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Wassenberg
Stadt auf weitere Flüchtlinge vorbereitet

Wassenberg: Stadt auf weitere Flüchtlinge vorbereitet
FOTO: Laaser (Archiv)
Wassenberg. Sozialausschuss: Wassenberg kann bislang die Asylbewerber noch problemlos unterbringen. Das könnte sich aber bald ändern. Die Zuweisungen steigen. Derzeit wird die Flüchtlingsunterkunft ausgebaut, Wohnungen sind angemietet. Von Angelika Hahn

144 Flüchtlinge leben zurzeit in der Wassenberger Unterkunft, vor zwei Wochen waren es noch 123 - die aktuelle Zahl nannte Michael Steckel, Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung und Soziales, in der Sitzung des Schul- Sozial- und Jugendausschusses. Der war jetzt auf Antrag der Grünen zusammengekommen, um ein zentrales Thema zu behandeln: die Situation der Flüchtlinge in Wassenberg.

Noch sieht es mit der Unterbringung von Asylbewerbern in der Stadt relativ entspannt aus. Dennoch spürt auch Wassenberg die von Woche zu Woche wachsenden Zuweisungszahlen und muss vorausschauen. Was schwer ist. Denn: "Es ist keine Prognose möglich, wie es weitergehen wird", sagte Steckel. Im RP-Gespräch ergänzte er, dass es vergangene Woche 19 Neuzuweisungen gab, vor drei Wochen 23, aktuell liege keine Meldung vor. Das aber könne sich von jetzt auf gleich ändern.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Dennoch versucht die Stadt, sich auf wachsende Zahlen einzustellen. In der Unterkunft für Asylbewerber gebe es derzeit noch freie Kontingente, hieß es. Mit dem Ausbau eines Großraums dort für weitere Zimmer bereite man sich auf steigende Flüchtlingszuweisungen vor. Wie Steckel erläuterte, hat die Stadt auch fünf Wohnungen angemietet, um flexibel reagieren zu können, man halte Kontakt zu Vermietern, um gegebenenfalls weitere Wohnungen zur Verfügung stellen zu können.

Ob das langfristig ausreicht, ist ungewiss. Bürgermeister Manfred Winkens verwies auf den Appell von Land und Bezirksregierung an Kommunen unterhalb der 40 000-Einwohner-Grenze, sich auf Mehraufnahmen von Flüchtlingen einzustellen. Kämmerer Willibert Darius aber hielt es für "utopisch", dass Kommunen wie Wassenberg Zuweisungen verkraften könnten, wie man sie jetzt in Erkelenz und Heinsberg erlebe. Er hoffe, dass die neuen Richtlinien - Stichwort: Neudefinition sicherer Herkunftsländer - schnell umgesetzt werden.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Zufriedenstellend gelöst sei die Unterbringung der rund 20 Kindergarten- und Schulkinder von Asylbewerbern in Kindergärten und Grundschulen der Stadt sowie in der internationalen Förderklasse an der Hauptschule in Erkelenz. Die Zuweisungen koordiniere der Kreis.

Zwei Hausmeister (auf 1,5 Stellen) und eine stundenweise in der Unterkunft eingesetzte Sozialbetreuerin als Ansprechpartnerin für unterschiedliche soziale Fragen der Flüchtlinge erschienen Robert Seidl (Grüne) viel zu wenig. "Wie können mit diesem Personal vielleicht bald 200 Flüchtlinge betreut werden", fragte er. Da müsse die Stadt doch aktiv werden.

Dortmunder applaudieren Flüchtlingen am Bahnhof

Desillusionierend die Antwort des Kämmerers zur Einstellung von mehr städtischem Personal. "Damit sind wir als Kommune überfordert", sagte Darius und nahm das Land in die Pflicht. "Immerhin 80 Prozent der Kosten der Asylbewerberunterbringung tragen schon die Kommunen."

Nach längerer Diskussion letztlich abgelehnt wurde vom Ausschuss die von den Grünen beantragte Gesundheitskarte für Flüchtlinge, die die AOK und andere Krankenkassen nach einer Vereinbarung mit dem Land für Flüchtlinge ausstellen - die RP berichtete. Steckel und Darius warnten vor dem Irrtum, es gehe hier um eine Versicherungskarte. Steckel: "Das ist eine reine Verwaltungskarte. Die Krankenkosten für die Stadt bleiben dieselben." Sie erhöhten sich sogar, weil zusätzlich Verwaltungskosten der Kassen zu erstatten seien. Der Verwaltungsaufwand der Stadt durch das Ausstellen von Krankenscheinen für Flüchtlinge - ein Argument der Befürworter - sei vergleichsweise niedrig, sagte Steckel. Bürgermeister Winkens betonte, der Städte- und Gemeindebund rate von dem Kartenmodell derzeit ab.

Wie auch Sie Flüchtlingen im Erkelenzer land helfen können, haben wir in diesem Text zusammen gefasst.

Quelle: RP
 
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