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Wegberg
Ästhetische Bilder mit klarer Aussage

Wegberg: Ästhetische Bilder mit klarer Aussage
Jochen Rüskens mit Beispielen seiner vielfältigen Werke. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Jochen Rüskens widmet sich vor allem der Kunstfotografie, fertigt aber zudem auch Skulpturen an. Als einer der wenigen seines Fachs hält er seine Bildideen vor der Aufnahme in Zeichnungen fest. Von Nicole Peters

Auf den Bereich der Schriftstellerei übertragen, findet der Fotokünstler Jochen Rüskens klare Worte für die Wirkung, die er mit seinen Aufnahmen erzielen will: "Ich möchte keinen Roman erzählen, sondern eine Aussage treffen." Eine optimale Umsetzung erreiche Rüskens jeweils mit nur einer Idee, einem Fotomodell und Tageslicht oder nur einer Lichtquelle. "Ein Bild ist gut, wenn man nichts mehr weglassen kann", erläutert der gelernte Werbefotograf, "am liebsten mag ich es, wenn die Figur so reduziert ist, dass der Körper wie eine Skulptur wirkt."

Neben der Kunstfotografie, der er sich seit 15 Jahren intensiver widmet, erschafft Rüskens Skulpturen oder gibt seine fotografischen Erfahrungen als Dozent weiter. An Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region ist er beteiligt, stellt regelmäßig in der Burgstubenresidenz Heinsberg von Rainer Hensen aus und plant, Haus-Ausstellungen in seinem Wohnhaus zu organisieren.

In der Fotografie sind es vor allem die Bereiche Form und Verhüllung, auf die Rüskens seinen Schwerpunkt legt. Die Pose des Hockens mit vornübergebeugtem Oberkörper ist etwa ein anschauliches Beispiel. Als monochromer Hintergrund dient hier der hinter dem Türeingang liegende dunkle Raum. Die Person wird warm vom Tageslicht beschienen. Der Gegensatz vom rauen kräftigen Seil zur zarten Haut macht in einem anderen Werk die ungewöhnliche Wirkung aus - Jochen Rüskens setzt Accessoires wie unterschiedliche stoffliche Materialien dazu ein, Körperkonturen auf- oder hervorzuheben sowie Partien zu verdecken. "Was muss ich an Körperform oder Hautpartie wegnehmen, um keinen Akt darzustellen", sei eine Hauptüberlegung beim Umsetzen seiner Bildideen, die er zunächst bezüglich der Struktur, Position und des Lichts als Skizze auf Papier konkretisiert, sagt er. Ziel sei es dabei, im Kopf des Betrachters eine Diskussion über das Wahrgenommene und die ausgelösten Empfindungen herbeizuführen. Die Fantasie anzusprechen und zu fordern.

Die gestalterischen Mittel sind dabei seit Beginn an die gleichen: Aufnahmen im Telebereich, teilweise mit festen Brennwerten, im Vollformat und mit nur einer Lichtquelle. Nach wie vor arbeitet der Wegberger Fotograf in digitaler Technik wie in der analogen Fotografie. Lediglich passt er den Kontrast an. Schöne Effekte ganz ohne Hilfsmittel zu erzielen, ist der Wunsch des Fotografen.

In den verschiedenen Skulpturen aus Stahl, Beton Gips oder Kriegssilber stilisiert Jochen Rüskens die Körperformen stärker, erschafft verschiedene Oberflächen und arbeitet mit Wegnahme von Teilen aus dem Ganzen. So symbolisiert etwa die aus einer aus Kriegssilber geformten Patrone herausgenommene weibliche Figur den vielfachen Verlust bei kriegerischen Auseinandersetzungen.

Quelle: RP
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