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Wegberg
Als Watern noch uuazarlar hieß

Wegberg: Als Watern noch uuazarlar hieß
Hülya Raupach (rechts), Vorsitzende des Vereins Geselligkeit Watern, stellte den Besuchern die Ausstellung in den Räumen der Kreissparkassen-Filiale in Wegberg vor. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Fotos, Steine, Karten, Urkunden, Medaillen: Eine Ausstellung in der Kreissparkasse dokumentiert 1050 Jahre Ortsgeschichte von Watern. Von Michael Heckers

Karl Küppers vom Historischen Verein freut sich auf das große Jubiläum: Am dritten September-Wochenende steht Wegberg ganz im Zeichen der 1050-Jahrfeier. Auch Watern und Rickelrath sollen im Jahr 966 erstmals erwähnt worden sein. Bei dem in einer Urkunde Ottos des Großen genannten im Mühlgau gelegenen Ort "uuazarlar" handelt es sich wohl um Watern. Der Ortsname ist später mit "te Water" (1397) und "to Water" (1506) bezeichnet. Unter dem Titel "1050 Jahre Watern" präsentiert der Verein Geselligkeit Watern bis zum 21. Oktober in den Räumen der Wegberger Kreissparkassen-Filiale eine Ausstellung über die Ortsgeschichte.

Zu sehen sind alte Fotos, Karten, Skizzen, Zeitungsausschnitte, bedeutende archäologische Funde und wichtige Erinnerungsstücke aus der Brauchtums- und Ortsgeschichte. Heimatforscher Hans Langerbeins hat aus seiner Privatsammlung zahlreiche Stücke für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Eng zusammengearbeitet haben die sieben Verantwortlichen von "Geselligkeit Watern" bei der Vorbereitung der Ausstellung auch mit dem Historischen Verein und seinem Vorsitzenden Karl Küppers. "Ihnen allen und natürlich auch der Kreissparkasse danke ich für Ihre Mitarbeit", sagte Hülya Raupach, Vorsitzende von Geselligkeit Watern, bei der Eröffnung der Ausstellung. Ralf Link, Leiter der Wegberger Kreissparkassen-Filiale gab diesen Dank zurück, und wies augenzwinkernd auf die Bandbreite der Ausstellung hin und sprach, augenzwinkernd an Karl Küppers zugewandt, "von der Zeit Ottos bis zu Karl dem Großen". Aufgrund seiner beeindruckenden Ortsgeschichte gelte Watern bekanntlich als "Keimzelle von Wegberg", meinte Ralf Link.

Tatsächlich hat die Bezeichnung "Wegberg im Tal der Mühlen" ihren Ursprung in Watern. Die Schwalm, die ihre Quelle im zwei Kilometer entfernten Geneiken hat, fließt in Süd-Nord Richtung durch den Ort und hat über Jahrhunderte zahlreiche Mühlen mit Wasser versorgt. Auf den historischen Fotos, die in den drei Vitrinen und an der Litfaßsäule zu sehen sind, sind häufig die Bischofsmühle und die Bockenmühle abgebildet, die das Geschehen in Watern über viele Jahrhunderte prägten. Hans Langerbeins erinnert in seinem Beitrag "Geschichten aus Urgroßvaters Zeiten" daran, dass früher in Watern Feldbrandsteine hergestellt wurden. Ein Standort der Feldbrandöfen sei heute noch gut zu erkennen: Wandert man von der Bischofsmühle aus in Richtung Klinkum, so findet man hinter Watern auf der rechten Seite eine langgestreckte Mulde, wo sein Urgroßvater vor weit über 100 Jahren Steine gebrannt habe.

Karl Küppers erinnerte bei der Eröffnung der Ausstellung daran, dass das Ortseingangsschild Watern in früheren Jahren an der Hausgrenze des ehemaligen Bürgermeister Christoph Albert Meyer (in Höhe der heutigen Hausnummer 44) gestanden habe. Ein Bericht aus der Rheinischen Post vom 16. September 1993 erinnert an den Großbrand, bei dem das Waterner Traditionslokal "Zum Mühltal" ein Raub der Flammen wurde. Auch eine Liste mit den Namen der Schützenkönige und Minister zwischen 1949 und 1980 ist in der Ausstellung zu finden.

Quelle: RP
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