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Erkelenz
Abitur - und jetzt?

Erkelenz: Abitur - und jetzt?
Jakob Winkler. FOTO: Laaser Jürgen
Erkelenz. Der Prüfungsstress für die Abiturienten ist vorbei. Jetzt wartet ein neuer Lebensabschnitt: Nora Schmidt, Marina Burkhardt und Jakob Winkler haben ihr Abitur am Maximilian-Kolbe-Gymnasium gemacht. Wie es für die jungen Leute jetzt weitergeht, berichten sie im Gespräch mit RP-Schulpraktikantin Jane Grabolle.

Jakob Winkler (18)

"Ich habe mich früher immer sehr für Häuser und Gebäude interessiert. Ich wollte Architekt werden, um selber etwas gestalten zu können. Auch heute möchte ich auch noch im kreativen Bereich tätig sein, aber lieber in der Modebranche. Ich habe zwar noch keine konkreten Ziele, aber mir ist es wichtig, dass ich Spaß bei der Arbeit habe. Doch bevor ich anfange zu studieren, gehe ich erstmal für sechs Monate in den Freiwilligendienst nach Ljubljana, die Hauptstadt von Slowenien. Ich arbeite dort als assistierender Deutschlehrer und gebe den Schülern dort auch Nachhilfe. Der Freiwilligendienst, den ich ausgewählt habe, läuft nicht über eine Organisation. Die deutsche UNESCO-Kommission bietet Freiwilligendienste an, welche von dem auswärtigem Amt unterstützt werden. Ich finde zwar, dass G8 nicht so viel stressiger ist als G9, aber es wäre entspannter gewesen, hätten wir ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur gehabt. Wenn ich auf mein Abitur zurückblicke, war es einfacher als erwartet. Die Schüler der Unterstufe sollten sich nicht so viel Druck machen wegen der Noten. Es ist zwar wichtig zu lernen, aber sie sollten sich keinen unnötigen Stress machen."

Nora Schmidt. FOTO: Laaser Jürgen

Nora Schmidt (19)

"Früher hatte ich vor, Augenärztin zu werden, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist. Aber ich finde den Kontakt zu Menschen spannend und interessierte mich früher sehr für Naturwissenschaften. Die Besuche bei der Augenärztin fand ich immer spannend. Heute, direkt nach dem Abitur, möchte ich Internationale Beziehungen studieren. Meine Wunsch-Universität ist in Dresden, aber Erfurt wäre auch noch eine Möglichkeit. Wenn ich dort nicht angenommen werde, interessiere ich mich noch für den Studiengang Politik, Philosophie und Ökonomie. Mein "Plan D" wäre zuletzt Psychologie. Mir ist es wichtig, an meinem Beruf Spaß zu haben und dass ich einen wichtigen Teil zur Gesellschaft beitragen kann. Ein Ziel von mir wäre später für eine Nichtregierungsorganisation zu arbeiten. Dadurch, dass ich ein Jahr mehr Schule hatte, weil ich die zehnte Klasse sowohl in Kanada als auch in Deutschland verbracht habe, hatte ich 13 Jahre Schule. Es fiel mir dann leichter, im schulischen Bereich, Entscheidungen zu treffen und hatte generell weniger Schulstress. Ich bin in den 13 Jahren mehr zu einer Erwachsenenperson herangereift. Viele aus unserem Jahrgang wissen jetzt noch gar nicht, was sie später machen wollen. Das wäre möglicherweise mit G9 nicht passiert."

Marina Burkhardt. FOTO: Laaser Jürgen

Marina Burkhardt (18)

"Ich wollte früher einen typischen Traumberuf vieler Kinder erlernen: Mein Wunsch war es, Tierärztin zu werden. Aber auch das hat sich verändert. Nun habe ich vor, in die Medienbranche zu gehen. Ich finde es schwer, jetzt schon zu sagen, was ich einmal erreichen will. Es kann sich noch so viel ändern. Aber Hauptsache ist, dass ich glücklich bin und ein großer Teil in meinem Beruf mit Spaß verbunden ist. Dennoch weiß ich, dass auch mal was kommen wird, was mir keine Freude bereiten wird. Doch bevor ich anfange zu studieren, brauche ich erstmal eine Auszeit und mache daher ein Jahr als Au-Pair in England, wo ich in einer Familie lebe, dort auf die Kinder aufpasse und viel Zeit mit ihnen verbringe. Ich habe von meinen Freunden viel Positives über das Au-pair-Jahr gehört. Sie haben ihres in Amerika verbracht. Doch zu den USA habe ich selber keine Verbindung. Da ich England sehr schön finde, fiel mir die Entscheidung leicht. Ich bin über eine Selbstvermittler-Agentur an meine jetzige Gastfamilie gekommen. Sowohl die Gastfamilien, als auch die Au-pairs müssen sich dort anmelden. Dort können sie dann mit Hilfe von Direktnachrichten miteinander kommunizieren und letztendlich auch den Vertrag über diese Agentur abschließen. Wenn ich jetzt an meine Schulzeit zurückdenke, vor allem an die vergangenen drei Jahre, bin ich der Meinung, dass G8 ziemlich für die Katz' ist. Die Schüler haben Unterricht wie in einer Ganztagsschule und müssen trotzdem noch viele Hausaufgaben in ihrer Freizeit erledigen. Dadurch haben die Schüler kaum noch Zeit für Familie, Freunde und Hobbys."

Quelle: RP
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