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Wegberg
Bünten mit Babeda Europameister

Wegberg: Bünten mit Babeda Europameister
"Wir gehörten im Vorfeld schon zu den Mitfavoriten", sagt Roland Bünten, der in diesem Monat seinen 50. Geburtstag feiert. FOTO: Jürgen Laaser (Archiv)
Wegberg. Skat: Bei der 19. Ispa-EM in Koblenz holt der gebürtige Genfelder mit dem Sextett von Arsbecks Bernd Baltes den Titel. In der Einzelwertung kam Bünten im 380-Teilnehmer-Feld auf Platz zehn. Von Mario Emonds

Diesen Monat wird Roland Bünten runde 50 Jahre alt. Quasi ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk machte sich der gebürtige Genfelder bei der 19. Ispa-Skat-Europameisterschaft in Koblenz selbst: Mit der von Arsbecks Bernd Baltes als Teamchef zusammengestellten Mannschaft Babeda wurde Bünten, der in der Liga für Hati Hati Wegberg spielt, Team-Europameister. Mit insgesamt 83 267 Spielpunkten, von denen Bünten mit 15 093 Punkten die meisten beisteuerte, sicherte sich das Baltes-Sextett den Titel vor euroskat.com Berlin (80 416) und Ritter der Kokosnuss (79 106). Ein Überraschungssieg war der Titel freilich nicht. "Wir gehörten im Vorfeld schon zu den Mitfavoriten", erzählt Bünten.

Zum Erfolg trug mit 14 642 Spielpunkten auch der Mönchengladbacher Jürgen Steiner bei, in der Liga für den SC Myhl 1979 aktiv. Zum Meisterteam zählte zudem der spätere Einzel-Europameister Senad Seferovic aus Berlin. Maßgeblich für die Team-Konkurrenz waren die ersten zwölf Serien der Vorrunde.

In der Einzelwertung kam Bünten im 380-Teilnehmer-Feld auf Platz zehn. Insgesamt wurden 15 Serien in der Vorrunde gespielt - die besten 16 kamen in die Endrunde. Für selbige qualifizierte sich Bünten mit 18 477 Spielpunkten als Erster -mit einer Bilanz von 178 gewonnenen und 13 verlorenen Spielen. "Nur 13 kaputte in 15 Serien - das ist für einen Offensivspieler wie mich eine sehr gute Bilanz", urteilt Bünten.

Die fünf Listen der Finalrunde wurden dann wie gehabt nach dem Tischpunktsystem gespielt. Das heißt, der jeweilige Listensieger erhielt vier Punkte, der Zweite drei Punkte, der Dritte zwei Punkte und der Vierte einen Punkt - maximal waren also 20 Punkte möglich. Davon ergatterte Bünten zwölf: In der vierten Liste holte er die volle Ausbeute, in den weiteren vier musste er sich jeweils mit Platz drei und damit zwei Punkten begnügen.

Gleich in drei Listen sei ihm auf den letzten Drücker eine bessere Platzierung verwehrt worden, berichtet das Skat-Genie aus Genfeld. "Da bin ich jeweils im letzten Spiel getötet worden. Das war für mich eine neue Erfahrung, denn normalerweise läuft es genau umgekehrt." Besonders bitter sei die erste Liste gewesen. "Da habe ich die letzten drei Päckchen mit einer 0:0-Bilanz beenden müssen." Und in der fünften Liste habe er am Ende hasardiert, den sicheren Platz sechs bewusst buchstäblich aufs Spiel gesetzt, um noch weiter nach oben zu kommen - was in die Hose ging.

Jürgen Steiner, mit dem Bünten in der 1. Bundesliga für den SC Myhl zusammenspielte, wurde mit 14 Spielpunkten Vierter. Den möglichen EM-Titel vermasselte er sich in der fünften und letzten Liste: Hier kam er nur auf eine 7:6-Bilanz, musste sich so mit einem Tischpunkt begnügen. Hätte er den Tisch gewonnen und so vier Zähler eingeheimst, wäre er mit 17 Punkten auch Europameister geworden.

Finanziell hat sich die EM, die sich über zehn Tage erstreckte, für Bünten nicht gelohnt: Für Platz zehn gab's zwar immerhin 900 Euro, doch allein die Teilnahmegebühr betrug in der Kombination aus Startgeld (150 Euro) und Pflichtabgabe für die Teilnahme am Abschlussabend (250 Euro) insgesamt 400 Euro. Dazu kamen die Übernachtungskosten. Gestaltung und Angebot bei diesem Abschlussabend seien freilich sehr enttäuschend gewesen, bekennt Bünten: "Da ist vonseiten der Ispa noch sehr viel Luft nach oben." Die Ispa ist der internationale Skatverband - so etwas also wie die Uefa oder Fifa im Fußball.

Quelle: RP
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