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Wassenberg
St. Martinus Orsbeck – ein geschichtsträchtiger Bau

Wassenberg: St. Martinus Orsbeck – ein geschichtsträchtiger Bau
Sepp Becker erläuterte während der kulturhistorischen Wanderung die Details der St. Martinus-Kirche in Orsbeck. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Der Wassenberger Heimatverein besuchte Orsbeck in seiner Reihe kulturhistorischer Spaziergänge. Von Michael Moser

Sie werden immer beliebter, die kulturhistorischen Wanderungen, die der Heimatverein Wassenberg unter der Leitung vom Vorsitzenden Sepp Becker anbietet. Rund 30 Teilnehmer waren diesmal dabei, als es nach Orsbeck zur St. Martinus Kirche ging.

Für viele Besucher war es eine Überraschung zu hören, dass diese Kirche, die mitten in dem kleinen Rur-Ort liegt, wohl eine der ältesten in der Großregion ist: "Es gibt zwar leider keine ganz genauen Quellen, doch der Grundbau soll zwischen den Jahren 700 und spätestens 1000 stattgefunden haben", erläuterte Sepp Becker. Errichtet wurde sie von den Franken, und das Besondere Merkmal des Gotteshaues sieht der Betrachter schon von außen. Während der Westturm, der im 12. Jahrhundert angebaut wurde, in Weiß gehalten ist, zeigt sich das Mittelstück der Kirche in "gewöhnlichen" Ziegelsteinfarben. "Hier sind noch alte römische Steine verbaut", sagt Becker dazu. Außerdem besäße die Kirche zudem eine der ältesten Glocken, die im 13. Jahrhundert gegossen wurde und sich im Ostteil befindet.

Erweitert wurde der Bau zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert. Der Name St. Martinus hat den Grund, dass die Orsbecker Kirche ebenso wie die im benachbarten Steinkirchen dem Bischof Martinus von Tours geweiht wurde. Daher findet man im Torbogen neben dem Haus auch Statue von St. Martin zu Ross, der einem Bettler einen Teil seines Mantels schenkt. Getragen wurde das Haus seinerzeit vom freien Adel, man musste die nötigen Einkünfte also selber finanzieren. Im Innenteil der Kirche bemerkte Sepp Becker: "Da es sich um eine der ältesten Gotteshäuser handelt, war Orsbeck zu früheren Zeiten auch Anlaufpunkt für Menschen aus Unterbruch und Umgebung. Wahrscheinlich sogar für ganz Wassenberg". Zu bewundern sind im Inneren übrigens auch Reliqiuen, die seinerzeit vom Dalheimer Kloster nach Orsbeck gebracht wurden.

Nach der Besichtigung begann dann die eigentliche Wanderung durch Orsbeck. Zunächst ging es zur relativ jungen "Heilig Geist Kapelle". Und dann folgte, was ja eigentlich logisch ist, wenn in diesem Ort ist, der Spaziergang entlang der Rur. Und nicht wenige der Teilnehmer waren der Meinung: "Mein Gott, da wohnt man schon direkt an dem Fluss, und ist doch jahrelang schon nicht mehr dort gewesen". Wie bei den Kulturhistorischen Wanderungen üblich, wurden die vielen Eindrücke besprochen. Und alle war sich sicher, bei der nächsten kulturgeschichtlichen Wanderung wieder dabei zu sein.

Quelle: RP
 
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