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Wegberg
Bürger ärgern sich über marode Radwege

Wegberg: Bürger ärgern sich über marode Radwege
Unterwegs auf Radwegen in Wegberg: Wegen starker Schäden ist die Strecke für Radfahrer kaum noch nutzbar - doch das blaue Schild schreibt dort die Radwegpflicht vor. FOTO: Michael Heckers
Wegberg. Viele Radwege in Wegberg und in den Außenorten sind marode - immer wieder melden sich deshalb Leser am Bürgermonitor unserer Redaktion. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kennt den Frust vieler Radfahrer aus der Mühlenstadt bestens. Von Michael Heckers

"Der Zustand der Radwege ist teilweise in einem chaotischen Zustand. So ist beispielsweise die Ortsdurchfahrt Klinkum in beiden Richtungen nur als Rüttelstrecke zu bezeichnen. Der Radweg von Arsbeck nach Wegberg verdient seinen Namen nicht - zu schmal, schlechte Fahrbahndecke, ungepflegt", heißt es.

Manche Radwege enden im Nichts. FOTO: Michael Heckers

Streckenführungen von Radwegen landen an mehreren Stellen im Stadtgebiet im Nichts. Auf Schulwegen kommt es regelmäßig zu gefährlichen Verkehrssituationen. Hinweisschilder warnen seit Jahren an denselben Stellen vor Radwegschäden. Selbst wenn Schäden bekannt sind, werden sie meist nur provisorisch ausgebessert. Wo durch Baumwurzeln der Asphalt angehoben ist und Fahrradfahrer absteigen müssen, weil das Fahren schlichtweg zu gefährlich ist, tut sich seit Jahren nichts. Deshalb haben viele Bürger der Mühlenstadt den Eindruck, dass Radfahren in Wegberg und in den Außenorten generell keine große Aufmerksamkeit seitens der zuständigen Stellen besitzt. Die Noten für Wegbergs Radwege fallen schlecht aus.

Bestätigt wird der negative Eindruck durch die Auswertung des ADFC Fahrradklima Test 2016. Im Ergebnis hat der ADFC das "Radfahrklima" in der Mühlenstadt mit der Note 4 (1=fahrradfreundlich, 6= nicht fahrradfreundlich) bewertet. Damit liegt Wegberg nach Stadtgrößenklassen bundesweit auf Rang 266 von 364. Das ist für eine Stadt, die den sanften Tourismus zur Leitkultur zählt, ein peinliches Ergebnis. Die wesentlichen Kritikpunkte des ADFC lauten: holprige und unebene Radwege, kaum Winterdienst und schlechte Reinigung.

Auf dem Fuß- und Radweg in Höhe der Firma Driescher haben Baumwurzeln den Asphalt um mehrere Zentimeter angehoben – es besteht akute Sturzgefahr. FOTO: Michael Heckers

Angesichts der Kritik hält die Wegberger Stadtverwaltung nun eine grundlegende Neuorientierung innerhalb eines Radverkehrskonzeptes für erforderlich. Nicht nur das enttäuschende Abschneiden beim ADFC Fahrradklima Test 2016 gibt Anlass zum Handeln, sondern auch die rechtlichen Änderungen zur Benutzung von Radwegen und Fahrbahnen hat für ein neues Verkehrsverhalten gesorgt. Das letzte Radwegekonzept der Stadt Wegberg stammt aus dem Jahr 2004 und gilt als längst überholt. So hat das Bundesverwaltungsgericht bereits Ende 2010 die generelle Pflicht zur Radwegbenutzung aufgehoben - seitdem dürfen Kommunen Radwege innerorts nur noch bei besonderen Gefahrenlagen mit dem blauen Radwegekennzeichen ausweisen. Das hat zu einem neuen Verkehrsverhalten geführt, das im alten Radwegekonzept noch gar nicht berücksichtigt werden konnte. Außerdem sind Radfahrer heutzutage auch mit bis zu 40 km/h schnellen Elektrofahrrädern und Pedelecs unterwegs, was ebenfalls neue Fragestellungen für die Verkehrsplanung aufwirft.

Die Politik in Wegberg möchte das Thema Radverkehr und Aktualisierung des Radwegekonzepts nun ernsthaft angehen. Die Mitglieder des Verkehrsausschusses haben am Dienstagabend im Wegberger Rathaus beschlossen, einen neuen Arbeitskreis einzurichten, der sich ab sofort intensiv mit dem Thema beschäftigen und Regeln erarbeiten soll, die in die mögliche Überarbeitung des Radwegekonzepts mit einfließen. Die Stadtverwaltung hat darum gebeten, bei der Neuorientierung des Radverkehrskonzeptes auf die Unterstützung eines Fachbüros zugreifen zu können. Die erste Version des 2004 beschlossenen Wegberger Radverkehrskonzeptes hatte das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen aus Aachen im Jahr 2002 erstellt.

Quelle: RP
 
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