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Wassenberg
Vielfarbig schillerndes Herbstkonzert

Wassenberg: Vielfarbig schillerndes Herbstkonzert
Der Quartettverein unter Leitung von Hermann-Josef Kitschen war Gastgeber des Herbstkonzerts in der Wassenberger Gesamtschule. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wassenberg. Herbststimmungen in verschiedener Ausprägung vermittelte das große Herbstkonzert, das der Quartettverein Myhl gemeinsam mit der Mandolinenspielschar Myhl und der Gruppe "3 Männ Sing" in der Betty-Reis-Gesamtschule gab. Von Kaan Cevahir

Mal sanft, mal stürmisch zog am Sonntag der Klang des Herbstes an den Ohren vorbei. Im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg präsentierte der Quartettverein Myhl beim Herbstkonzert dem Publikum ein breitgefächertes Programm. Die goldenen Farben des Herbstes wurden musikalisch aufgegriffen und vor allem in den Interpretationen des Chores reflektiert. Am Konzert beteiligten sich in diesem Jahr neben dem gastgebenden Quartettvereins Myhl, die Mandolinenspielschar Myhl und das Trio "3 Männ Sing".

Der mit rund 50 Männerstimmen besetzte Chor eröffnete den Abend und pflanzte damit den musikalischen Samen ein. Das erste Lied "Bajazzo", das den Kummer der verlorenen Liebe thematisiert, wurde mit warmen Stimmfarben souverän vorgetragen, zumal die chorische Qualität und Reife gänzlich überzeugten.

Die interpretatorische Originalität des Chorleiters Hermann J. Kitschen wiederum hallte nicht nur in der präzisen Ausarbeitung der einzelnen Stimmen, sondern ebenso in der programmatischen Vertiefung nach. Text und Musik ergänzten sich häufig, wie etwa die Dynamik auf den Vers "und leise zu mir sagst" wohl abgestimmt wurde.

Beeindruckend war auch die Interpretation der bekannten "Moldau" von Friedrich Smetana. Winfried Kleinen am Klavier imitierte das feine Gluckern an der Quelle, und stolz strömte der Fluss Moldau durch den Gesang des Chores in die goldene Stadt Prag.

Mit dem Vorspiel der Mandolinenspielschar Myhl unter der Leitung von Martin Wallraven sprossen die ersten musikalischen Blumen des Abends hervor. Das Ensemble stellte sich mit dem Tango Roxanne - eine Adaption des gleichnamigen Songs von The Police - vor. Die orientalische Einleitung, die provokante Akzentuierung der Tango-Rhythmik und die Klangerweiterung durch Akkordeon und Kontrabass überraschten und bewiesen Ideenreichtum. Neben modernen Stücken interpretierte das Ensemble auch den temperamentvollen Sirtaki aus Griechenland. Und der Dirigent, aus dessen Feder die meisten Arrangements stammten, erlaubte sich hier ausgiebig, über das Motiv der Melodie zu fantasieren. "Was in Griechenland und Russland politisch nicht funktioniert, muss in der Musik nicht auch so sein", erklärte ein Spieler des Ensembles und betonte damit die Einvernehmlichkeit und Kompromissbereitschaft in der Musik.

"3 Männ Sing" schlugen eine andere Stilrichtung ein, und sie selbst bekannten sich zum "Kontrastprogramm" des Abends. Das Trio präsentierte einen musikalischen Querschnitt aus Klassikern der letzten vier Jahrzehnte, darunter auch Reinhard Mey's "Über den Wolken", welches, mit wohltuend unspektakulären Gitarrenklängen untermalt, das Publikum zum Mitsingen bewegte. Das Trio verabschiedete sich mit Elvis Presleys energischem "Blue Suede Shoes" und hielt dabei an dem rockigen Sound der 50er Jahre fest.

Dass Musik auch zusammenführen kann, bewies der letzte Auftritt, der "das Herbstkonzert vergolden sollte". Die Akteure des Abends spielten gemeinsam unter der Leitung von Hermann J. Kitschen italienische Volkslieder, darunter das bekannte "Bella Bimba".

Am Ende bedankten sich die Zuhörer im voll besetzten Forum mit starkem Beifall für einen bunten musikalischen Blumenstrauß, der die vielfältigen Farben des Herbstes vermittelt hatte.

Quelle: RP
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