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Wegberg
Artistik und Tradition vereint

Wegberg: Artistik und Tradition vereint
Kathrin Windges und Christian Moritz trainieren ein Fahnen-Duett. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die "Fahnenschwenker Arsbeck" haben sich vor 35 Jahren gegründet. Die jungen und erwachsenen Mitglieder pflegen die traditionelle Sportart aus Spaß, Überzeugung und Freude am Gemeinschaftsgefühl. Von Nicole Peters

Das gleichmäßig flatternde rote Tuch mit den Augen zu verfolgen, hat etwas Meditatives. Fahnenschwenker Markus Moritz greift ein ums andere Mal sicher um, damit der Ablauf klappt. Nach dem Prinzip von Fesselung und Entfesselung des St. Sebastianus, Schutzheiliger für den Bund der Sankt Sebastianus Schützenjugend (BdSJ), führt er die Fahne oberhalb des Kopfes beginnend in vielen Runden um seinen Körper bis über den Boden und wieder zurück nach oben. Die "Fahnenschwenker Arsbeck" trainieren in der Dalheimer Turnhalle.

"Dieses Element ist die Grundform des traditionellen Fahnenschwenkens", erläutert Moritz, "darüber hinaus gibt es die Arten Rheinisch' Niederrheinisch und Münsterländer Fahnenschlag." In den Diözesen Trier, Köln, Paderborn, Essen und Aachen - hierzu gehören die Arsbecker - pflegen die Fahnenschwenker die Rheinische Art. "Dies ist eher ein Sportschwenken, weil es Würfe und Zuwürfe enthält, wir mit mehreren Personen Figuren wie Pyramiden bauen und Drehungen oder Übersteigungen einbeziehen."

Die Jugendlichen Christian Moritz und Kathrin Windges bereiten sich auf ein Duett - ein Showprogramm mit zwei Akteuren - auf Wettkampfebene vor. Diese Form haben die Fahnenschwenker 2016 neu dazugenommen.

Jeweils rosa und grüne Fahnen schwenken sie im an die Musik angepassten Tempo und schmeißen sich die Fahnen immer wieder zu. Abschließend setzt Kathrin Windges mit einer großen roten Fahne einen eindrucksvollen Akzent: Das Tuch hat eine Fläche von 1,40 Quadratmetern.

Bis zum ersten Auftritt im Mai wollen die Schwenker noch schwarze und weiße Fahnen nähen. Anschließend bestreiten sechs Mitglieder der zurzeit siebenköpfigen Gruppe das Showprogramm. Es dauert rund sieben Minuten und ist schon fast fertig zusammengestellt, wie Claudia Moritz sagt, lediglich die Musik muss noch ein wenig zusammengeschnitten werden.

Die Filmmusik der Serie "Game of Thrones" erklingt zum Einmarsch und im Hauptteil folgt "Conquest of Paradise". Danach erfolgt der Ausmarsch. Eine bestimmte Abfolge von Bewegungen stellt dabei eine Figur dar. Die Fahnenschwenker kombinieren diese Figuren und setzen sie so ein, wie sie möchten.

In diesem Programm stehen unter anderem Bewegungsabläufe in Kleingruppen sowie eine Pyramide - dabei steht die Fünftklässlerin Sarah auf den Oberschenkeln der knieenden Jugendlichen Julia und von Claudia Moritz - während sich Christian und Kathrin mit Markus Moritz an den Ecken des umschließenden Dreiecks gegenseitig Fahnen zuwerfen.

"Es ist jedes Jahr etwas Neues, das wir aufführen", bemerkt Kathrin Windges im Anschluss begeistert und Christian Moritz ergänzt: "Und es ist jedes Jahr atemberaubend." Gegründet hat die "Fahnenschwenker Arsbeck" Werner Hunnewinkel im Jahr 1982. Bei der Mitgliederzahl hat es im Laufe der Jahre ein Auf und Ab gegeben. Die höchste Anzahl war 23, wobei zurzeit wieder Nachwuchs gesucht wird.

Eine wichtige Änderung hatte es 2009 gegeben, als die Fahnenschwenker anfingen, an Wettkämpfen teilzunehmen. "Wir haben direkt auf Bundesebene angefangen und einen ersten Sieger in der Klasse 'Pagen 1' in unseren Reihen gehabt." In den darauffolgenden Jahren wurde Christian Moritz zweifacher Bundessieger und erreichte mit anderen Mitgliedern mehrfach höhere Plätze auf Diözesan- oder Bundesebene.

Für Markus Moritz, der Trainer, Bezirks- Fahnenschwenkermeister, Fahnenschwenkermeister in der Bruderschaft sowie Stellvertretender Diözesan-Fahnenschwenkermeister ist, und die anderen Arsbecker Fahnenschwenker bringt die Sportart neben der Traditionspflege die Möglichkeit zu großartigen gemeinschaftlichen Erlebnissen bei Umzügen und Wettbewerben.

"Rund 2000 Übernachtungen gibt es während der Bundesjungschützentage, bei Umzügen gehen 5000 bis 6000 Teilnehmer mit", erzählt Moritz, "bei den kleineren Diözesanjungschützentagen sind es rund 250 Übernachtungen." Dieses Jahr sind diese am 17. und 18. Juni in Wegberg.

Quelle: RP
 
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