im Zentrum. Die Vorspeise gab's bei Brender, das Hauptgericht im Braukeller und den Nachtisch im Alt Wassenberg - Konzept gelungen, werteten die Teilnehmer, drei Viertel Frauen, deren "Verdauungsspaziergänge" zwischen den Einzel-Gängen jeweils wenige Meter ausmachten.

"Gebackene Wildfanggarnelen im Kartoffelnetz" mit Mozzarella-Tomaten, gebeiztem Wildlachs - im stilvollen Landgasthaus servierte Familie Brender eine Vorspeise, zu der die Teilnehmer nur schwer die Bremse fanden, um nicht schon da einen erheblichen Sättigungsgrad zu erreichen. Denn im Braukeller im Alten Rathaus warteten Sigrid und Heinz-Josef Schümmer auf mit echt Wassenberger (Effelder) Spargel - wie könnte es zwischen Mitte April und dem 24. Juni etwas Regionaleres geben. Und das ganz klassisch: Spargel mit der holländischen Buttersauce, Petersilienkartoffeln, rohem und gekochtem Schinken. Und dazu gab es natürlich die hauseigenen Spezialitäten des Rurtaler Biers in mehreren Variationen.

Wer beim Weißwein bleiben wollte - bei Brender gab's einen Pfälzer Müller-Thurgau -, dem servierte Hei-Jo Schümmer einen Chardonnay zum Spargel im ebenfalls stilvollen Gastronomie-Ambiente, mit dem alle drei Lokale punkten, wie auch mit Kunstwerken mehrerer Genres. Im Braukeller sitzt man seit kurzem unter einem Ganz-Wand-Grafitti eines holländischen Künstlers mit kolorierten Brau-Sudkesseln.

Wenige Meter weiter wurden Zunge und Gaumen als Geschmackszentren auf Rosen gebettet. Rosenwasser, etwas süß, alkoholfrei, mit rotem Rosenblatt. Die flüssige Alternative: Minzwasser, etwas frischer, alkoholfrei, mit grünem Minzblatt. Das Dessert, mit launigen Worten vom Chef, dem gebürtigen Polen André Sroka, serviert: Erdbeeren mit Orangenstückchen und frittierten Holunderblüten, gepfeffert. Da wurde manche Wange rötlich, schließlich gab's auch hier Wein, dazu besondere Schnäpschen - die Stimmung der Schlemmer-Touries war auf dem Höhepunkt. Ein Bier vom Kloster Andechs über dem Ammersee bildete schließlich das Tüpfelchen auf dem "i".

Die Premieren-Schlemmer-Truppe, zumeist Ü-50, belegte im fast ausgelassenen Finale mit viel angeregter Unterhaltung und herzhaftem Lachen, dass Wassenberg einen neuen Leuchtturm in Sachen "Genuss und Kultur" besitzt. Und der wird bald wieder angezündet.

Quelle: RP
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