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Wassenberg
Teile der neuen Rurbrücke am Haken

Wassenberg: Teile der neuen Rurbrücke am Haken
Die Brückenbaustelle bei Wassenberg-Ophoven aus der Luft: Die Unterbauteile für die neue Rurbrücke hängen am Haken des riesigen Krans. Rechts ist das passgenaue Aufsetzen der T-Teile aus Fertigbeton auf den Widerlagern zu sehen. Einen Monat Zeitersparnis soll die Nutzung der Fertigteile bringen. FOTO: Uwe Heldens
Wassenberg. Fünf 80 Tonnen schwere Fertigbauteile von rund 29 Metern Länge wurden für den Brückenneubau über die Rur zwischen Ophoven und Heinsberg-Kempen aufgelegt. Die Straßenverbindung soll ab Februar 2016 wieder geöffnet sein. Von Angelika Hahn

In den vergangenen Tagen gab es an der Rurbrückenbaustelle zwischen Ophoven und Kempen in der Tat "mächtig" was zu sehen: Mit Hilfe eines 500 Tonnen schweren Krans wurden fünf T-förmige Spannbeton-Fertigteile für den Unterbau der neuen Brücke aufgesetzt. Ein Teil kam gestern als Nachzügler, weil der Spezialtransporter bei Koblenz einen "Plattfuß" hatte.

Imposant zu sehen, wie die 80 Tonnen schweren Riesenteile von rund 29 Metern Länge erst am Haken hingen, um dann exakt in der vorgegebenen Position auf den Widerlagern aufzusetzen. Mächtig war alles rund um diese Montage. Allein sieben Tieflader waren nötig, um den in Einzelteile zerlegten Kran über Land nach Ophoven zu bringen. Um den überdimensionalen "Pfoten" des Krans Standfläche zu verschaffen, wurden rund 900 Kubikmeter Kiessand aufgeschüttet - dort, wo später der Rurradweg das Brückenbauwerk unterqueren wird. Dieser Durchlass wird im Übrigen deutlich höher als vorher. Radler brauchen dann nicht mehr wie bisher quasi die Köpfe einzuziehen.

Die Brückenbaustelle bei Wassenberg-Ophoven aus der Luft: Die Unterbauteile für die neue Rurbrücke hängen am Haken des riesigen Krans. Rechts ist das passgenaue Aufsetzen der T-Teile aus Fertigbeton auf den Widerlagern zu sehen. Einen Monat Zeitersparnis soll die Nutzung der Fertigteile bringen. FOTO: Uwe Heldens

Vor Ort informierten von Seiten des Kreises Projektleiter Johannes Weuthen, Baudezernent Josef Nießen, Planungsamtsleiter Günter Kapell und für den "Zuschussgeber" (Land und Bund) Arnold Veith und Martin Aufsfeld von der Bezirksregierung Köln.

Der aufwendig erscheinende Transport der langen, in Fulda hergestellten Betonfertigteile mit Spezialfahrzeugen, die gestern schon von weit her auf der (jetzt gesperrten) Kreisstraße 21 nach Kempen zu sehen waren, sei um rund 100 000 Euro preisgünstiger als der Guss vor Ort, sagte Johannes Weuthen. Die Teile kosten je 45 000 Euro und sind schon mit Stahlarmierung versehen, die Außenteile zudem mit Abwasserrohren. Auch habe man sich für diese Alternative entschieden, weil damit rund ein Monat Bauzeit gespart werden könne, sagte Weuthen.

Auf die Fertigteile wird später die Betondecke der Fahrbahn aufgebracht. Generalübernehmer, der alle Fäden des Bauprojektes in Händen hält, ist die Fritz Meyer GmbH aus Altenkirchen im Westwald.

Die Arbeiten, so Weuthen, die am Jahresbeginn mit der Demontage der alten, aus den 1950er Jahren stammenden Brücke begonnen hatten, könnten bei einem milden Winter bis Februar beendet sein. Dann ist die viel genutzte Wegeverbindung zwischen dem Heinsberger Norden und Wassenberg wieder offen, viele sehnen schon jetzt das Ende der Umwege herbei. Die alte Brücke galt als nicht mehr ausreichend tragfähig, um Begegnungsverkehr mit Lastwagen und Bussen sicherzustellen, und war deshalb zuletzt nur noch einspurig befahrbar.

Gleichzeitig erfolgt mit dem Neubau ein Lückenschluss im bestehenden Radwegenetz. Auch der Straßenverlauf wird verbessert. Das Brückenbauwerk wird im Gegensatz zur alten Rundbogenbrücke bedeutend flacher. Kurve und Kuppe werden entschärft. Zudem wird auch die Fahrbahndecke von der neuen Brücke bis zum Ortseingang Ophoven erneuert.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen rund 1,7 Millionen Euro. Das Land NRW bezuschusst das Projekt mit 1,09 Millionen Euro und übernimmt damit 65 Prozent der Gesamtkosten. Vom Kreis sind noch rund 600 000 Euro zu finanzieren.

Quelle: RP
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