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Wassenberg
Spatenstich für B 221n und L 117n steht fest

Wassenberg. Am 7. Dezember geht es mit dem Umgehungsbau in Wassenberg und Ratheim los - hieß es bei der Infoveranstaltung der SPD zur B 221n. Von Angelika Hahn

Die Sitzplätze reichten nicht aus, viele der rund 250 Zuhörer mussten bei der vom Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath (SPD) organisierten Informationsveranstaltung zur Bundesstraße 221neu in der Begegnungsstätte am Pontorsonplatz stehen - so groß war das Interesse an den Erläuterungen des kommissarischen Leiters der Gladbacher Niederlassung von Straßen NRW, Gerhard Decker.

Der hatte zu Beginn der Veranstaltung eine gute Nachricht, die viele lärmgebeutelte Anlieger der heutigen Bundesstraße mitten durch die Stadt wohl aufatmen ließ: Am 7. Dezember findet definitiv der erste Spatenstich statt - zeitgleich übrigens mit dem Baubeginn für die Ratheim entlastende Landstraße 117 neu.

Losgehen wird es an der künftigen Überführung der Friedrich-List-Allee am heutigen Ende der B 221n hinter Wildenrath. Ende 2018 soll die Straße fertig sein - wenn denn keine Beschwerden gegen einzelne Bauvergaben für Verzögerungen sorgen. Die würden normalerweise binnen Monatsfrist beschieden, sagte Decker. Ausnahmen wie etwa der seit Monaten brachliegenden Anschluss der B 56n vor Heinsberg allerdings gibt es. Doch Deckers trug, wie zur Bekräftigung, dass am Baubeginn nun wirklich nicht mehr zu rütteln sei, gleich die vom Bund abgesegnete Finanzierungsliste für die B 221n vor: für 2015 sind das 200.000 Euro, 2016 sollen 3,6 Millionen fließen, 2017 und 2018 jeweils 12,5 und 7,8 Millionen Euro, zwei Millionen stünden 2019 für Restarbeiten im Etat.

Neun Über- bzw. Unterführungsbauwerke wird es Deckers zufolge auf dem dritten Bauabschnitt der B 221n bis zur L 117 geben - bis auf weiteres ohne Fortsetzung um Unterbruch. Bis auf drei Stellen (List-Allee sowie Waldweg und alte Bahntrasse bei Myhl) wird die neue Bundesstraße unter den querenden Wirtschaftswegen und Straßen (wie der L 19 Gerderath-Myhl oder K 9 Myhl-Altmyhl) in Muldenlage bis zu zehn Meter Tiefe verlaufen, hieß es. Die Hauptarbeiten an der Fahrbahn werden nach Darstellung des Referenten in zwei großen Abschnitten 2017 und 2018 stattfinden.

Leider blieb eine zusammenhängende Darstellung des Trassenverlaufs, die viele Anlieger erwartet hatten, durch eine unstrukturierte Diskussion im Ansatz stecken. Bei Detailfragen zu Lage und Tiefe der Trasse an unterschiedlichen Stellen musste der Referent passen - versprach aber spätere Aufklärung durch sein Amt bei entsprechenden privaten Nachfragen. Auch die bislang nicht im Internet verfügbaren Pläne will Spinrath in Kürze auf seiner Homepage veröffentlichen. Deckers gab "grünes Licht".

Als neuralgischer Punkt kam der Auslauf der Umgehung über eine (von zwei geplanten) Zufahrtsrampen auf die bestehende L117 zur Sprache. Zunächst soll nur die dem Wassenberger Süden zugewandte Rampe gebaut werden. Zusätzliche Lärmbelastung fürchteten Anlieger. Eigener Lärmschutz sei hier - wie für den gesamten Trassenverlauf - nicht geplant, sagte Deckers. Allerdings bestehe in akuten Fällen die Möglichkeit einer späteren Nachrüstung. "Sie werden den Verkehr hören", sagte der Referent ohne Illusion. Eine Ampelanlage, nach der ebenfalls gefragt wurde, sei nicht geplant. Einen Kreisverkehr hätten die Planer aufgrund der möglichen Weiterführung der B 221n nicht erwogen. Die Weiterführung Unterbruch ist bekanntlich umstritten.

Auch hiernach wurde gefragt. Spinrath verwies auf die kontroverse Diskussion mit Naturschützern, vor allem dem Nabu. Der Verband habe nur nach einem Verzicht auf die Umgehung durch die Rurauen von einer Klage gegen die B 221n Wassenberg Abstand genommen. Dennoch bleibt Spinrath (zweck-)optimistisch, dass eine neue naturverträgliche Lösung nach Fertigstellung der Umgehung Wassenberg gefunden werden könne.

Quelle: RP
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