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Wassenberg
Wenig Verständnis für Unmut im "Netz"

Wassenberg: Wenig Verständnis für Unmut im "Netz"
Die Pflasterarbeiten der künftigen Fußgängerbereiche auf der Graf-Gerhard-Straße gegenüber dem Sparkassenvorplatz sind in vollem Gange. Der Einzelhandel muss aktuell mit Beschränkungen leben. FOTO: aha
Wassenberg. Die obere Graf-Gerhard-Straße ist aufgrund der verkehrsberuhigten Umgestaltung derzeit Großbaustelle, Durststrecke für Kunden und Handel. Eine Geschäftsfrau aber lobt die Umsicht der Bauleute. Vorschnelle Kritik sei nicht gerecht. Von Angelika Hahn

Der verkehrsberuhigte Umbau der Graf-Gerhard-Straße (Parkstraße bis Kirchstraße), die bisher als Bundesstraße 221 die Wassenberger Innenstadt durchschnitten hat, ist seit einigen Tagen in eine neue Phase getreten. Die Pflasterarbeiten für die künftigen Fußgängerbereiche auf der der Sparkasse gegenüber liegenden Straßenseite sind im Gange. Auf dem Sparkassenvorplatz werden Erdmassen bewegt. Fußgänger, die über die Baustelle den Zugang ansteuern, sollten gutes Schuhwerk anhaben, aber die meisten Kunden nutzen ohnehin die Zugang vom hinteren Parkplatz an der Straße Patersgraben aus, erfahren wir auf Nachfrage in der Sparkasse. Beschwerden über die Baustelle hat man hier bislang nicht gehört.

Auch Iris Jansen, Inhaberin des Geschäftes "IdeenReich" gegenüber, "kann nicht meckern". "Die Hilfsbereitschaft der Bauarbeiter sowohl gegenüber Kunden, die sich zu uns den Weg bahnen, wie auch uns gegenüber, etwa bei der Anlieferung von Ware, ist hervorragend." Jansen hat wenig Verständnis für Unmutsbekundungen von Bürgern, die sich kürzlich etwa im Sozialen Netzwerk Facebook breitmachten. Klar, die Baustellensituation sei derzeit für Anlieger und Kunden schwierig und natürlich auch mit Umsatzeinbußen verbunden. Ihre Stammkunden indessen schrecke das nicht ab, sagt Jansen. "Wir müssen halt Umsatzeinbußen derzeit in Kauf nehmen, dafür wird's dann ja auch nachher schön", sagt Jansen voller Optimismus im Hinblick auf die künftig umgestaltete "Flanierzone". Auch im Modegeschäft "ella Fashion & Trends" lebt man mit der schwierigen Baustellensituation ohne Murren.

Entgegen Unkenrufen von Nutzern im "Netz" geht die Stadtverwaltung Wassenberg auch nicht von gravierenden Verzögerungen der Arbeiten aus. Derzeit liege alles im Zeitplan, konstatiert Stadtkämmerer Willibert Darius auf Anfrage der Redaktion. "Wir sehen zu, dass wir das bis zum Jahreswechsel hinbekommen." Anfang Juni waren die Arbeiten mit einer umfangreichen Erneuerung der Kanalisation begonnen worden.

Der Verbindungsweg durch den künftig öffentlichen Park vom Patersgraben zur Graf-Gerhard-Straße wird derzeit hergerichtet. FOTO: Angelika Hahn

Von der Straße Patersgraben aus ist auch die Wegeverbindung zur Graf-Gerhard-Straße durch den künftig öffentlich zugänglichen Parkbereich hinter dem Haus Graf-Gerhard-Straße 12 schon sichtbar, den sich die Stadt künftig als eine Art Skulpturengarten vorstellt. Die Randsteine sind schon gesetzt. Das möglicherweise älteste Wassenberger Haus wird bekanntlich derzeit zu einem Restaurant und Wohnungen umgebaut.

Im Dezember will die Bauunternehmung Florack - wenn das Wetter mitspielt - das fertige Straßenteilstück übergeben. Die Graf-Gerhard-Straße wird dann nur noch in eine Richtung von der Einmündung Parkstraße bis Ecke Kirchstraße zu befahren sein, die Fahrbahn wird enger, der Fußgängerraum breiter, der Sparkassenvorplatz sich als attraktiver Aufenthaltsraum präsentieren. Die Geschäftsleute, Kunden, Passanten und Bewohner sollen mit einer attraktiven kleinen "Flaniermeile" für die Belastungen der aktuellen Umbauzeit entschädigt werden.

Die Baumaßnahme ist Teil des Intergrierten Handlungskonzepts für die Wassenberger Innenstadt, für das Städtebaufördermittel von Bund und Land fließen. Das Gesamtkostenvolumen beträgt 3,5 Millionen Euro, die Stadt erwartet eine Förderung von 2,45 Millionen Euro. Zuvor war der Stadt der vorgezogene Rückbau der Straße im Vorfeld der für Ende 2018 geplanten Fertigstellung der B221n-Ortsumgehung Wassenberg erlaubt worden.

Quelle: RP
 
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