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Wegberg
Auch Bibliothek ein Opfer des Sparzwangs?

Wegberg: Auch Bibliothek ein Opfer des Sparzwangs?
Schulleiterin Dr. Barbara Tillmanns (r.) und ihre Stellvertreterin Maj Kuchenbecker vom Maximilian-Kolbe-Gymnasium setzen sich für den Erhalt der Schulbibliothek in der bisherigen Form ein. FOTO: Jörg Knappe
Wegberg. Pädagogen sehen die Existenz der Wegberger Schulbibliothek bedroht. Sie warnen vor einem "unschätzbaren Verlust". Von Michael Heckers

Kurz vor der Sitzung des Bildungsausschusses am nächsten Dienstag warnen Lehrer des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums entschieden davor, aus Kostengründen die Zukunft der Schulbibliothek/-mediothek aufs Spiel zu setzen und nicht mehr mit Personal der Stadtverwaltung zu betreiben. Entsprechende Vorschläge hatten kürzlich CDU und FDP vorgelegt. In ihren Anträgen war von "neuen Betreibermodellen" die Rede.

Der Bildungsausschuss wird darüber am Dienstagabend beraten und dem Stadtrat empfehlen, ob bei der Schulbibliothek künftig gespart werden soll. Weil sich die Stadt im Haushaltssicherungskonzept befindet und dringend sparen muss, suchen Rat und Verwaltung derzeit händeringend nach entsprechenden Möglichkeiten. Dabei sind CDU und FDP auch auf die Schulbibliothek des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums gestoßen. Ziel sei es, die Personalkosten in diesem Bereich deutlich zu reduzieren. Die Schulbibliothek in Wegberg wird - ähnlich wie an den Gymnasien in Erkelenz und Hückelhoven - durch städtisches Personal mit entsprechenden Stundenanteilen geführt. Die FDP schlägt nun vor, mit Schülergenossenschaften oder Elterninitiativen zu arbeiten und die Bibliothek von einer Schülervertretung verwalten zu lassen. "So etwas haben wir in der Vergangenheit schon versucht. Es ist gescheitert", erklärt Maj Kuchenbecker, stellvertretende Schulleiterin, gegenüber unserer Redaktion. Sie erinnert daran, dass es 2014 zu erheblichen Elternprotesten gekommen war, als die Bibliothek während einer Stellenbesetzungssperre nicht besetzt war. Seinerzeit hatte es seitens der Schule bereits eine Initiative gegeben, Eltern zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Bibliothek zu bewegen. Eine ehrenamtliche Mitarbeit in der Bibliothek als reine Aufsicht und ohne Verantwortung für den Medienbestand und die Organisation der Schulbibliothek sieht auch Schulleiterin Dr. Barbara Tillmanns als nicht zielführend an. "Die Bibliothek und Mediothek ist für uns das Herzstück der Recherchemöglichkeit für Schülerinnen und Schülern in Büchern, Zeitschriften und an den Rechnern, ohne deren Unterstützung ein sinnvoller Unterricht nicht möglich ist", erklärt Maj Kuchenbecker weiter. Die Schulbibliothek werde äußerst intensiv genutzt und ihr Aus würde einen unschätzbaren Verlust für das Maximilian-Kolbe-Gymnasium und die Stadt Wegberg bedeuten. Dem Protest soll in den nächsten Tagen mit einer Unterschriftenaktion Nachdruck verliehen werden.

Nicht nur das Lehrerkollegium, auch die zuständigen Mitarbeiter der Wegberger Stadtverwaltung raten dringend von einer Umstrukturierung der Schulbibliothek ab. Entsprechend sieht der Beschlussvorschlag für die Fachausschuss-Sitzung am Dienstag vor, die Schulbibliothek in der bisherigen Form weiter zu betreiben. Weil aber sowohl CDU als auch FDP aus Kostengründen Veränderungsbedarf bei diesem Thema sehen, ist die Sorge um den Fortbestand der Mediothek dennoch groß. Maj Kuchenbecker erinnert daran, dass die Bibliothek auch Flüchtlingen zur Verfügung steht, die dort an Sprachkursen teilnehmen. Außerdem können Schüler, die zu Hause keinen Zugang zum Internet besitzen, dort auch außerhalb der Schulzeiten und in Pausen Projekte vorbereiten und Recherchen anstellen. "Von diesem Angebot wird auch rege Gebrauch gemacht", sagt Maj Kuchenbecker.

Quelle: RP
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