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Wassenberg
Segenstafeln helfen Kindern in Ghana

Wassenberg: Segenstafeln helfen Kindern in Ghana
Pater Gerald Tanye und Martina Jansen stellen vor dem Pfarrbüro am Stiftsplatz die Tafeln vor, die für Tanyes Schulprojekt in Ghana verkauft werden. Sternsinger können sie jedes Jahr neu beschriften. FOTO: RUTH KLAPPROTH
Wassenberg. Zur Sternsingeraktion 2016 werden in der Pfarrei St. Marien wieder Segenstafeln aus Schiefer verkauft. Der Erlös kommt der Schulgeldaktion zugute, die Pater Tanye in seiner Heimat Ghana fördert. Sternsinger sammeln für eine Kinderklinik. Von Angelika Hahn

Nach Weihnachten bereiten sich in den katholischen Pfarrgemeinden wieder viele Sternsinger auf ihre Rundgänge von Haus zu Haus vor, um nach einem Lied und Segensspruch Spenden für Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern zu sammeln. Tradition ist es dabei auch, den Segensspruch "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus) - oft abgekürzt mit den Buchstaben CMB - auf Eingangstüren, deren Rahmen oder Hauswände mit Kreide zu malen oder aufzukleben. Keine ganz unproblematische Sache an vielen Häusern heutzutage, weiß Martina Jansen vom GdG-Rat der Pfarre St. Marien Wassenberg. Jansen begleitet und koordiniert seit vielen Jahren die Sternsingeraktion in Wassenberg.

Von ihr stammt die Idee, Schiefertafeln mit dem Segensspruch (samt Schrauben) für den guten Zweck anzubieten, auf denen der Leitspruch fest aufgebracht ist. In der Mitte bleibt Platz zum Aufmalen oder Aufkleben des jährlich aktuellen Segensspruchs. "Ich selbst habe so eine Tafel mal geschenkt bekommen und war angetan von der Idee", erzählt Jansen im RP-Gespräch. Dass viele Wassenberger das auch so sehen, zeigte der Erfolg beim Verkauf zur Sternsingeraktion 2015. 300 Stück zu je sechs Euro wurden ausgegeben und in den vergangenen Wochen noch mal 150 Stück. Weitere gibt es im Pfarrbüro oder bei Martina Jansen.

Über einen örtlichen Dachdecker kam übrigens die Verbindung zu einem Betrieb bei Mayen in der Eifel zustande, der passende Schiefplatten günstig anbot, berichtet Jansen. Genauso wichtig ist ihr der Benefizgedanke, der mit dem Verkauf verbunden ist. Der Erlös geht nämlich an das Bildungsprojekt für Kinder, das Pater Gerald Tanye von den Steyler Missionaren, der als Pfarrer in Wassenberg wirkt, in seiner Heimatregion Jiraps/Tampaala unterstützt. 1000 Euro kamen durch den Segenstafel-Verkauf schon zusammen. "Bildung: Saatgut gegen Armut und Not" nennt sich die Initiative, die Förderer in ganz NRW hat, aber nach wie vor auf weitere Spenden und Paten angewiesen ist.

Schulunterricht in Ghana ist nämlich nicht kostenlos. "Und kinderreiche Familien auf dem Land können das Schulgeld oft nicht für alle Kinder aufbringen", erläutert Tanye. Er selbst stammt aus einer Familie mit acht Kindern und bedauert, dass zwei Schwestern von ihm nicht zur Schule gehen konnten, weil die Eltern das Geld dafür nicht hatten. Die meisten Menschen in dieser Region leben von der Landwirtschaft mehr schlecht als recht. Zunehmende Trockenperioden und schlechte Ernten machten diesen Erwerbszweig immer schwieriger, berichtet der Pater. Wichtig sei es deshalb, dass mehr Kinder berufliche Perspektiven außerhalb der Landwirtschaft bekommen. "Und das geht nur über Schulbildung", sagt Tanye. Etwa 5000 Einwohner zählt seine Heimatgemeinde Tampaala, die aus vielen zerstreut liegenden Anwesen besteht. Rund sieben Kilometer Wegstrecke haben die Kinder oft zur Grundschule zurückzulegen. Aber immer mehr Familien freuen sich über diese Chance und leisten einen eigenen Beitrag. "Hilfe zur Selbsthilfe" lautet nämlich das Prinzip des Bildungsprojekts. Klar, dass sich Tanye besonders über die Aktion Segenstafeln freut.

Martina Jansen weist aber auch noch auf ein zweites Hilfsprojekt hin, für das die Wassenberger Sternsinger sammeln werden: Seit fünf Jahren fördert die Pfarre St. Marien eine Orthopädische Kinderklinik, ebenfalls in Ghana, in der Nähe von Accra. Denn das Geld für eine Behandlung, für Prothesen oder Gehhilfen für behinderte Kinder können die ärmeren Familien oft nicht aufbringen. Da in Ghana Impfungen kaum verbreitet sind, ist Kinderlähmung dort nach wie vor ein großes Thema, erläutert Jansen. Grund genug, die Sternsinger willkommen zu heißen.

Quelle: RP
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