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Wassenberg
Wohngruppe für Sechs- bis Zwölfjährige eröffnet

Wassenberg. Christina und Marcel Meurer, Betreiber der Wohngruppe "Lucy & Strolch", haben ein zweites Angebot geschaffen. Von Daniela Giess

Mehr als zwei Jahre hat das geräumige Haus an der Turmstraße in Wassenberg leergestanden. Bald soll es wieder mit Leben gefüllt werden. Christina und Marcel Meurer haben es gekauft und darin am Samstag nach halbjähriger Umbau- und Renovierungsphase die Wohngruppe "Cap & Lucy" eröffnet.

Das Paar, beide sind gelernte Erzieher, betreibt in Wassenberg bereits seit dem Jahr 2013 erfolgreich die Wohngruppe "Lucy & Strolch", möchte dem großen Bedarf nun erneut Rechnung tragen. Den Sechs- bis Zwölfjährigen, die über das Jugendamt vermittelt werden, soll möglichst langfristig ein neues Zuhause geboten werden, in dem sie sich wohlfühlen und zur Ruhe kommen. Oft seien die Eltern nicht nur mit der Erziehung, sondern mit der gesamten Fürsorge überfordert, erläutert Marcel Meurer. "Die Kinder werden sauer, und das völlig zu Recht." Dies schlage sich dann häufig in Aggressivität nieder.

Carsten Esch, Sozialpädagoge und Erzieher, leitet die neue Einrichtung, die in den kommenden Wochen Mädchen und Jungen aus dem gesamten Bundesgebiet aufnehmen wird. Den kirchlichen Segen erteilte am Eröffnungstag Pfarrer Thomas Wieners. Nachbarn, Freunde und die sieben Kinder, die bereits bei "Lucy & Strolch" leben, feierten mit dem Wohngruppen-Team eine große Einweihungsparty. Zwei Pädagogen und eine Praktikantin werden Gruppenleiter Esch sowie das Betreiber-Ehepaar in der Turmstraße unterstützen.

"Kinder sind immer die Symptomträger ihrer Eltern. Sie verwahrlosen oder werden aggressiv, wenn die Eltern mit der Fürsorge überfordert sind", hat Marcel Meurer festgestellt. Er verfügt über eine zusätzliche Qualifikation als Anti-Aggressionstrainer, Ehefrau Christina hat sich als Burnout-Beraterin schulen lassen. In dem großen Haus an der Turmstraße hat jeder kleine Bewohner seinen eigenen Rückzugsbereich. Die geräumigen Zimmer mit eigenen Waschbecken sind von innen abschließbar, um Privatsphäre einzuräumen, können jedoch im Notfall von den Betreuern geöffnet werden. Besonders wichtig ist Christina und Marcel Meurer die enge Zusammenarbeit mit den Wassenberger Vereinen und der nahegelegenen Grundschule für ihr Konzept der familienatmosphärischen Intensivpflege.

Quelle: RP
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