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Wassenberg
Schützengeschichte bleibt lebendig

Wassenberg: Schützengeschichte bleibt lebendig
Bruderschaftschronist Heinz Pütz, Autor Franz-Josef Breuer und stellvertretender Brudermeister Detlev Winkens (v.l.) diskutieren über die Fotodokumente in der Ausstellung zum neuen Schützen-Bildband. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Heimatkundler Franz-Josef Breuer veröffentlicht einen neuen Bildband über die Schützenkönige, Königinnen, Prinzen und Schülerprinzen der St. Lambertus Bruderschaft samt Gefolge aus über 100 Jahren. Ausstellung zum Buch. Von Angelika Hahn

84 Jahre und rastlos aktiv für die Heimatkunde wie eh und je - Birgelens Ehrenbürger und Ortschronist Franz-Josef Breuer hat jetzt im Pfarrheim seinen neuen Bildband vorgestellt: Nach Veröffentlichungen zur Geschichte des Birgelener Pützchens, der Lambertusstraße und den Außenorten befasst sich ein neuer Band, der am 22. Dezember ausgeliefert wird, mit Königspaaren und Schützenfesten der St. Lambertus Bruderschaft, die auf eine mittlerweile 575-jährige Tradition zurückblicken kann.

Der Schwerpunkt liegt auf Fotodokumenten aus knapp 120 Jahren jüngerer Bruderschaftsgeschichte bis heute. Die Dokumentation der Platten des Königssilbers aber geht sogar bis 1662 zurück. Breuers Arbeit fußt hier auf der Chronik der Schützenkönige ab 1662 (mit Adolf Jakob Wilms) des früheren Bruderschaftschronisten Schulrektor Josef von Helden, der das Bruderschaftleben bis zum Zweiten Weltkrieg dokumentierte. Heute hat mit Heinz Pütz ebenfalls ein Lehrer, der frühere Schulleiter der Katholischen Grundschule Birgelen, die Funktion des Bruderschaftschronisten übernommen und Breuer wertvolle Hilfe geleistet, wie dieser dankend erwähnte.

Dass die alten Fotos, beginnend mit Königspaar Josef Linzen und Wilhelmine Bauer 1898, eine Fundgrube für einheimische Birgelener sind, zeigte das Interesse der Besucher, die vor Erscheinen des Bildbandes bereits die Auswahl der Dokumente auf den Stellwänden im Pfarrheim in Augenschein nahmen und sich bei der Buchbestellung vormerken ließen. Immer wieder hatte Breuer auch Geschichten parat, die sich um das eine oder anderen Königspaar rankten. Und schon für sich spannend sind seine Schilderungen, wie es ihm gelang, in akribischer Recherche viele bislang unbekannte Köpfe auf den teils Jahrzehnte alten vergilbten Fotos von Schützenzügen und -gefolgen zu identifizieren. "Ich habe Hausbesuche gemacht, Klinken geputzt, bin Hinweisen nachgegangen, wer dieser oder jener sein könnte und wo man nachfragen könnte", erzählt er. Wühlen in alten Kartons mit Familienfotos inbegriffen. Einmal ist Breuer sogar bis nach Karlsruhe gefahren, um Leute zu befragen.

Die Idee eines Bildbandes zu den Schützenkönigen, Prinzen und Schülerprinzen samt Gefolge habe ihn seit 25 Jahren angetrieben, erzählte Breuer. Auslöser war die 550-Jahr-Feier der Bruderschaft 1990. Wo es keine Fotos mehr gab, wurden Einzelfotos der Königspaare als Montage zusammengestellt. Die Bilder der jüngeren Zeit dokumentieren auch den gesellschaftlichen Wandel der Bruderschaft, die seit 1988 Frauen aktiv einbindet, mit Marianne Klein 1992 die erste Schützenkönigin hatte und eine lebendige Jungschützenarbeit betreibt. Der Bildband wird rund 300 Fotos auf 204 Seiten bieten. Breuer dankte dem Sponsor Volksbank Heinsberg, der die Herausgabe des Buches für nur 30 Euro (Selbstkostenpreis) ermöglicht.

Quelle: RP
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