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Wegberg
Aus Altem schönes Neues gemacht

Wegberg: Aus Altem schönes Neues gemacht
Magdalena Schlömer sieht den Mädchen dabei zu, wie sie ihre Ideen geschickt umsetzen. Entstanden sind dabei unter anderem tolle Taschen, die früher einmal Jeanshosen waren. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Mit viel Fantasie und handarbeitlichem Geschick kreierten Kinder und Jugendliche aus ausgemusterten Jeanshosen und bunten Blusen- oder Vorhangstoffen trendige Taschen oder Organizer. Das Angebot wurde gut angenommen. Von Nicole Peters

In den Räumen des Flachsmuseums, in dem die Historie traditioneller Handwerkskünste wie Spinnen, Weben und Klöppeln durch Gerätschaften und Ansichtsexemplare greifbar wird, ist zeitweilig das Nähen als aktuell ausgeführte Kunst dazu gekommen. Junge Leute im Alter von zehn bis 14 Jahren nähten an vier Tagen unter Anleitung auch mit der Maschine aus ausrangierten Jeanshosen modische Taschen. Ebenso knüpften sie innerhalb des Landesprogramms "Kulturrucksack NRW" Freundschaftsbänder, webten bunte Decken und sponnen Wolle.

Ein neues Angebot, dass gut angenommen wurde, wie das unterstützende Vereinsmitglied Magdalena Schlömer berichtete. Zwei von vier Terminen hatte der Heimatverein Beeck komplett eigenständig organisiert und die letzten beiden in Kooperation mit der Stadt Wegberg im Rahmen der Ferienspiele. Ein große Auswahl an Jeansstoffen ausrangierter Hosen, stoffliches Material von bunten Blusen oder Baumwollhosen zuzüglich Reißverschlüsse, Schnallen, Gürtel, Perlen, Knöpfe und Sticker hatten die Teilnehmer für ihre individuellen Modekreationen mitgebracht. Zudem stand ihnen ein kleiner Fundus im Museum zur Verfügung. An diesem vierten Tag saßen die jungen Teilnehmer an mehreren Tischen über ihre handarbeitlichen Arbeiten gebeugt.

Nähmaschinen gaben gelegentlich leise surrende Geräusche von sich. Die elfjährige Alina hatte beispielsweise eine stone-washed-Jeans mit Strass-Applikation mitgebracht. Angeregt durch deren dunkelrosa Nähte hatte sie sich für einen rosa Stoff entschieden, den sie als verbindenden Einsatz nach Abschneiden der Hosenbeine und im Anschluss als verlängernden Taschenboden verwendete. Die begleitenden Frauen erinnerten sie etwa daran, beim Zuschneiden eine Nahtzugabe einzurechnen. Das Abstecken und ebenso Schneiden der Jeansstreifen, die Alina später in geflochtener Form als Trageriemen verwenden wollte, übernahm auch das Mädchen, das fand, dass das Kreieren der Tasche "eine schöne Sache" ist - das Nähen der komplizierten Nähte mit der Maschine übernahmen die Helferinnen. Hannah (11) setzte ihre Handarbeit in enger Abstimmung mit Magdalena Schlömer um. "Ich nähe manchmal zuhause mit der Nadel", erzählte sie, "ich weiß noch nicht, ob ich mit der Maschine nähen werde."

Einen Tisch weiter ist Daria (10) dabei, mit Zick-Zack-Naht einen bunten Flicken auf die beschädigte Stelle einer hellen, weiß gepunkteten Jeanshose mit der Maschine zu nähen. Als nächsten Schritt plant sie, aus buntem Stoff eine Art Tunnel zu nähen, der als Abschluss gedacht ist und durch den eine Schnur durchgezogen werden kann. "Ich finde das Projekt ganz toll", meinte sie. Weitere Kreationen der neun Mädchen: Täschchen mit Reißverschluss oder Trageriemen, Beutel aus wasserabweisendem Stoff oder weitere (Jeans-) Hosentaschen. "Es dauert ein bisschen, bis sich die Kinder und Jugendlichen etwas zutrauen", erzählte Schlömer, "man muss dem Prozess, die eigene Kreativität zu finden, Raum geben." Vor allem diejenigen, die vorher so etwas noch nicht gemacht haben, seien umso begeisterter, wenn sie mit einem Stück fertig sind. "Zuhause haben sie die Unterstützung oftmals nicht." Initiiert hatte Vereinsmitglied Klara Schlömer die Aktion. Als Betreuerin der Ferienspiele war an diesem Tag Lena Hein dabei, die das Anfertigen von Freundschaftsbändern mit Knüpfstern und Weben auf Handwebrahmen anbot.

Quelle: RP
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