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Wassenberg
Wehmütiger Abschied von St. Marien

Wassenberg: Wehmütiger Abschied von St. Marien
Pater Gerald K. Tanye SVD (societas verbi divini, Steyler) ist seit Mai Vizeprovinzial der deutschen Steyler Provinz und wird am ersten Advent in Berlin eingeführt. Für seine Heimat Ghana engagierte er sich mit Projekten wie den Sternsinger-Schiefertafeln, die für ein Schulprojekt verkauft wurden. FOTO: KLAPPROTH (ARCHIV)
Wassenberg. Pater Dr. Gerald Tanye - nach sechs Jahren endet seine Zeit in den Wassenberger Gemeinden. Im Rückblick stellt er bereichernde Begegnungen mit den Menschen heraus. Bald reist er nach Ghana, von da aus geht es dann nach Berlin. Von Anke Backhaus

Er kann sich kaum vorstellen, dass die sechs Jahre so schnell vergangen sind. Sechs Jahre, in denen aus ihm im Prinzip ein echter Wassenberger geworden ist. Dieser echte Wassenberger ist Pater Dr. Gerald Tanye. Am Sonntag geht seine Wassenberger Zeit allerdings zu Ende. Um 10.15 Uhr feiert er mit der Gemeinde in der Propsteikirche St. Georg seinen Abschiedsgottesdienst. Der Weg wird ihn nach Berlin führen.

Wenn er auf seine Zeit in Wassenberg zurückblickt, wird Tanye ein großes Stück weit sentimental. "Ich habe hier viele bereichernde Begegnungen erlebt, eine gute Aufnahme in den Ortschaften erfahren sowie auch Akzeptanz und Menschlichkeit. Das alles ist ein großes Geschenk für mich." Der Pater hat vor seinem Dienstbeginn in Wassenberg bereits lange in Deutschland gelebt. Seit 2001 ist er in der Pastoral tätig. Von Dresden ging Tanye nach Tübingen, wo er schließlich promovierte. In der Tübinger Uniklinik hat er in der Seelsorge gearbeitet. Auch Stuttgart war eine Station Tanyes.

In der Wassenberger Pfarrei St. Marien hat der Pater unter anderem die Jugendlichen im Blick gehabt - die Ministranten. In den sieben Gemeinden versehen heute rund 130 Jugendliche ihren Dienst am Altar. Eine stattliche Zahl für Wassenberg. "Darüber können wir uns sicherlich freuen, in dieser Hinsicht Gutes erreicht zu haben", meint Pater Tanye. Wichtig war Tanye aber auch, der Ehevorbereitung eine neue Basis zu verschaffen. Dies, so Tanye, seien Bausteine in der gesamten pastoralen Arbeit der Gemeinde. Zwangsläufig spricht Pater Dr. Gerald Tanye dann auch von der Fusion, die auch die Wassenberger Gemeinden zu einer großen zusammenführte. "Eines müssen wir zunächst feststellen - und das gilt auch für Wassenberg: Vorbei ist die Zeit, in der der Pfarrer im Mittelpunkt stand. Heute packen die Gläubigen selbst an. Wir sind in Wassenberg auf einem guten Weg und vor allem mit den Menschen unterwegs. Hier ist auch Pfarrer Thomas Wieners sehr engagiert."

Tanye hat den Eindruck, dass viele Menschen die Kirche so verstehen, als sei sie von oben regiert. "Die Menschen an der Basis sind Kirche, Kirche macht Sinn an der Basis. Nur so funktioniert das Gemeindeleben." Die Gläubigen in der Pfarrei St. Marien seien ein gutes Beispiel, findet Tanye. Das Glaubensleben spiegele sich in den verschiedenen Gottesdiensten wider.

In Zukunft wartet Berlin auf Tanye. Im Mai wurde er zum Vizeprovinzial der deutschen Steyler Provinz ernannt, zusätzlich wird er in der Berliner Pfarrei Heilig Geist eingesetzt werden. Am ersten Advent, 27. November, wird er dort eingeführt. Und Tanye bleibt seiner Linie treu - er wird ohne Erwartung, sondern offen seine neuen Aufgaben angehen, so, wie er es auch in Wassenberg getan hat. "Da kann ich heute sagen, dass ich glücklich und zufrieden in Wassenberg war. Ich werde zwar gehen, aber ich bin nicht weg. Ich möchte mit Wassenberg und den Menschen verbunden bleiben, so dass es mein großes Ziel ist, in Kontakt zu bleiben."

Nun wartet aber erstmal eine wichtige Reise auf Pater Dr. Gerald Tanye: Der Pater wird für zwei Monate in seine ghanaische Heimat reisen. Alle drei Jahre für zwei Monate - das schreibt die Steyler Ordensregel so vor. In Ghana wird er seinen Vater, seine Geschwister, Nichten und Neffen treffen. "Wir werden alle eine Menge zu erzählen haben", ist sich Pater Dr. Gerald Tanye sicher.

Quelle: RP
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