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Wegberg
Aufräumen in der Natur - das ist ein Selbstläufer

Wegberg: Aufräumen in der Natur - das ist ein Selbstläufer
Mareike (sieben Jahre) sammelt mit vielen anderen Kindern und Erwachsenen zusammen Müll in Schwaam auf. Hier findet sie einen alten Schirm am Straßenrand und schmeißt ihn die die Schubkarre von Rüdiger Huppertz. FOTO: LAASER
Wegberg. Erneut räumten mehr als 30 junge und ältere Aktive auf. Müll gefährdet das Tierwohl und beeinträchtigt die Lebensqualität, betonten sie. Von Nicole Peters

Den ursprünglichen Gedanken aus der Dorfausschuss-Sitzung im Jahr 2002 - "Unser Dorf soll schöner werden" - tragen junge und ältere Schwaamer, Venheydener und Einzelne anderer Orte seitdem in jährlichen gemeinschaftlichen Säuberungsaktivitäten rund um das schöne Reetdachdorf Schwaam aktiv fort. Mit Schutzhandschuhen, Rechen, Greifzangen, Schubkarren und Müllbeuteln rücken sie dem achtlos an Wegesrändern sowie in Feld, Flur und Wald hingeworfenem Müll zu Leibe: Rund eine kleine, vom Traktor gezogene, Schlepperkarre voll Unrat ist seit vielen Jahren die Bilanz eines Vormittags, der gleichzeitig willkommenes Treffen und Integration neuer Bewohner bedeutet.

Im ersten Jahr kam sogar eine Menge Müll zusammen, die eine große Karre füllte, erinnerten sich Sammler der ersten Stunde, unter denen sich auch Vorsitzender Hubert Michiels befand. "Damals war ja keiner vor uns sammeln gegangen und wir haben Fernseher, Kühlschränke oder Autoreifen gefunden." Da die Stadt Wegberg zusätzlich stets den Hauptmüllanteil aufliest, ist der von den Einwohnern gefundene Teil ab dem ersten Jahr weniger geworden. Doch jede Getränkeflasche, Plastiktüte, Drahtschlinge oder sonstiger Müll sind nach wie vor zuviel im Wasserschutz- und Naturschutzgebiet rund um den 150-Seelen-Ort, betonte unter anderem Mario Sachsenhausen. "Wir heben schon das ganze Jahr über Weggeworfenes auf, damit die Landschaft nicht so verschmutzt ist", erzählte er und machte in erster Linie den Tourismus als Verursacher aus. Auf den sehr negativen Einfluss der Plastik- und Aluteile wies Tierbesitzerin Anette Rohlfing ausdrücklich hin: "Plastikteilchen im Heu sorgen für Verstopfung, und zerschredderte Alupartikel können die Magenwände der Tiere von innen zerschneiden." Oder das Alu setze sich an den Magenwänden fest, ergänzte Sachsenhausen. Ebenso ist Hunde- oder Pferdekot im Dorf ein bekanntes leidiges Thema. Darin enthaltene Spulwürmer sorgten für Fehlgeburten bei Rindern, es könnten sich die anderen Tiere damit infizieren, so der Tenor.

Rohlfing zückte eine schwarze Mülltüte, die sie für ihren Spaziergang mit Hund immer in der Jackentasche mit sich führt. Außerdem hatte sie einen kleinen mobilen Aschenbecher dabei. Die aktiven Natur- und Tierschützer äußerten weitere Vorschläge, mit denen die leidige Situation maßgeblich verbessert werden könnte. So wären separate Reitwege gegen das Zertrampeln von Wirtschaftswegen hilfreich. Hunde sollten niemals auf Tierwiesen ihr "Geschäft" erledigen. Zudem stelle das Wegwerfen von Draht oder Glas im Wald eine große Gefahr für das Wild dar, ergänzte der zuständige Jagdpächter Franz Theissen, der mit zwei Jägern bei der Landschaftspflege mithalf. Eine Belohnung für alle nach getaner Arbeit: deftige Suppe mit Würstchen.

Quelle: RP
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