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Wassenberg
Zugang zur Geschichte digital - und konkret

Wassenberg: Zugang zur Geschichte digital - und konkret
Gruppenbild mit Projektpartnern: Per Smartphone können Besucher der Region demnächst Sehenswürdigkeiten digital erkunden. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Vertreter von 25 Projektpartnern haben gestern im Wassenberger Bergfried die Kooperationsvereinbarung für das neue Interreg-Projekt unterzeichnet: "Kulturgeschichte digital" und grenzüberschreitend. Von Angelika Hahn

Nun, abgeschafft werden die "realen" Stadt- und Landschaftsführer wohl so schnell noch nicht - und dennoch: Die digital vernetzte Gesellschaft verlangt zunehmend nach Zusatzangeboten und Alternativen zur Vermittlung der Orts- und Kulturgeschichte. Auch die Großregion des Naturparks Maas-Schwalm-Nette setzt auf neue digitale Formen der Erschließung von Geschichte für Ausflügler und Touristen, die mit Smartphone oder Tablet in der Hand (oder am Fahrrad) jede Menge Hintergründe zu Sehenswürdigem am Wegesrand erfahren - veranschaulicht durch Fotos, Grafiken, Filme und Animationen.

"Kulturgeschichte digital" lautet das neue Interreg-Projekt, an dem 25 Partner aus Deutschland und den grenznahen Niederlanden beteiligt sind. Dazu zählen zehn Kommunen, fünf deutsche und niederländische Fremdenverkehrsorganisationen (darunter der Heinsberger Tourist Service, HTS), Naturschutzstationen (wie Haus Wildenrath), die Euregio und der grenzüberschreitende Naturpark. Gestern feierten die Partner den Auftakt mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Bergfried.

Der selbst enorm von der Teilnahme profitiert, wie Bürgermeister Manfred Winkens bei seiner Begrüßung betonte. Wird doch Wassenbergs Geschichte künftig nicht nur digital präsentiert, sondern der Bergfried auch durch zwei Lifte auf den Burgberg und einen Aufzug im Inneren für gehbehinderte Menschen ganz konkret erschlossen. Die Aufträge würden im Fachausschuss am Donnerstag vergeben, sagte Winkens. Noch in diesem Jahr sollen die Aufzüge zu benutzen sein.

Ähnlich Greifbares soll das vom Naturpark Maas-Schwalm-Nette koordinierte Projekt für die Stadt Wegberg bringen, für die Bürgermeister Michael Stock gestern die Vereinbarung mit unterzeichnete: Die durch rutschendes Erdreich und Wurzeln porös gewordene Motte Alde Berg (von ca. 1150 bis 1400 bewohnter Burghügel) bei Dalheim wird gesichert und durch neue Auf- und Abgänge für Besucher zugänglich gemacht. In Brüggen werden Kasematten für Besucher erschlossen. Noch fünf weitere Kommunen bekommen Fördermittel für ähnliche Projekte. Auch Führungen als "Naturtheater" - vorbereitet durch Workshops von Schauspielern und Gästeführern - sollen für einen neuen Akzent sorgen.

2,6 Millionen Euro werden für die mit Geldern von EU, der Provinz Limburg/NL und dem NRW-Wirtschaftsministerium geförderten Projekte in den nächsten drei Jahren die Hand genommen. Je 25 Prozent der Kosten müssen die jeweiligen Kommunen tragen.

Die Koordinatoren Leo Reyrink und Silke Weich berichteten den Kooperationspartnern, dass eine AG derzeit mit der Zusammenstellung von rund 200 "Points of interest" für die Entwicklung der App beschäftigt ist. Für die virtuelle Präsentation wurde eine europaweite Ausschreibung gestartet. In zwei Wochen werde man in einer kleinen Arbeitsgruppe von Projektteilnehmern mit der Sichtung der Angebote beginnen.

Quelle: RP
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