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Wegberg
Alle wollen das Hallenbad erhalten - aber wie ?

Wegberg: Alle wollen das Hallenbad erhalten - aber wie ?
Das Wegberger Grenzlandringbad erfreut sich großer Beliebtheit, doch sein Betrieb ist teuer. Das Hallenbad belastet den städtischen Haushalt mit rund 650.000 Euro pro Jahr. FOTO: Jürgen Laaser (Archiv)
Wegberg. Das Grenzlandringbad verursacht jedes Jahr Kosten von 650.000 Euro. Jetzt sollen alternative Betreibermodelle gesucht werden. Von Michael Heckers

In einem Punkt sind sich alle einig: "Wir wollen das Grenzlandringbad unbedingt erhalten", hieß es am Dienstagabend während der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Soziales und Sport übereinstimmend aus den Reihen der Fraktionen. Klar ist aber auch, dass es ein simples "Weiter so" nicht mehr geben kann. Denn das Grenzlandringbad produziert trotz der nachweislich guten Arbeit des Badpersonals und des guten baulichen Zustands jedes Jahr Kosten in Höhe von rund 650.000 Euro, die den städtischen Haushalt belasten. Für eine Stadt, die sich seit 2015 im Haushaltssicherungskonzept befindet und rund 52 Millionen Euro Schulden hat, ist das sehr viel.

Für den Tagesordnungspunkt "Ergebnisverbesserung des Grenzlandringsbads" hatte die Stadtverwaltung einige Einsparmöglichkeiten thematisiert. Ausgangspunkt war ein Antrag der CDU, der als Ziel eine Ergebnisverbesserung von 300.000 Euro pro Jahr durch Erhöhung der Eintrittspreise und/oder Kostenreduzierung forderte.

Die Stadtverwaltung führte aus, dass beide Sparvorschläge unmittelbar die rund 80.000 Besucher des Hallenbades treffen würden. "Legt man eine gleichmäßige Eintrittspreiserhöhung von 150.000 Euro pro Jahr zugrunde, so würde sich der Eintritt in das Hallenbad um 3,70 Euro je zahlendem Besucher erhöhen. Der Eintrittspreis betrüge dann 7,20 Euro (Einzelkarte Erwachsene) und 5,20 Euro (Einzelkarte Jugendliche)", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Verwaltung hält eine solche Erhöhung in Anbetracht der Eintrittspreise der umliegenden Hallenbäder, die mit den derzeitigen Preisen in Wegberg auf ähnlichem Niveau liegen, für nicht umsetzbar. Ein weiterer Besucherrückgang und sinkende Einnahmen wären die Folgen.

Die Verwaltung erklärte zudem, dass sie eine Kosteneinsparung von weiteren 150.000 Euro im Bereich der Sach- und Personalkosten ohne deutliche Einschränkungen für nicht möglich hält. Fachbereichsleiter Gerd Pint erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass zu diesem Thema ein aktuelles Prüfungsergebnis mit einer klaren Aussage vorliegt: "Es gibt beim Wegberger Hallenbad nichts mehr zu sparen. Wenn Sie jetzt noch sparen wollen, müssen Sie an die gebotenen Leistungen rangehen", sagte Pint.

Deutliche Kritik an der Beschlussvorlage der Verwaltung hatte zuvor Petra Otten (CDU) geäußert: "Sie zeigen uns detailliert auf, was alles nicht geht. Wir fordern aber, dass Sie uns Einsparvorschläge nennen, die umsetzbar sind. Diese Vorlage ist nicht zufriedenstellend. Das bringt uns keinen Schritt weiter." Auch Nicole von den Driesch von der Wählergemeinschaft Aktiv für Wegberg (AfW) war nicht zufrieden: "Man hat den Eindruck, da soll gar nicht gespart werden", sagte sie und schlug erneut vor, auch über kleinere Sparmaßnahmen, wie sie beispielsweise durch die Absenkung der Wassertemperatur umgesetzt werden könnte, nachzudenken. Erste Beigeordnete Christine Karneth wies die Kritik von Nicole von den Driesch mit dem Hinweis zurück, dass die CDU in ihrem Antrag eine feste Summe als Einsparvorgabe genannt habe. "300.000 Euro - das werden wir nicht schaffen", sagte Christine Karneth.

Christoph Böhm (FDP) und Dr. Monika Broy (SPD) brachten die Suche nach alternativen Betreiberformen für das Hallenbad ins Gespräch. 30.000 Euro sollen dafür bereitgestellt werden. Der Ausschuss gab diese Empfehlung einstimmig an den Stadtrat weiter. Zusätzlich soll ein Runder Tisch mit Fachleuten gebildet werden.

Erst vor wenigen Monaten hatte die NEW eine Übernahme des Grenzlandringbads intensiv geprüft und wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit kein Interesse gezeigt.

Quelle: RP
 
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