| 00.00 Uhr

Wassenberg
Tanz und Schwerterklirren an der Burg

Wassenberg. Das "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" lockte am Wochenende wieder Besucher aus nah und fern in die Wassenberger Burganlagen. Krämer, Gaukler, Tänzer und Schwertkämpfer bevölkerten die Heerlager. Von Johanna Küppers

Rund um die Burg Wassenberg gab es am Wochenende wieder ein "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum". Das historische Stadtbild bietet alljährlich die ideale Kulisse für eine Reise in die Vergangenheit.

Und so entstand in den Parkanlagen des Burgbergs wieder ein mittelalterliches Heerlager auf Zeit mit großen Zelten und Holzhütten, in denen auch Waren wie Tücher, Schmuck und Rüstungen angeboten wurden. Zu trinken gab es für die Besucher etwa "Feengold" oder "Engelsblut" und nach einer Stärkung versuchten sich einige im Axtwerfen oder Bogenschießen. Dazu gab es Folkmusik im Stil der Zeit.

Bahnte sich der Besucher seinen Weg vorbei an Mägden, Rittern, Söldnern, Edelfrauen, Bogenschützen, Knappen und Handwerkern, stieß er auf den Gondelweiher. Vor diesem hatte sich eine besondere Gruppe versammelt, alle natürlich mittelalterlich gekleidet. Zweierpärchen stellten sich in einem Kreis auf, zwei von ihnen in der Mitte. "Nach vorne, nach hinten, zusammen, auseinander, die Dame dreht nach hinten", lautete das Kommando. Zu beobachten war mittelalterlicher Tanzunterricht. Die Tänzer machten ein paar Probeläufe ohne Musik, dann stiegen Blockflöte, Gitarre und Tamburin mit ein und begleiteten den "Tanz der Marktleute". Das Kontrastprogramn dazu lieferten wieder die Schwertkämpfe der Gruppe "Fictum".

Der Gitarrist trug einen großen grünen Schlapphut, ein Leinenhemd und Stiefel. Sebastian Claßen ist sein Name - und diese Mittelaltertreffen sind seine Passion. Er ist das vierte Mal bei dem Markt in Wassenberg dabei und campiert dort übers Wochenende mit seinem Heerlager. Sein Lager nennt sich die "Wächter der äußeren Grenze", da die Mitglieder aus Kleve stammen und die Ländergrenze zu den Niederlanden bewachen. "Im Grunde setzt sich dieser ganze Markt aus verschiedenen Heerlagern aus ganz Deutschland zusammen. In jedem reisen fünf bis 15 Personen mit", erklärt Claßen. Der "Markttanzbeauftragte" hat den Zugang zu den Mittelalterfesten über die Musik gefunden. "Ich höre sehr gerne irischen und schottischen Folk und habe mich außerdem für andere Epochen interessiert", sagt er. Daraufhin gründete er sein Heerlager aus Kleve, und mit diesem besucht er nun alle Mittelalterfeste in NRW. Mittlerweile seien das Hobby und die Menschen aus dem Heerlager wie eine zweite Familie geworden. "Das Gemeinschaftsgefühl ist überwältigend. Mittlerweile kennt man auch die anderen Lager, weil man sich immer wieder auf Märkten begegnet", sagt Claßen. Für seine Leidenschaft nimmt er sich Urlaub und verbringt rund fünf Wochenenden im Jahr damit, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Zusätzlich besucht er auch viele Märkte einfach aus Freude, ohne sein Lager.

In Wassenberg haben die Besucher die Heerlager bei einem Umzug kennenlernen können. Die 20 bis 30 Lager präsentierten sich mit ihrem Banner am Samstagnachmittag. In den Abendstunden sorgte eine stimmungsvolle Illumination mit Fackeln und Leuchten für Atmosphäre. Darüber hinaus entstand am Abend eine Gruselgasse. Viele Akteure schminkten und verkleideten sich unheimlich. Auch "Gevatter Tod" war präsent. "Es wird viel Kunstblut im Spiel sein", verriet Claßen vorher lachend. Er selbst erschrecke aber nicht mehr, schließlich kenne er die Gesichter unter der Maskerade viel zu gut.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wassenberg: Tanz und Schwerterklirren an der Burg


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.