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Betrieb eingestellt
Aus für Krankenhaus in Wegberg

Betrieb eingestellt: Aus für Krankenhaus in Wegberg
Das Krankenhaus in Wegberg (Archivbild). FOTO: cityvis
Wegberg. Die St. Antonius Klinik in Wegberg hat den Krankenhausbetrieb eingestellt. 70 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. 

Die letzten 15 Patienten der Sankt Antonius Klinik wurden am Nachmittag in benachbarte Krankenhäuser verlegt. Die 70 Mitarbeiter des Krankenhauses hatten es schon am Vormittag während der Betriebsversammlung von Klinikchefin Dany Molz erfahren: Das Wegberger Krankenhaus hat am Freitag (2. Juni) seinen Betrieb eingestellt und die Türen für immer geschlossen. Die Mitarbeiter erhalten demnächst die Kündigung. Dieser Schritt der St. Antonius Krankenhaus Klinik GmbH ist auch eine Zäsur in der Geschichte der Stadt Wegberg: 112 Jahre lang war durch das Krankenhaus – und in den Anfangsjahren 1905 bis 1915 durch das "Klösterchen" an der Bahnhofstraße als Wiege des Wegberger Krankenhauses – die stationäre medizinische Grundversorgung in der Mühlenstadt sichergestellt. Das ist seit dem 2. Juni Geschichte.

Die Wegberger Sankt Antonius Klinik war in den vergangenen Jahren immer wieder aufgrund von Skandalen und Krisen in die Schlagzeilen geraten. Das Aus für das Krankenhaus habe vor allem zwei Gründe, erläuterte Klinikchefin Dany Molz während einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Verwaltungstrakt des Krankenhauses: "Zum einen sind es die Änderungen in der Gesundheitspolitik, die vor allem zu Lasten von kleinen Krankenhäusern in ländlichen Regionen gehen. Zum anderen ist es die gesunkene Nachfrage. Wir hatten zuletzt zu wenig Patienten." Die Entscheidung, das Krankenhaus zu schließen, habe man sich nicht leicht gemacht.

Für die weitere Abwicklung hat die Klinikchefin Anfang 2016 beim Land NRW mehrere Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds beantragt. Das diene auch dazu, den Betrieb im benachbarten St. Antonius Seniorenheim an der Birkenallee und der angeschlossenen Tagespflege wie geplant fortsetzen zu können. Auch die Notfallambulanz im Krankenhausgebäude bleibt erhalten. Sie befindet sich in Trägerschaft des Kreises Heinsberg.

Rat und Stadtverwaltung der Stadt Wegberg bedauern das Aus des Wegberger Krankenhauses sehr. Wegbergs Bürgermeister Michael Stock sagt: "Wir haben jetzt zwei wichtige Aufgaben. Wir müssen dafür sorgen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen gerechten Sozialplan erhalten. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Haus ein neues, in die Zukunft gerichtetes Konzept erhält, das auch neue Arbeitsplätze schafft." Der Krankenhausstrukturfonds versetze die Klinik in die Lage, die Schließung für die Beteiligten so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Es würden Aufwendungen für einen Sozialplan, Pensionen und erforderliche Baumaßnahmen übernommen. 

Für die Bürger der Stadt Wegberg sei die Schließung der Klinik ein großer Verlust, sagt Bürgermeister Stock. "Wir verlieren ein Krankenhaus der Grundversorgung, das über Jahrzehnte für viele erkrankte Menschen eine erste Anlaufstelle war. Unser Dank gilt allen Menschen, die bis heute der Klinik ihr Vertrauen, in welcher Funktion auch immer, geschenkt haben."

 
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